Zahlreiche Medienvertreter waren am Donnerstag, 13. Dezember, ins International Stadium von Yokohama gekommen, um bei der offiziellen Präsentation des "intelligenten" Mikrochip-Balls und der Torlinientechnologie dabei zu sein. Auf der hierfür einberufenen Pressekonferenz, die unter der Leitung von Günter Pfau, Head of FIFA & UEFA Affairs bei adidas, und Christian Holzer, Generaldirektor der Cairos Technologies AG, stand, wurde die neue Chip-Technologie bis ins kleinste Detail vorgestellt, was die anwesenden Journalisten sichtlich in Erstaunen versetzte.

Schon im Eingangsbereich des Konferenzsaals zog ein in zwei Hälften geteilter Fussball die Blicke aller Anwesenden auf sich. An einer weiteren, transparenten Kugel waren die zwölf Befestigungspunkte im Inneren zu sehen, die den Chip stets exakt in der Mitte des Balles halten.

"Das Ziel dieser Technologie besteht einzig und allein darin, die Leistungen der Sportler zu fördern", so die einleitenden Worte von Günter Pfau. "Es ist immer leicht, die Schiedsrichter zu kritisieren. Sie in ihrer verantwortlichen Tätigkeit zu unterstützen, ist indes wesentlich schwieriger. Genau das wollen wir mit dieser Technologie erreichen. Dies entspricht auch den Anforderungen des International Football Association Board (IFAB). Denn diese Technologie erkennt zweifelsfrei, ob der Ball die Torlinie überschritten hat, sie garantiert eine hundertprozentige Genauigkeit und sie übertragt das Signal sofort und ausschließlich an den Schiedsrichter, dessen Assistenten und den Vierten Offiziellen. Seit dem ersten Test in Peru 2005 haben wir intensiv an der Verbesserung des Systems gearbeitet (Anmerk. d. Red.: der Mikrochip-Ball wurde erstmals bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 getestet). Heute können wir mit den Ergebnissen unserer Arbeit zufrieden sein."

Anders als bei der Prototyp-Variante, bei der ein Funksignal an mehrere Empfangsstationen rund um das Spielfeld gesendet wurde, ist das verbesserte und weitaus präzisere System mit deutlich weniger technischem Aufwand verbunden. "Um die beiden Tore herum werden jeweils extrem dünne Kabel (nur zwei Millimeter stark) in einer Tiefe von 15 Zentimeter im Erdboden verlegt. Dadurch entsteht ein Magnetfeld, das entsprechende Signale an den im Ball befindlichen Mikrochip sendet. Sobald der Ball die Torlinie überschritten hat, erscheint auf der Uhr der vier Offiziellen die Meldung 'TOR'", erläuterte Christian Holzer. Das System ist an einem einzigen Tag installiert und funktionsbereit.

Im Verlauf der zahlreichen Tests wurden alle denkbaren Szenarien und Situationen in Betracht gezogen. Der jetzt verwendete Mikrochip besteht aus robusteren Elementen und hält selbst extremen Belastungen stand. Da das vom Mikrochip gesendete Signal in verschlüsselter Form übertragen wird, kann es dabei zu keinen Interferenzen kommen. Kurzum, es handelt sich um eine moderne und ausgereifte Technologie, die seit Beginn der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2007 versuchsweise im Einsatz ist und bislang ohne den geringsten Mangel funktionierte.

"Bei unserer Anreise nach Japan haben wir jeder teilnehmenden Mannschaft 40 Bälle übergeben. Davon waren 25 absolut normale Bälle, während 15 von ihnen mit dem Mikrochip versehen waren. Letzterer war bei einigen aktiviert, bei anderen dagegen nicht. Die Spieler konnten keinerlei Unterschiede zwischen beiden Balltypen ausmachen!" Das Gewicht und die Sprungeigenschaften des "intelligenten" Balls sind identisch mit denen herkömmlicher Bälle, dies wurde durch die FIFA gründlich geprüft und bestätigt.

Heute stehen die neue Torlinientechnologie und der Mikrochip-Ball auch auf der Tagesordnung der Beratungen des IFAB. Die Ergebnisse der in Japan 2007 durchgeführten Tests werden dem IFAB dann mitgeteilt, der im März 2008 zu seiner nächsten Tagung zusammentreten wird.