Die 102-jährige Geschichte der Boca Juniors ist eng mit Leidenschaft, Kampfgeist und einem unermüdlichen Siegeswillen verbunden. Es verwundert also nicht, dass die meisten Idole der Fans dieses Klubs genau diese Eigenschaften besaßen. Gegenwärtig vereint diese Attribute kein Spieler so sehr wie in sich wie der Paraguayer Claudio Morel Rodríguez, der Mitte 2004 zu Boca wechselte und in gerade einmal drei Jahren zu einem der absoluten Lieblinge der Xeneize-Fans wurde.
Wenige Stunden vor dem Finale der Klub-Weltmeisterschaft Japan 2007 gegen den AC Mailand sprach der 29-Jährige in Yokohama mit FIFA.com über sein besonderes Verhältnis zu den Boca-Anhängern, die Art und Weise, wie man Kaká im großen Finale ausschalten muss, und schließlich seinen Wunsch, mit einem seiner gefürchteten Freistöße den Siegtreffer für sein Team zu erzielen.
"Es ist für uns alle etwas Einzigartiges. Nichts von dem, was wir bisher gewonnen haben, lässt sich mit einer Klub-Weltmeisterschaft vergleichen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ich hoffe, dass wir am Sonntag siegreich sind und die Trophäe mit nach Argentinien nehmen", erklärt er in Bezug auf das wichtigste Spiel seiner Karriere. Für ihn liegen die Gründe dafür auf der Hand: "Nun, es gibt doch nichts Größeres, als gegen eines der besten Teams der Welt mit all seinen Stars anzutreten. Wenn wir gewinnen, werden wir die beste Mannschaft der Welt sein. Das ist doch kaum zu übertreffen!"
Operation Kaká
Die Ausgangslage ist ganz klar. Viele Optionen Bocas im
großen Finale am Sonntag hängen von der Arbeit der
Defensivabteilung gegen Kaká ab, der bereits im ersten Spiel gegen
die Urawa Red Diamonds zeigte, wie wertvoll er ist. Und genau da
kommt Morel Rodríguez ins Spiel.
"Kaká ist wirklich gefährlich, wenn er Platz hat. Man muss ihm also immer auf den Füßen stehen und darf ihn erst gar nicht ins Spiel kommen lassen. Spieler wie er mögen so etwas nicht", erklärt der Paraguayer, der im Übrigen in der ersten Partie Milans in Japan etwas mehr von den Italienern erwartet hatte: "Ich hätte eigentlich gedacht, dass sie besser spielen würden. Ich hoffe, dass es am Sonntag ein offenes Spiel wird. Sie haben eine große Mannschaft, die nie die Ruhe verliert und den Ball halten kann. Aber auch wir sind in guter Form in diesem Turnier und stehen ja nicht umsonst im Finale."
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Morel Rodriguez - ein großer Bewunderer von Roberto Carlos und Oscar Ruggeri - nicht nur ein kampfstarker Abwehrspieler ist. Im Offensivbereich kann er mit seiner Schusskraft ebenfalls Spiele entscheiden, besonders bei seinen gefürchteten Freistößen. "Das ist mein größter Traum: die Klub-Weltmeisterschaft selbst durch einen Treffer zu entscheiden. Man muss jedoch realistisch bleiben. Wenn wir gewinnen, ist es mir egal, wer das Tor schießt."
Sicher ist, dass er mit einem entscheidenden Tor in die Liga der ganz großen Spieler des Vereins aufsteigen würde. Auch wenn er dies selbst nicht so sieht: "Die Leute mögen mich, aber ich bin kein Idol. Das ist ein sehr großes Wort. Ich glaube, die Leute schätzen an mir, dass ich auf dem Platz alles gebe und nie den Kopf hängen lasse, wenn es einmal nicht wie gewünscht läuft.". Das sind sicher wichtige Eigenschaften für die entscheidende Partie gegen den AC Mailand. Wenn alles gut läuft, wird Morels großer Traum wahr: "Ich möchte gewinnen und den Pokal meinen Söhnen Axel und Eliel und meiner Frau zeigen. Ich vermisse sie sehr, aber all diese Opfer sind nicht umsonst". Das hat im Übrigen auch schon die Geschichte der Boca Juniors gezeigt.
