Am Freitag wurde auf einer Pressekonferenz in Tokio bestätigt, dass eine brandneue Torlinien-Technologie verbunden mit einem Mikrochip-Ball bei der bevorstehenden FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2007 versuchsweise getestet wird.

Die von adidas und Cairos Technologies AG gemeinsam entwickelte Technologie überträgt in Echtzeit ein Signal an die Uhr des Schiedsrichters und informiert ihn darüber, ob der Ball, in den ein Mikrochip integriert wurde, die Torlinie überschritten hat oder nicht. Das neue System, das getestet wird, basiert auf einer komplett neuen Technologie und ist weitaus präziser und robuster als das Radio-Signal, das 2005 bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft in Peru getestet wurde.

Dr. Viacheslav Koloskov, Vorsitzender des Organisationskomitees der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, bestätigte im Rahmen der Pressekonferenz im japanischen Fussballmuseum, dass die Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees vorangetrieben wird. Ebenfalls anwesend waren der Präsident und Vizepräsident des japanischen Fussballverbandes (JFA), Vertreter von adidas und Cairos sowie Spieler und Funktionäre des japanischen Meisters Urawa Red Diamonds. Der Verein aus Urawa wird als erste japanische Mannschaft an diesem prestigeträchtigen Turnier teilnehmen, nachdem vergangene Woche der Titelgewinn in der AFC Champions League gelang.

"Die Technologie erfüllt alle Anforderungen des International Football Association Board (IFAB)", so Günter Pfau, Head of FIFA & UEFA Affairs bei adidas. "Sie bestimmt zweifelsfrei, ob der Ball die Torlinie überschritten hat, sie garantiert eine 100-prozentige Genauigkeit und sie übertragt das Signal sofort und ausschließlich an den Schiedsrichter."

"Dieses verbesserte System kann weder von Spielern noch von den Witterungsbedingungen beeinflusst werden", fügte Christian Holzer von Cairos hinzu. "Es besteht aus robusteren Komponenten und erfüllt die präzisen Anforderungen des IFAB."

Eine umfangreiche technische Erklärung und Vorführung über die Funktionsweise der neuen Torlinien-Technologie wird den Medien unmittelbar vor der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2007 in einem der Austragungsorte dargeboten. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des IFAB im März 2008 in Schottland wird dann eine Analyse der Testergebnisse zwecks Rückblick und Zukunftsperspektiven präsentiert.

Debüt eines japanischen Vereins
Das zehntägige Turnier weist ein neues Format auf, das dem Meister der J.League erstmals die Teilnahme ermöglicht. Mit dem 3:1-Sieg Urawas gegen die iranische Mannschaft Sepahan im Finale der AFC Champions League qualifizierten sich die Reds jedoch als Asienmeister. Sepahan erhielt hingegen den ursprünglich für den japanischen Meister reservierten Platz in den Playoffs.

"Ich möchte den Urawa Red Diamonds herzlich zur Asienmeisterschaft gratulieren", so Koloskov. "Dank der Teilnahme eines Vereins aus dem Gastgeberland dürfen wir uns sicherlich auf ein sehr spannendes Turnier freuen."

Saburo Kawaguchi, Präsident des JFA und Mitglied des Organisationskomitees, brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass "Urawa der Vorherrschaft der europäischen und südamerikanischen Vereine in diesem Turnier ein Ende setzt".

Funktionäre und Spieler der Urawa Red Diamonds zeigten sich indes sichtlich erfreut über die bevorstehende Teilnahme ihres Klubs an diesem prestigeträchtigen Turnier. "Wir können noch gar nicht richtig fassen, dass wir jetzt Asiens Top-Klub sind, aber hier wird es mir zum ersten Mal richtig bewusst", sagte Vereinspräsident Mitsunori Fujiguchi. "Als ich das Turnier letztes Jahr als Zuschauer verfolgte, habe ich mir gewünscht, Urawa könnte auf einer solchen Bühne spielen."

"Als Japan erneut den Zuschlag für das Turnier erhielt, war es extrem wichtig für uns, als Asienmeister bei diesem Wettbewerb dabei zu sein", so Holger Osieck, der aus Deutschland stammende Trainer der Red Diamonds. "Ich war zwar bei den letzten beiden Auflagen des Turniers als technischer Direktor der FIFA dabei, aber dieses Mal werde ich von der Trainerbank aus Anweisungen geben."

Mannschaftskapitän Nobuhisa Yamada teilte die Begeisterung seines Trainers und verriet, dass die Spieler seit dem Sieg in der AFC Champions League mit den Gedanken nur noch bei Japan 2007 sind.