César Delgado: "Wir wollen ins Finale"
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Einerseits waren die Kontinuität und das Vertrauen in den vorhandenen Spielerkader bei CF Monterrey in den letzten drei Jahren der Schlüssel zum Erfolg. Andererseits haben punktuelle Neuverpflichtungen den mexikanischen Spitzenklub von Turnier zu Turnier gestärkt. Von diesen Verstärkungen brachte besonders der argentinische Nationalspieler César Delgado herausragende Leistungen.

El Chelito gehört mit seiner hervorragenden Spielübersicht und seiner Fähigkeit, Chancen herauszuspielen, zu den fundamentalen Stützpfeilern der Rayados, die in Kürze zum zweiten Mal bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft antreten werden.

Im Exklusiv-Interview mit FIFA.com sprach der Mittelfeldspieler über Lektionen vom letzten Jahr, die Erwartungen an den bevorstehenden erneuten Auftritt auf der Weltbühne sowie über die Ziele, die sich die Schützlinge von Trainer Víctor Manuel Vucetich gesteckt haben.

Bei der FIFA Klub-WM 2011 gehörten Sie erst seit fünf Monaten zum Team. Jetzt werden Sie erneut an diesem prestigeträchtigen Turnier teilnehmen. Fühlen Sie sich besser in die Mannschaft integriert?
Ich fühle mich sehr wohl. Es stimmt schon, letztes Jahr zur selben Zeit kannte ich meine Mannschaftskameraden noch nicht sehr gut. Heute fühle ich mich sehr wohl, bin in der Mannschaft integriert und kenne meine Teamkameraden gut. Nery Cardozo und José María Basanta haben mir geholfen. Das sind tolle Menschen, die dafür gesorgt haben, dass ich mich schnell in die Mannschaft integrieren konnte. Dafür kann ich ihnen nur danken.

Ihre erste Erfahrung in Japan liegt mittlerweile ein Jahr zurück und ist sicher ausführlich analysiert worden. Was muss das Team Ihrer Meinung nach dieses Mal besser machen?
Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann. Es gibt immer etwas, das man korrigieren, an dem man arbeiten muss. Das gilt sowohl für den mentalen als auch für den taktischen Aspekt. Um Letzteres wird sich der Trainer kümmern. Wir müssen das umsetzen, was er sagt, und uns als Mannschaft verbessern. Nehmen wir einmal die Partie gegen Kashiwa [Reysol im Viertelfinale von Japan 2011]. Da hatten wir alles fest im Griff, konnten aber unsere Chancen nicht verwerten. Am Ende mussten wir ins Elfmeterschießen gehen - jeder weiß, dass das ein Glücksspiel ist - und haben verloren. Japan war trotzdem eine sehr schöne Erfahrung. Wenn wir dieses Mal in der richtigen Spur bleiben, hoffen wir, es bis ins Finale zu schaffen und dort zu gewinnen.

Kommen wir einmal auf die möglichen Gegner bei dieser neuen Auflage zu sprechen. Sie haben bereits Erfahrung in Mexiko und in Europa gesammelt. Welche Unterschiede sehen Sie zwischen dem mexikanischen und dem europäischen Fussball?
Auch wenn viele das anders sehen, gibt es in Wirklichkeit nur sehr geringe Unterschiede. Ich sehe vor allem Unterschiede bei den Spielfeldern. Hier in Mexiko ist der Rasen höher und wird vor den Spielen nicht gewässert. In Europa ist das ganz anders. Vor der Partie wird der Rasen gesprengt und das Spiel hat einen anderen Rhythmus. Es gibt Spieler, die aus Europa kommen und Schwierigkeiten haben, sich an die hiesigen Verhältnisse anzupassen, wegen der Höhe, der Hitze oder den Anstoßzeiten. Aber diese wenigen Unterschiede sind ehrlich gesagt alle, die mir aufgefallen sind.

Bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft treten Teams aus der ganzen Welt an. Sie haben beim FIFA Konföderationen-Pokal 2005 mit Argentinien den zweiten Platz belegt. Welche Punkte halten Sie vor diesem Hintergrund bei Turnieren für besonders wichtig, bei denen eine Vielzahl unterschiedlicher Spielweisen aufeinandertrifft?
Ganz wichtig ist die Konzentration auf dem Platz. Man muss immer aufmerksam sein und darf auch nicht das kleinste Detail verpassen, damit man unter keinen Umständen unangenehme Überraschungen erlebt. Man muss über den gesamten Spielverlauf hinweg mannschaftlich geschlossen auftreten und den Gegner in allen Spielfeldbereichen unter Druck setzen.

Wo wir schon bei der argentinischen Nationalmannschaft sind, würden Sie gern wieder für die Albiceleste spielen?
Ja, natürlich, das wäre super. Allerdings wird es wohl ziemlich schwer werden, sehr kompliziert. Es gibt viele gute Spieler, wir alle wissen das. Es ist auch schwierig, weil ich in Mexiko aktiv bin, denn [in Argentinien] verfolgen nicht viele Leute den mexikanischen Fussball. Ich weiß nicht, woran das liegt. Allerdings habe ich auch früher schon in Mexiko gespielt und war unter Marcelo Bielsa in der Nationalmannschaft aktiv. Jedenfalls träumt man natürlich immer davon, dabei zu sein. Dafür muss man auf sehr hohem Niveau spielen, und darauf arbeite ich jede Woche hin.

Da Sie gerade Marcelo Bielsa erwähnen: Seine Methoden haben ihm viel Anerkennung und Bewunderung eingebracht. Was halten Sie persönlich von ihm?
Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Er ist ein ganz Großer, er ist der Chef. Er ist im Fussball ein absoluter Perfektionist. Alles muss optimal laufen, genau abgestimmt sein, perfekt funktionieren. Für mich ist er der beste Trainer, den ich je hatte. Bei weitem.

Zum Abschluss noch eine Frage zu Japan 2012. Ist Monterrey in der Lage, mit dem Titel im Gepäck nach Hause zu fahren?
Ja, davon träumen hier alle! Wir haben einen tollen Kader, eine super Mannschaft. Wir wollen alle in diesem Turnier weit kommen. Wir wissen, welche Bedeutung dieser Wettbewerb hat, und dass dort große Mannschaften vertreten sind. Unser Hauptziel ist es daher, ins Finale einzuziehen und es zu gewinnen. Wir hoffen, dass wir das erreichen können, was anderen Teams der CONCACAF-Zone versagt geblieben ist. Das ist das wichtigste Ziel, und wir würden es zu gern erreichen. Wir wollen bei diesem neuen Abenteuer herausragen. Für den Klub und für uns einzelne Spieler ist es ein ganz wichtiges Turnier.