Genug der vielen Worte. Das Team von Pachuca, einer der stärksten Vertreter des mexikanischen Fussballs in den letzten Jahren, ist mittlerweile in Japan eingetroffen und brennt auf das Debüt gegen Étoile aus Tunesien. Bei der Partie geht es um den Einzug ins Halbfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007.

Über die Leistungsfähigkeit der mexikanischen Mannschaft ist in den letzten Monaten viel spekuliert worden, vor allem nach dem Weggang des kolumbianischen Verteidigers Aquivaldo Mosquera, der zum FC Sevilla in die spanische Liga wechselte. Erst recht nach der jüngsten 2:4-Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen JEF United Chiba. Trainer Enrique Meza lässt all dies kurz vor dem Debüt nicht gelten: "Wir sind klar auf dem Weg nach oben, und auch wenn das kein gutes Ergebnis war, bin ich mit der Leistung in der ersten Halbzeit zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir besser werden. Die letzten Spiele in Mexiko sind bedeutungslos, sie gehören der Vergangenheit an. Vielleicht haben wir da nicht auf höchstem Niveau gespielt, aber man darf eben auch nicht vergessen, dass diese Spieler in 16 Monaten an die 90 Partien absolviert haben. Jetzt erholen wir uns, um dann wieder gute Leistungen zu zeigen."

Für Pachuca geht es gegen keinen Geringeren als den Gewinner der afrikanischen Champions League, der sich in Kairo gegen den ägyptischen Spitzenklub Al Ahly durchgesetzt hatte. Meza zeigt sich respektvoll: "Wir wissen, dass wir gegen den Afrika-Meister spielen, den wir sehr genau analysiert haben. Es ist eine schnelle, unberechenbare Mannschaft, die uns zweifellos Probleme bereiten wird. Wir sind jedoch auch nicht zu unterschätzen, und ich setze auf unsere Stärke, um die nächste Runde zu erreichen", schloss er.

Rückkehr des Spielführers
Mit 36 Jahren ist der Kolumbianer Miguel Calero der ruhende Pol in Pachucas Defensivverbund. Der reaktionsschnelle, sichere und auch spektakuläre Torhüter kehrt nach zweimonatiger Abwesenheit zurück und setzt darauf, seine gewohnte Stärke zu zeigen. "Meiner Schulter geht es schon viel besser (Anm. d. Red.: Calero hatte eine Venenthrombose erlitten), und ich hoffe, das am Sonntag auf dem Platz zeigen zu können. Wenn wir gewinnen, wäre es der erste Schritt hin zum wichtigsten Titel in unserer aller Laufbahn."

Calero weiß, dass am Wochenende nicht nur sein internationales Prestige, sondern auch das von Pachuca auf dem Spiel steht. Natürlich will man auch die mexikanischen Fans nicht enttäuschen, die zu Hause vor den Bildschirmen sitzen: "Wir haben zwar das letzte Freundschaftsspiel verloren, aber was zählt, ist, dass wir uns an das Klima, die Zeitumstellung und den Ball gewöhnt haben. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber uns selbst, aber auch gegenüber Pachuca und dem mexikanischen Fussball. Wir vertreten ein ganzes Land bei einem Turnier von Weltklasse. Wir hoffen, unsere Aufgabe so gut wie möglich zu erfüllen und weiter zu kommen als andere mexikanische Mannschaften in der Vergangenheit."

Trainer Enrique Meza ist sich der Bedeutung der Rückkehr seines Spielführers durchaus bewusst: "Miguel ist nicht nur ein großartiger Mensch, sondern auch ein toller Athlet, der es verstanden hat, sich den Respekt und die Zuneigung des ganzen Teams zu sichern. Dass er dabei ist, könnte für unser Weiterkommen im Turnier entscheidend sein." Bislang konnte noch keine mexikanische Mannschaft den Wettbewerb gewinnen. Pachuca, das den kontinentalen Titel in der CONCACAF holte, träumt davon, die begehrte Klub-WM-Trophäe am 16. Dezember mit nach Hause nehmen zu können.

Stehen diesen Träumen nicht die enttäuschenden Ergebnisse der letzten Monate entgegen? Calero hat da keine Bedenken: "Wir haben auf jeden Fall das Zeug dazu, aber wir müssen die Sache professionell und auch mit Bescheidenheit angeben. Wir haben gezeigt, wozu wir imstande sind, jetzt müssen wir auch beweisen, warum wir zu den besten sieben Mannschaften der Welt gehören."