De Nigris: "Wir wollen unbedingt Platz drei!"
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Der Mexikaner Aldo De Nigris muss immer wieder lächeln. Die Müdigkeit ist ihm anzusehen, dennoch wartet er geduldig, bis die Dolmetscher ihm die Fragen der japanischen Journalisten übersetzt haben. Alle möchten ihn zu dem für den mexikanischen Fussball so enttäuschenden Spiel befragen. Chelsea FC hatte zuvor im Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012 das Team von Monterrey klar mit 3:1 besiegt und dabei nie einen Zweifel am Ausgang der Partie gelassen. Dennoch zeigte der Torjäger einmal mehr, dass die Hartnäckigkeit eine seiner größten Tugenden ist.

Obwohl sein Team klar mit 0:3 zurücklag, gab die Nummer 9 niemals auf und bot den Verteidigern von Chelsea einen unerbittlichen Kampf. Fast auf dem Boden liegend, in Kopfballduellen, in harten Zweikämpfen, immer wieder warf sich De Nigris ins Gewühl, bis er schließlich den Ehrentreffer für sein Team erzielt hatte. "Das war nicht das Ergebnis, auf das wir gehofft hatten, aber wir haben auf dem Platz wirklich alles gegeben", erklärt der Angreifer freimütig im Gespräch mit FIFA.com. "In der ersten Halbzeit lief es ganz gut, doch die beiden Treffer zu Beginn der zweiten Hälfte würden wohl jeder Mannschaft das Genick brechen. Es blieb uns keine andere Wahl, als nie aufzustecken, zu kämpfen und zu versuchen, ein Tor zu erzielen. Am Ende ist uns das auch gelungen", fügt er hinzu.

Der Goalgetter weiß, wovon er spricht. Das englische Team war die letzte Hürde auf dem Weg zu einem historischen Finale für den Fussball der CONCACAF, aber am Ende zog man eben doch den Kürzeren. Für De Nigris, der zuvor bereits bei den Tigres, Veracruz und Necaxa unter Vertrag stand, ist die Erklärung für die Niederlage recht simpel: "Wir haben mit zu viel Respekt begonnen, fast ängstlich gespielt. Wir haben uns kaum getraut, nach vorne zu spielen, weil wir wussten, dass der Gegner besonders gefährlich sein würde, wenn er viel Raum hat. Das war nicht so gewollt, wir hätten mehr nach vorne spielen sollen, so wie wir es dann am Ende der ersten Halbzeit auch getan haben." Dennoch bekräftigt er, sein Team habe "in den letzten zwanzig Minuten der ersten Halbzeit, als wir viel Ballbesitz hatten und gefährlich waren, auf Augenhöhe gespielt."

Neue Konzentration
De Nigris, auf dessen Schultern nach dem unerwarteten Ausfall von Humberto Suazo das ganze Gewicht im Angriff lag, ist im Zwiespalt. Einerseits schmerzt es, gegen Chelsea ausgeschieden zu sein und damit das Finale zu verpassen, andererseits ist er mit seiner persönlichen Leistung zufrieden. "Man versucht immer, das Beste für sein Team zu geben, und man möchte immer gewinnen, aber es ist auch schön, wenn man ein Tor erzielt. Dazu noch gegen eine Mannschaft, die über eine der besten Abwehrreihen weltweit verfügt. Es war eine gute Erfahrung."

De Nigris, ein Bewunderer von Gabriel Batistuta, Filippo Inzaghi und dem Fenómeno Ronaldo ("der kompletteste Spieler, den ich je gesehen habe"), versichert, dass er Japan zufrieden verlassen wird, nachdem er feststellen konnte, dass "ich mich mit den besten Verteidigern messen konnte. Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich gut genug bin, um in Europa zu spielen."

Mit der Rückkehr nach Mexiko muss er natürlich noch etwas warten, denn am Sonntag, 16. Dezember, trifft Monterrey in der Partie um den dritten Platz auf das Team von Al Ahly. Auf das Podium haben es mit Necaxa und Deportivo Saprissa bislang erst zwei Teams aus der CONCACAF-Zone geschafft. "Diese Niederlage werden wir rasch verschmerzen. Jetzt müssen wir uns neu konzentrieren und in diese letzte Partie gehen", bekräftigt de Nigris, der noch eine letzte Warnung an die ägyptischen Verteidiger ausspricht: "Wir möchten unbedingt diesen dritten Platz erreichen und werden alles dafür geben. Das ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, und genau so werden wir es auch angehen". Bedenkt man, wie hartnäckig er ist, dürfte er diesen Worten sicherlich Taten folgen lassen.