Es ist jetzt sieben Jahre her, dass der zierlich gebaute Kolumbianer von Millonarios Bogotá nach Mexiko wechselte und im Estadio Hidalgo sein erstes Pflichtspiel für den damals eher mittelmäßigen Verein FC Pachuca bestritt. Und mit Sicherheit hatte der quirlige Mittelfeldspieler zu jenem Zeitpunkt kaum eine Vorstellung davon, dass gerade er seine neue Mannschaft Schritt für Schritt in die Erfolgsspur führen würde.

Inzwischen hat sich der einst bescheidene FC Pachuca zu einem der erfolgreichsten Klubs in Mexiko gemausert. Und Andrés Chitiva, vom dem hier die Rede ist, hat nicht nur die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt, sondern darüber hinaus wesentlich zur positiven Entwicklung seines Klubs beigetragen, dessen Spieler und Fans in Mexiko auch als Tuzos bekannt sind.

Jetzt reist Pachuca zum ersten Mal ins ferne Japan, um dort an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft und damit am bisher bedeutendsten Turnier in seiner Vereinsgeschichte teilzunehmen. Kurz vor der Abreise nach Fernost sprach der 28-jährige Mittelfeldakteur exklusiv mit FIFA.com über diese neue Herausforderung.

"Verdienter Lohn unserer Arbeit"
Die Teilnahme am WM-Turnier für Klub-Mannschaften "ist für uns nicht nur eine neue Herausforderung, sondern gleichzeitig der verdiente Lohn für all die Arbeit, die Pachuca in den letzten Jahren geleistet hat", so Andrés, der mit Pachuca vier Mal die mexikanische Meisterschaft und zwei Mal den CONCACAF Champions Cup sowie je ein Mal die Copa Sudamericana und den mexikanischen Supercup gewann.

Demnach verfügt Chitiva bereits über eine Menge Erfahrung nicht nur im nationalen Rahmen, sondern auch auf der internationalen Bühne, so dass er sich der Bedeutung der bevorstehenden FIFA Klub-WM voll bewusst ist. "Die mexikanische Liga hat für uns alle einen hohen Stellenwert, und auch der Südamerika-Pokal und die Siege im CONCACAF Champions Cup waren für unseren Klub eine wunderschöne Sache. Was jedoch die FIFA Klub-Weltmeisterschaft anbelangt, so steht dieses Turnier noch deutlich darüber, denn es ist meiner Meinung nach das wichtigste in der bisherigen Vereinsgeschichte", ist sich Chitiva sicher.

Wen sieht er nun als Anwärter auf die WM-Krone? Seine Antwort darauf ist eher vorsichtig: "Alle teilnehmenden Mannschaften spielen auf einem hohen Niveau. Wir hoffen, dass Pachuca in den Kampf um den Titel eingreifen kann. Das haben wir uns fest vorgenommen. Allerdings sind einige sehr starke Mannschaften dabei, die nur schwer zu schlagen sein werden. Andererseits wollen alle nur gewinnen, gar keine Frage. Am Ende wird jenes Team triumphieren, das die beste Form aufweist und sich sowohl individuell als auch als Ganzes von den anderen abheben kann."

Jeden Tag auf's Neue beweisen
Pachuca hat lediglich zwei Akteure in seinen Reihen, die der jetzigen Mannschaft länger angehören als Chitiva: Torwart Miguel Calero und Mittelfeldspieler Gabriel Caballero. Alle drei haben großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des Klubs von "Bella Airosa", so der klingende Beiname der Stadt Pachuca.

Vor zehn Jahren hatte Pachuca noch gegen den drohenden Abstieg zu kämpfen. Heute gibt es in Mexiko nur vier Klubs, die bislang mehr nationale Meistertitel gewannen als Pachuca. Einen kontinentalen Titel im Bereich der CONMEBOL kann sogar nur Pachuca vorweisen. Derzeit diskutiert ganz Mexiko bereits die Frage, ob Pachuca zu den ganz großen Klubs des Landes zur rechnen sei. Für Andrés besteht daran kein Zweifel.

"Wir müssen uns jeden Tag auf's Neue beweisen. Man kann ein Team nicht auf Dauer zu den Großen zählen, nur weil ein paar Titel geholt wurden. Vielmehr gilt es, das Erreichte stets auf's Neue zu bestätigen. Echte Größe ist erst dann gegeben, wenn man regelmäßig konstante Leistungen bietet, und im Fall von Pachuca, so glaube ich, ist uns das auch gelungen", so Chitiva, der anders als viele seiner Profikollegen meinen, derzeit keine unmittelbaren Pläne für einen Wechsel hegt. "Die Wahrheit ist, dass ich meine Zukunft nicht in einer anderen Mannschaft sehe. In Pachuca fühle ich mich wohl. Natürlich möchte ich meine Sache hier möglichst gut machen und immer noch besser werden. Ich bin hier sehr glücklich, so dass ich eigentlich nirgendwo hin möchte", so der sichtlich zufriedene Chitiva.

Auch wenn der Gedanke, bis zum Ende seiner Karriere den Tuzos die Treue zu halten, noch verfrüht scheint, gestand Chitiva, daran schon einmal gedacht zu haben. "Ich hoffe ja auch, dass es so kommen wird, denn ich würde schon gerne bis zum Ende meiner aktiven Laufbahn hier spielen. Darüber habe ich auch schon mit Jesús Martínez, unserem Klubpräsidenten, gesprochen. Er fand dies eine prima Idee, doch in den kommenden Jahren kann sehr viel passieren, so dass man diesbezüglich nichts Konkretes planen kann."