• Die ersten Spielregeln für den Fussball wurden 1863 in London verfasst
  • Im gleichen Jahr fand in der englischen Hauptstadt das erste Spiel nach diesen neuen Regeln statt
  • Im Oktober werden in London die "The Best FIFA Football Awards" vergeben

Am Montag, 23. Oktober, heißt London anlässlich der Verleihung der The Best FIFA Football Awards™ die größten Stars aus der Welt des Fussballs willkommen. Die Stadt nimmt in der Geschichte des Fussballs eine ganz besondere Stellung ein und ist damit ein idealer Ort für die Preisverleihung. FIFA.com erinnert an die Schlüsselrolle der englischen Hauptstadt für die Entwicklung des schönsten aller Spiele.

Die Geburtsstunde des modernen Fussballs
Am Montag, 26. Oktober 1863, fand in der Londoner Freemasons' Tavern ein Treffen statt, das der Entwicklung des Fussballs für die kommenden Generationen seinen Stempel aufdrückte. Der Notar und Sportler Ebenezer Morley traf sich mit Vertretern von rund einem Dutzend Klubs aus London und den Vororten und unterbreitete seinen Vorschlag, dass Fussball künftig einheitlich nach standardisierten Regeln gespielt werden solle. Bei diesem Treffen wurde der englische Fussballverband FA (Football Association) gegründet und die ersten Spielregeln nahmen Form an.

Kaum zwei Monate später fand bereits das erste Spiel nach den neuen Regeln statt. Am 19. Dezember 1863 spielte der Klub Barnes, zu dessen Team auch Morley gehörte, im Limes Field im Londoner Vorort Mortlake ein torloses Unentschieden gegen Richmond aus.

Ein knappes Jahrzehnt später war London Schauplatz eines weiteren historischen Spiels: Im ersten Finale um den FA Cup siegten die Wanderers am 16. März 1872 mit 1:0 gegen die Royal Engineers. Das Spiel wurde vor rund 2.000 Zuschauern im Kennington Oval ausgetragen, einem heute noch genutzten Cricket-Spielfeld im Süden Londons.

Die Fussballregeln blieben bis in die späten 1870er Jahre hinein umstritten. Widerstand leisteten insbesondere die Klubs aus Sheffield (FC Sheffield und FC Hallam), die ein eigenes Regelwerk entwickelt hatten. Erst die Gründung des International Football Association Board (IFAB) im Jahre 1886 beendete diesen Zwist endgültig.

Überarbeitung und Modernisierung der Regeln
1938 führte Stanley Rous, damals in London als Sekretär des FA tätig, eine umfassende Überarbeitung der Spielregeln durch. Rous, der 1961 FIFA-Präsident wurde, erfüllte diese Aufgabe so gut, dass erst 1997 eine weitere umfassende Überarbeitung der Regeln erforderlich wurde.

Auch heute noch spielt London eine zentrale Rolle in Bezug auf die Aktualisierung und Anpassung der Fussballregeln an die modernen Zeiten. So fand vor einigen Monaten im dortigen Wembley-Stadion die 131. Generalversammlung des IFAB statt. Dabei wurde unter anderem erneut über den Einsatz von Video-Schiedsrichterassistenten (VSA) und die Möglichkeit einer vierten Einwechslung in der Verlängerung diskutiert.

Das moderne Fussballspiel und sein Regelwerk sind somit seit 1863 fest in London verwurzelt.

Die Anfänge der Fussballregeln

1863: Abseits wurde in die Regeln aufgenommen. Allerdings lautete die Regel damals, dass sich jeder Angreifer vor dem Ball effektiv im Abseits befand.

1869: Der Torabstoß wurde eingeführt.

1872: Eckstöße wurden in den Regeln verankert.

1878: In diesem Jahr nutzte erstmals ein Schiedsrichter eine Pfeife.

1891: Strafstöße (damals auch martialisch 'Todesschüsse' genannt) wurden eingeführt. Bis dahin galt es als selbstverständlich, dass ein wahrer Gentleman niemals vorsätzlich ein Foulspiel begehen würde.