Am Sonntag wird im Final-Rückspiel zwischen Coton Sport aus Kamerun und Al Ahly aus Ägypten die Entscheidung über den 44. Titelträger in der afrikanischen Champions League fallen. Wenn man nach einigen Finalduellen der Vergangenheit geht, darf man auf einen weiteren dramatischen Fussballabend hoffen. FIFA.com blickt zurück auf fünf unvergessliche Finalduelle in Afrikas wichtigstem Vereinswettbewerb.

1973: V Club (Zaire) schlägt Asante Kotoko (Ghana) mit 5:4 in der Addition
V Club ging mit mehreren Nationalspielern in die Partien, die in Zaires Team für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 1974™ standen. Zur Mannschaft von Asante Kotoko gehörten unter anderem Jabir Malik und Yam Sam. Die Ghanaer gewannen das Hinspiel in Kumasi mit 4:2 (sowohl Malik wie auch Sam trafen) und hatten damit beste Chancen auf ihren zweiten kontinentalen Titelgewinn. V Club hatte zwar noch nie zuvor das Finale erreicht, dennoch waren die Spieler fest davon überzeugt, den Rückstand noch drehen zu können. Dank zweier Treffer von Adelard Mayanag und einem weiteren von Kembo uba Kembo gelang dies dem Außenseiter tatsächlich.

1976: Mouloudia Alger (Algerien) schlägt Hafia (Guinea) mit 4:1 im Elfmeterschießen nach 3:3-Unentschieden in der Addition
Der guineische Fussball erlebte Mitte der 70er Jahre seine Blütezeit. Die Nationalmannschaft belegte beim Afrikanischen Nationen-Pokal den zweiten Platz und Hafia brachte es auf vier Teilnahmen in Folge in der CAF Champions League. Hafia hatte im Vorjahr das Finale gegen Enugu Rangers aus Nigeria gewonnen und ging somit als Titelverteidiger in die entscheidenden Spiele. Das Stadion des 28. September in Conakry hatte sich als echte Festung erwiesen. Das Hinspiel gegen Mouloudia Alger gewann Hafia erwartungsgemäß mit 3:0. Trotz des fast aussichtslosen Ergebnisses kamen über 80.000 Fans zum Rückspiel in Algerien, die auf ein Fussballwunder hofften. Durch Zoubir Bachis Führungstreffer in der 24. Minute wurde die Hoffnung weiter genährt, doch eine Viertelstunde vor Schluss hatte Hafia immer noch zwei Tore Vorsprung. Mouloudia Alger brauchte dringend einen Helden, und genau diesen fand das Team in Omar Betrouni, der mit Treffern aus der Distanz in der 76. und 90. Minute ein Elfmeterschießen erzwang, das die Gastgeber klar für sich entschieden.

1995: Orlando Pirates (Südafrika) schlägt ASEC Abidjan (Elfenbeinküste) mit 3:2 in der Addition
Südafrikanische Klubs waren erst seit drei Jahren in der Champions League dabei, als es den Orlando Pirates gelang, sich durch die K.O.-Runden bis ins Finale vorzukämpfen. Gegner im Finale war ASEC Abidjan, eine Mannschaft mit einer langen, erfolgreichen Geschichte im Wettbewerb, die allerdings noch keinen Titel auf kontinentaler Ebene gewonnen hatte. Erst ein einziges Mal hatte eine Mannschaft von der Elfenbeinküste den Afrikanischen Meisterpokal (wie das Turnier damals genannt wurde) gewonnen; und das ganze Land fieberte mit ASEC mit, das diesen Erfolg wiederholen wollte. Nach dem 2:2-Unentschieden im Hinspiel bei den Orlando Pirates in Johannesburg, das deren schottischen Trainer Joe Frickleton den Job kostete, war man in Abidjan guter Hoffnung. Beim Rückspiel in Abidjan war bereits alles für die große Siegesfeier von ASEC vorbereitet, doch obwohl die Mannschaft während der gesamten Spieldauer unermüdlich angriff, gelang den Gästen der einzige Treffer der Partie: Mark Fish klärte in der Abwehr und spielte auf Jerry Sikhosana, der einen Alleingang über das halbe Spielfeld startete und dann mit einem Gewaltschuss den entscheidenden Treffer für die Pirates erzielte.

2000: Hearts of Oak (Ghana) schlägt Esperance (Tunesien) mit 5:2 in der Addition
Der tunesische Spitzenklub Esperance ging im Jahr 2000 als hoher Favorit ins Finale, denn das gegnerische Team von Hearts of Oak verfügte zwar über viele talentierte Spieler, hatte aber noch nie mit Erfolgen von sich reden gemacht. Doch alle Prognosen wurden auf den Kopf gestellt, als Emmanuel Osei Kuffour kurz vor Schluss des Hinspiels in Tunis mit seinem Tor den Gästen einen 2:1-Erfolg bescherte. Esperance wollte sich allerdings keineswegs geschlagen geben und glich den Rückstand im Rückspiel durch einen Treffer von Hassen Gabsi zunächst aus. Dann gingen die Tunesier in Accra sogar in Führung, doch nach einer Spielunterbrechung von fast 20 Minuten gelangen den Gastgebern drei weitere Tore, mit denen sie den sensationellen Titelgewinn perfekt machten.

2006: Al Ahly (Ägypten) schlägt CS Sfaxien (Tunesien) mit 2:1 in der Addition
Kein Hollywood-Regisseur hätte sich eine dramatischer Entscheidung ausdenken können: Im Finale von 2006 sicherte sich Al Ahly mit dem buchstäblich letzten Schuss des Spiels den Titel zum fünften Mal. Sfaxien war der krasse Außenseiter gegen den Titelverteidiger, doch die Tunesier holten völlig überraschend im Hinspiel in Kairo ein Unentschieden. Joetex Frimpong stellte mit einem Schuss aus kurzer Distanz den Gleichstand her, nachdem Mohamed Aboutrika die Gastgeber in Führung gebracht hatte. Im Rückspiel fielen bis zur letzten Minute keine Tore, so dass Sfaxien aufgrund der Auswärtstorregel den Titel schon so gut wie sicher hatte. Doch dann gelang Aboutrika in der Nachspielzeit mit einem dramatischen Volleyschuss doch noch ein Treffer, mit dem er die Gastgeber ins Tal der Tränen schickte und seine eigene Position als Spielerlegende von Al Ahly festigte.