Al Ahly steht unmittelbar davor, sich in der CAF Champions League erneut die Krone aufzusetzen und ein weiteres Kapitel in der Geschichte dieses Wettbewerbs zu schreiben. Der Klub aus der ägyptischen Hauptstadt Kairo, der zum besten afrikanischen Verein des 20. Jahrhunderts gekürt wurde, strebt nach dem bislang unerreichten sechsten Titelgewinn in der afrikanischen Champions League. Voraussetzung hierfür ist, dass der 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigt wird.
Dies zu verhindern versucht Coton Sport, das bereits mit dem Vorstoß bis ins Endspiel für eine echte Sensation sorgte und alles dran setzen wird, dem Favoritensterben eine weitere prominente Mannschaft hinzuzufügen und den wichtigsten Klubwettbewerb des Kontinents für sich zu entscheiden. Auf dem Spiel steht neben der Trophäe auch ein Preisgeld in Höhe von einer Million U.S.-Dollar und die lukrative Reise zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2008, die kommenden Monat in Japan ausgetragen wird.
Das Hinspiel in Kairo Anfang des Monats gewann Al Ahly durch zwei frühe Tore. Doch das Team ließ auch zahlreiche gute Möglichkeiten aus und hätte somit das Auswärtsspiel im Stade Omnisports Roumde Adjia, das in der grünen Oase von Garoua im Norden Kameruns liegt, auch entspannter angehen können.
Dabei hatte auch Coton Sport im Hinspiel durchaus seine Chancen. Der Klub war bemüht, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen, offenbarte allerdings große Lücken in der Defensive. Nun muss Coton Sport einen Rückstand von zwei Toren gegen die Ägypter aufholen, die dafür bekannt sind, im richtigen Moment auch mal ein Abwehrbollwerk zu errichten.
"Wir haben in Kairo zu viel Respekt vor Al Ahly gezeigt und waren bei Standards nicht auf der Höhe", so der Kapitän von Coton Sport, Ahmadou Ngomna, der für das Rückspiel gesperrt ist. "Ich bin aber davon überzeugt, dass wir vor heimischer Kulisse anders auftreten werden, da kein Druck mehr auf uns lastet."
Der Trainer Al Ahlys, Manuel José, ist indes davon überzeugt, dass seine Mannschaft die Begegnung in Kamerun ruhiger angehen kann. "Zu Hause haben wir die Fans im Rücken und stehen folglich immer unter einem gewaltigen Druck", so der Portugiese. "Ohne diesen Druck können wir auswärts ganz locker aufspielen. Ahly hat die besten Fussballer Afrikas in seinen Reihen. Es sollte also selbstverständlich sein, dass wir unabhängig vom Spielort immer gewinnen wollen."
José hat auf dem Weg ins Finale bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass seine Mannschaft auch in taktischer Hinsicht durchaus variabel ist. Das Team kann mit einem Drei-Mann-Sturm und offensiven Außenverteidigern agieren oder auch das Mittelfeld mit drei defensiven Akteuren vor der Viererkette dicht machen. Dies wird aller Voraussicht nach auch die Taktik sein, mit der José am kommenden Sonntag in das Rückspiel geht. Genauso spielte seine Mannschaft auch im Halbfinal-Hinspiel, als Al Ahly in Nigeria gegen Enyimba ein wichtiges Unentschieden holte und sich im Rückspiel dann durchsetzte.
Al Ahly hat darüber hinaus in den letzten zwei Wochen zahlreiche Schlüsselspieler im Ligabetrieb geschont, insbesondere den zweikampfstarken tunesischen Mittelfeldspieler Anis Boujelbene, dessen unermüdlicher Einsatz wahrscheinlich am Sonntag mit einem Platz in der Startaufstellung belohnt wird. Für viele Spieler Al Ahlys, wie Mohamed Aboutrika, Wael Gomaa, Ahmed Fathi und Kapitän Shady Mohamed bietet das Finale eine weitere Gelegenheit, die persönliche Erfolgsbilanz zu verbessern und dem Erfolg bei den letzten beiden Afrikanischen Nationen-Pokalen einen weiteren Titel in der CAF Champions League folgen zu lassen.
Ahmed Hassan, einer der größten Fussballer des Landes, kann nach den Siegen beim Afrikanischen Nationen-Pokal 1998, 2006 und 2008 sogar einen weiteren Triumph folgen lassen. Erst im Juni diesen Jahres unterschrieb er bei Al Ahly, nachdem er ein Jahrzehnt lang bei Besiktas Istanbul und dem RSC Anderlecht unter Vertrag gestanden hatte. Das Endspiel um den wichtigsten kontinentalen Titel ist indes auch für ihn eine Premiere.
