• Thalhammer führte Österreich bei der ersten EM-Teilnahme gleich ins Halbfinale
  • Seit 2011 leitet der gebürtige Wiener die Geschicke der ÖFB-Frauen
  • "Ich habe per SMS von der Nominierung erfahren"

Für Österreichs Nationaltrainer Dominik Thalhammer läuft es momentan einfach rund. Bei der UEFA Women’s EURO 2017 in den Niederlanden wusste seine Mannschaft zu überzeugen und schaffte den Sprung ins Halbfinale. Kein Wunder, dass seine gute Arbeit an der Seitenlinie nicht unbemerkt blieb und er nun zu den Kandidaten für die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttrainer - Frauen 2017 gehört.

"Ich habe per SMS von der Nominierung erfahren, als mir jemand gratuliert hat. Ich war sehr überrascht, weil ich nicht wirklich damit gerechnet habe, in diesem Kreis dabei sein zu dürfen", erklärt Thalhammer im Interview mit FIFA.com.

"Es ist einerseits eine große Ehre und Auszeichnung für mich persönlich, andererseits auch eine Wertschätzung der Arbeit im gesamten Verband im Frauen-Bereich. Es ist auch eine stellvertretende Auszeichnung für unser gesamtes Team. Ohne die Betreuer und Spielerinnen wäre es nie möglich gewesen wäre, gewisse Wege, Ziele und Visionen zu verfolgen."

Kurzprofil

  • Beim FC Admira Wacker Mödling leitete er die Akademie und wurde 2004 mit 33 Jahren zum bis heute jüngsten Trainer in Österreichs höchster Spielklasse befördert
  • Seit 2011 betreut er die Frauen-Nationalmannschaft Österreichs
  • Bis 2016 leitete Thalhammer auch die Geschicke des U-17-Frauen-Teams
  • Thalhammer fungiert darüber hinaus als Sportlicher Leiter der ÖFB-Trainerausbildung

Eine Arbeit, die Früchte trägt. In der aktuellen FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste ist Österreich nach dem Einzug ins EM-Halbfinale (20, plus 4) so gut klassiert wie nie zuvor. Auch der Start in die Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ war erfolgreich. Mit 4:0 wurde Serbien zum Auftakt in die Kabine geschickt.

"Vom Resultat her haben wir einen sehr guten Auftakt hingebracht. Die Mannschaft hat dahingehend Reife gezeigt, dass sie trotz einer nicht optimalen Spielleistung ganz klar gewonnen hat. Von daher sind wir mit dem Beginn zufrieden", analysiert der gebürtige Wiener die Leistung seiner Mannschaft.

"Unser Ziel ist, das zu wiederholen, was wir in Holland erlebt haben. Die Chancen sind klarerweise geringer, sich für eine WM zu qualifizieren. Aber wir waren bei der EURO ein 'Best Practice'-Beispiel dafür, was man mit Träumen, Zielen und Visionen gepaart mit Leidenschaft und Begeisterung erreichen kann. Möglicherweise können wir das wiederholen, das wäre dann eine noch größere Sensation."

Thalhammer über die aktuelle Generation:

  • "Besonders stark, aber auch extrem lernwillig"
  • "Spielerinnen sind bereit, immer wieder neue Wege zu gehen und neuen Ideen zu folgen"
  • "Sehr selbstkritisch und nie mit dem Erreichten zufrieden"
  • "Es herrscht nie Stillstand und eine Weiterentwicklung ist möglich"

Neben Visionen, Leidenschaft und Begeisterung gehört auch eine passende Trainings-Philosophie zu den Erfolgsrezepten des 46-Jährigen, der sich selbst als ehrgeizig, vielleicht auch visionär und mittlerweile schon gelassen beschreibt.

"Wir haben gewisse Prinzipien, die über allem stehen und die wir verfolgen wollen. Deshalb sind wir in der Lage, in den Systemen sehr flexibel zu agieren. Nicht die Grundordnung ist entscheidend, sondern die übergeordneten Prinzipien, die in jedem System umsetzbar sind", beschreibt er diese. "Es ist wichtig, dass sich eine Mannschaft wie Österreich durch eine gewisse taktische Flexibilität auszeichnet, um gewisse Vorteile anderer Mannschaften ausgleichen zu können."