• Mohd Faiz Subri gewann den FIFA-Puskás-Preis 2016
  • Der Treffer war ein Freistoß aus großer Entfernung mit enorm viel Effet
  • Brasiliens legendärer Freistoßspezialist Roberto Carlos war begeistert

Am 9. Januar dieses Jahres gab es in den TPC-Studios in Zürich einen letzten Aufruf, sich an der Abstimmung für den FIFA Puskás-Preis zu beteiligen. Auf dem Großbildschirm im Saal, der für die erstmalige Vergabe der The Best FIFA Football Awards™ festlich dekoriert war, wurden noch einmal die drei Tore in der Endauswahl gezeigt. Wahrscheinlich sahen einige der im Saal versammelten Fussballgrößen die beeindruckenden Treffer damals zum ersten Mal.

Eine dieser Fussballgrößen war Ex-Weltmeister Roberto Carlos, der selbst den einen oder anderen fantastischen Freistoßtreffer erzielt hat, bei dem ebenso wie bei dem Schuss von Mohd Faiz Subri die Gesetze der Physik scheinbar außer Kraft gesetzt wurden. Nach der Preisverleihung ging der legendäre Brasilianer zu dem Malaysier, um ihm persönlich zu dem Treffer und dem Gewinn des FIFA Puskás-Preises zu gratulieren. Schon daran wird deutlich, wie sehr dieses Tor das Leben des Stürmers von Penang verändert hat.

Subri strahlt noch heute über beide Ohren, wenn er sich an diesen Tag im verschneiten Zürich erinnert. "Roberto Carlos sagte zu mir, dass es ein fantastisches Tor war", erzählt er exklusiv im Gespräch mit FIFA.com.

 

Alhamdulillah tercapai jugak impian..bukan senang oiii ⚽ #fs13#idola#cristianoronaldo #puskas2016#zurich

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Genau wie der frühere brasilianische Linksverteidiger nutzte auch Subri die Gelegenheit, sich unter die zahlreich vorhandene Fussballprominenz zu mischen. Als Fan von Manchester United freute er sich besonders über sein Zusammentreffen mit Sir Alex Ferguson und mit seinem Idol, dem The Best – FIFA-Weltfussballer 2016, Cristiano Ronaldo, sowie mit Manuel Neuer und dem Mann, der ihm auch seine Trophäe überreichte, nämlich O Fenômeno Ronaldo.

Subris Dankesrede ist schon jetzt als unvergesslicher Moment in die Geschichte der FIFA-Preisverleihungen eingegangen. Der Spieler musste nach der Entgegennahme der Auszeichnung aus den Händen des legendären Brasilianers zunächst eine ganze Weile auf seinem Mobiltelefon suchen, bevor er mit seiner kurzen Ansprache beginnen konnte.

"Ein mit mir befreundeter Übersetzer hatte mir bei der Rede geholfen", erinnert sich Subri lachend. "Wir hatten schon zuvor eine kurze Ansprache vorbereitet. Leider habe ich den Ausdruck dann im Hotelzimmer vergessen. Als wir es bemerkten, schickte mir mein Freund eine Kopie der Rede per WhatsApp auf mein Mobiltelefon! Als ich dann tatsächlich als Sieger ausgerufen wurde, war ich schon ein bisschen nervös.

Ich las die Rede noch einmal und versuchte, mich an so viel wie möglich zu erinnern. Ich denke, am Ende hat es auf der Bühne ja doch noch ganz gut geklappt", so Subri mit einem gewinnenden Lächeln.

Der lange Weg, der ihn letztlich auf diese Bühne brachte, begann mit viel harter Arbeit auf dem Trainingsplatz. Hier verbrachte Subri nach jeder Trainingseinheit mit seinem Klub Penang noch mindestens 15 bis 20 Minuten, in denen er seine Schusstechnik immer weiter optimierte, bis er schließlich die unglaubliche Freistoßtechnik beherrschte, mit der er im Februar 2016 Torhüter Mohd Nasril Nourdin im Kasten von Pahang überwand. Danach wurde Subri in seinem Heimatland und auf der ganzen Welt zu einer Berühmtheit. Millionen Fussballfans stimmten für seinen Treffer und brachten ihm den FIFA Puskás-Preis ein. Natürlich hat dieses gesteigerte Interesse auch auf dem Spielfeld Auswirkungen.

"Die Gegner stellen jetzt mehr Spieler in die Mauer und die Torhüter kennen meine Fähigkeit sehr genau, den Ball mit so viel Effet zu schießen", so Subri.

Abstimmungsergebnis bei der Wahl des FIFA Puskás-Preises 2016:
59,46% - Mohd Faiz Subri
(Penang – Pahang, Malaysische Super League)
22,86% - Marlone (Corinthians – Cobresal, Copa Libertadores)
10,01% - Daniuska Rodriguez (Venezuela – Kolumbien, U-17-Sudamericano-Meisterschaft der Frauen)
7,68 % - Andere Tore

Die enorme Popularität Subris nach diesem Freistoßtreffer war ein echtes Phänomen. "Die Reaktion der Öffentlichkeit war einfach überwältigend", so Subri. "Meistens wird doch ein Tor aus den traditionellen Fussballnationen in Europa oder Südamerika nominiert. Eine Nominierung aus Malaysia, oder überhaupt einem asiatischen Land, ist sehr ungewöhlich. Hinzu kommt, dass die Menschen in Malaysia ihr Smartphone eigentlich immer in der Hand haben! Entsprechend haben sehr schnell sehr viele Malaysier für mich abgestimmt."

Dank seines unermüdlichen Trainingsfleißes hätte Subri sein Traumtor um ein Haar sogar noch einmal wiederholt. In der malaysischen Super-League-Partie gegen Melaka traf er mit einem ganz ähnlichen Freistoß nur die Latte, bevor ein Mitspieler den Abpraller einschoss. Für den diesjährigen FIFA Puskás-Preis sieht Subri mehrere potenzielle Favoriten.

"Ich denke, das Tor von Henrikh Mkhitaryan, der Scherenschlag [für Manchester United gegen Sunderland] hat gute Chancen", so Subri. "Es gab in dieser Woche noch ein zweites ganz ähnliches Tor von Olivier Giroud [für Arsenal gegen Crystal Palace]. Ich denke, dass beide gute Chancen bei der Wahl 2017 haben."

Ganz sicher wird Subri in einigen Tagen die Bekanntgabe der zehn Tore in der diesjährigen Endauswahl mit großem Interesse verfolgen. Und am Ende wird sicher ein fantastischer Treffer zum Nachfolger des unglaublichen Tores gewählt, mit dem der Malaysier sogar einen der besten Freistoßspezialisten der Welt beeindruckte.

Die bisherigen Gewinner des FIFA-Puskás-Preises:
2016: Mohd Faiz Subri
2015: Wendell Lira
2014: James Rodriguez
2013: Zlatan Ibrahimovic
2012: Miroslav Stoch
2011: Neymar
2010: Hamit Altintop
2009: Cristiano Ronaldo