Ahmed Hassan verhielt einige Sekunden und genoss die großartige Atmosphäre, ehe er nach seiner Rückkehr in den ägyptischen Vereinsfussball erstmals wieder auf das Feld lief. Der 33-jährige Kapitän der ägyptischen Nationalmannschaft revanchierte sich sogleich für den herzlichen Empfang durch die heimischen Fans und erzielte den Siegtreffer für seinen neuen Klub Al Ahly, dem am Samstag somit ein optimaler Start in die Gruppenphase der CAF Champions League gelang.
In Harare gab es einen emotionalen Moment anderer Art, als Edward Sadomba mit seinem Doppelpack den Sieg für Dynamos aus Simbabwe besiegelte und nach seinen beiden Treffern, die er seiner zwei Tage zuvor verstorbenen Schwester widmete, in Tränen ausbrach. Vor dem Spiel hatte es Zweifel daran gegeben, ob er in der Lage wäre, beim Spiel der Gruppe A gegen ASEC Abidjan im Rufaro-Stadion in Harare sein Bestes zu geben, doch Sadomba wollte seiner Schwester zu Ehren unbedingt spielen.
Al Ahly und Dynamos mögen auf kontinentaler Ebene zwar eine völlig unterschiedliche Erfolgsbilanz aufweisen, doch nach dem ersten Spieltag stehen sie gemeinsam an der Spitze der Gruppe A. In der Gruppe B konnten Coton Sport aus Kamerun und Al Hilal aus Sudan ebenfalls Heimsiege feiern. Beide Mannschaften benötigten jedoch einen Treffer in der Schlussphase, um doch noch drei Punkte einzufahren.
Zuschauermassen bei ägyptischem Derby
Das Kairoer Derby zwischen Al Ahly und Zamalek verzeichnete die höchste Zuschauerzahl des vergangenen Wochenendes, und die ca. 50.000 Fans wurden keinesfalls enttäuscht. Hassan, der nach einer erfolgreichen Karriere im Ausland bei Beşiktaş Istanbul und RSC Anderlecht wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist, krönte sein Comeback mit einem präzisen Freistoß von der Strafraumgrenze, der Al Ahly in der 67. Minute den 2:1-Sieg bescherte. Nur vier Minuten zuvor hatte Gamal Hamza den Ausgleichstreffer erzielt, der Zamalek wieder zurück ins Spiel gebracht hatte.
Al Ahly war nach einem großartigen Zusammenspiel des angolanischen Duos Gilberto und Flavio in Führung gegangen: Gilberto nahm Mohamed Abdallah den Ball ab und spielte zur Mitte, wo Flavio den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte.
"Dafür, dass es das erste Spiel der Saison war, haben wir ganz gut gespielt. Es war für beide Mannschaften kein leichtes Spiel, aber wir können viel Positives mitnehmen", sagte Al Ahlys Trainer Manuel Jose, der sich dafür stark gemacht hatte, dass Hassan zu Al Ahly und nicht zu Zamalek wechselt, nachdem dieser während seiner letzten Saison in Belgien erklärt hatte, in seine Heimat zurückkehren zu wollen.
Dank des emotionalen Doppelpacks von Sadomba feierte Dynamos nach einer zehnjährigen Abwesenheit in der Gruppenphase der Champions League einen Einstand nach Maß. Die Sudanesen hatten für eine große Überraschung gesorgt, als sie in der letzten K.o.-Runde Titelverteidiger Étoile Sahel aus Tunesien eliminiert hatten. Sadomba erzielte bereits nach vier Minuten die Führung der Gastgeber und machte 15 Minuten vor dem Schlusspfiff den 2:1-Sieg von Dynamos perfekt.
Coton jubelt über ersten Sieg
Coton Sport aus Kamerun konnte zum ersten Mal in der Gruppenphase der Champions League über drei Punkte jubeln, nachdem der nigrische Nationalspieler Kamilou Daouda am Samstag in Garoua in der Nachspielzeit den Siegtreffer gegen TP Mazembe Englebert aus der DR Kongo erzielte. Nach diesem Erfolg steht Coton Sport nun punktgleich mit Al Hilal an der Spitze der Gruppe B. Die Sudanesen feierten bereits am Freitag in Khartoum einen 3:2-Sieg über Enyimba aus Nigeria.
Auch Al Hilal gelang der entscheidende Treffer erst in der Schlussphase. Zwei der drei Treffer wurden dabei ausgerechnet von nigerianischen Legionären erzielt. Zunächst erzielte Yusuf Mohamed ein herrliches Tor gegen seinen Ex-Klub - wofür er sich nach dem Spiel auch entschuldigte -, und in der 89. Minute führte Ifeanyi Oniugbo die Entscheidung zugunsten der Gastgeber herbei. Enyimba hätte aber durchaus mehr verdient gehabt, wie sogar Ricardo Heron, der brasilianische Trainer von Al Hilal, zugeben musste: "Eine tolle Mannschaft. Enyimba spielt wirklich großartigen Fussball", war er nach dem Spiel begeistert.
Als Stephen Worgu in der 86. Spielminute mit seinem zehnten Saisontreffer das 2:2 für die Nigerianer erzielte, war das Unentschieden bereits zum Greifen nahe. Eine dramatische Schlussphase, die es anschließend auch in den anderen Spielen dieses Wochenendes geben sollte, verhinderte jedoch einen Punktgewinn.
