• Liverpool und Dortmund wurden 2016 mit dem allerersten FIFA-Fanpreis ausgezeichnet
  • Gemeinsames Gedenken an Hillsborough-Opfer ausgezeichnet
  • Fanverantwortliche blicken positiv zurück

Letztes Jahr wurde erstmals der The Best FIFA-Fanpreis verliehen – er ging gemeinsam an die Anhänger von Liverpool FC und Borussia Dortmund, die im April 2016 vor dem UEFA-Europa-League-Spiel im Stadion an der Anfield Road minutenlang gemeinsam die inoffizielle Vereinshymne der Liverpooler "You’ll Never Walk Alone" sangen, um so am Vorabend des 27. Jahrestags der Hillsborough-Katastrophe gemeinsam an die Opfer zu erinnern.

Grund genug für FIFA.com, nun im Vorfeld der zweiten Verleihung dieses Preises, bei den Verantwortlichen der beiden Klubs nachzuhaken, wie sie diesen Preis wahrgenommen haben und welche Auswirkungen er in ihren Vereinen gehabt hat.

"Es war das erste Mal, dass die FIFA die wichtige Rolle der Fans im Fussball so anerkannt hat und es war eine große Ehre für LFC gemeinsam mit Borussia Dortmund, für den neuen FIFA-Fanpreis nominiert zu werden", sagt Susan Black, Kommunikationsdirektorin bei Liverpool. "Bei der Gala in Zürich stimmten beide Vereine zu, dass der Preis, sollten wir ihn gewinnen, den 96 Opfern gewidmet werden sollte, die in Hillsborough ihr Leben ließen. Es war ein bewegender Moment, als Dortmund und Liverpool als Preisträger bekanntgegeben wurden."

"Im Verein wurde das sehr positiv aufgenommen. Man hat sich über die Nominierung sehr gefreut. Diese Würdigung der 96 Todesopfer wurde als sehr angemessen empfunden", berichtet Torsten Schild, Vorsitzender der BVB-Fanabteilung, wie man die Nachricht bei dem Bundesligisten empfangen hat. "Es gab ja nicht nur den Gesang beim Spiel selbst, sondern zwei Tage voller Veranstaltungen zu dem Thema. Die Leute, die das so positiv mitgestaltet haben, haben sich dann auch sehr über diese Anerkennung gefreut. Ich finde es super, dass es eine Auszeichnung für Fans gibt."

Dass die Fussballfans bei The Best mit abstimmen können – und nicht nur beim Fanpreis – kommt ebenfalls gut an. "Es ist nur richtig, dass man die Stimme der Fans hört. Sie spielen in jedem Klub solch eine gewichtige Rolle und der Abstimmungsprozess für diese Auszeichnung war sehr klar, daher konnten sie sich leicht beteiligen", findet Black.

Dadurch, dass mit Jürgen Klopp der ehemalige BVB-Coach nun in Liverpool die Zügel in der Hand hält und die Tatsache, dass es anlässlich des Endspiels im Europapokal der Pokalsieger 1966, das Dortmund mit 2:1 gegen Liverpool für sich entschied, immer wieder Jubiläumsveranstaltungen mit Beteiligten beider Vereine gibt, war das Verhältnis zueinander ohnehin schon eng. 

"Seit dem Fanpreis ist die Verbindung zwischen Fans und den Offiziellen aber sogar noch enger geworden", berichtet Schild von einem erfreulichen Effekt. "Nach dem Anschlag auf den BVB-Bus [im vergangenen Frühling] etwa kamen sofort Mails, wie es uns geht." 

Black derweil hofft auf ein weiteres sportliches Treffen in der laufenden Saison: "Wir sind beide in der Champions League vertreten, da könnten wir ja gegeneinander spielen. Es wird zwischen uns und dem BVB immer ein besonderes Verhältnis geben."

Für Schild war der FIFA-Fanpreis "eine runde Sache", so berichtet er, dass er auch den zwei anderen Kandidaten in der Endauswahl den Preis gegönnt hätte. "Das, was die isländischen Fans das ganze Turnier über [bei der EURO 2016] gemacht haben, war richtig klasse und auch die Idee von Den Haag mit den Teddybären war eine ganz starke Aktion. Alle Nominierten waren in Zürich zwei Tage lang auch untereinander in Kontakt und haben sich super verstanden." Und genau darum geht es ja beim Fussball irgendwie auch – und insbesondere beim FIFA-Fanpreis.