• Unglaublicher Fallrückzieher des Torwarts in der Nachspielzeit
  • "Ich kann es immer noch nicht glauben"
  • Unterstützung durch FIFA Legends

Es gibt Geschichten, die gehören eigentlich nur in einen Fussball-Comic.

Eine typische Szene könnte gezeichnet so aussehen: Die eigene Mannschaft liegt mit 0:1 in Rückstand. Es läuft die sechste (!) Minute der Nachspielzeit, es gibt noch einmal Eckball. Der eigene Torwart läuft mit in den Strafraum. Ein Akt der Verzweiflung, der Schlussmann ist ein Farbtupfer in auffälligem Lila unter all den versammelten Feldspielern. Der Ball wird vom Torwart der führenden Mannschaft weggefaustet, springt 14 Meter vor dem Tor einmal auf, und der lila Farbtupfer setzt zum Fallrückzieher an, der über den faustenden Torwart und zwei Verteidiger hinweg den Weg ins Netz findet. Es folgt: Epischer Jubel, Endstand 1:1.

Eine Szene, wie sie in Roy of the Rovers oder Captain Tsubasa gehört und man, wenn man sie in den Comics sieht, unweigerlich schmunzeln muss und dabei denkt: "Cool, aber ein bisschen dick aufgetragen..."

Nur, dass es in diesem Falle wirklich passiert ist. Im Spiel der südafrikanischen Premiership gelang Baroka FCs Schlussmann Oscarine Masuluke am 30. November 2016 gegen die Orlando Pirates genau jenes Fallrückziehertor gegen sein Orlando-Pendant Thapelo Mabokgwane.

Hätte man bei FIFA 14 etwa das Halbfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zwischen zwei Schwergewichten simuliert und es wäre mit einem 7:1 gegen den im eigenen Land antretenden Rekordweltmeister geendet, man hätte die Programmierer für solch eine Verrücktheit ausgelacht. Ein paar Monate später lachte niemand mehr. Es ist am Ende dann doch so, dass der Fussball die besten Geschichten selber schreibt.

"Ich hab es einfach versucht. Nur Gott weiß, was er mir heute gegeben hat, um dieses Tor zu erzielen", sagte Masuluke direkt nach dem Spiel. Auch einen Tag später war er noch "schockiert" von dem, was sich gegen Orlando zugetragen hatte, "ich kann es immer noch nicht glauben".

Der mittlerweile 24-Jährige hat ein bisschen darüber gerätselt, wie er dazu kommt, solch ein unglaubliches Tor zu schießen und ist zumindest teilweise in seiner Vergangenheit fündig geworden: "Ich habe früher als Stürmer gespielt." Und dann öfter solche Tore geschossen? "Nein, das ist das bemerkenswerteste Tor meiner Karriere."

Nun freut er sich darüber, dass er für den FIFA Puskàs-Preis 2017 nominiert wurde und hat alle Südafrikaner dazu aufgefordert, für ihn abzustimmen, um so unter die Top Drei zu kommen, die am 23. Oktober bei der Awards Show in London dabei sind. "Auch wenn es toll ist, überhaupt in der Auswahl zu sein."

Starke Unterstützung gibt es für Masuluke von zwei FIFA Legends. "Meine Stimme geht an den Torhüter [Oscarine Masuluke], denn so etwas sieht man nur sehr selten. Tore durch Torhüter sind sehr selten, und Fallrückzieher in der letzten Minute sind es auch. Ich finde, das war einfach etwas ganz Besonderes", sagte Jay-Jay Okocha, während Roberto Di Matteo ergänzte: "Mir gefällt auch das Tor des Torhüters [Oscarine Masuluke] – und der Jubel danach war einzigartig!"

Vielleicht lässt sich Masuluke ja noch einen ganz besonderen Jubel einfallen, sollte er die Auszeichnung am Ende wirklich in den Händen halten.