• Sie sicherte sich durch ein Golden Goal einen Platz in den Geschichtsbüchern
  • In Künzers Augen zeichnen mehrere Eigenschaften The Best – FIFA-Weltfussballerin aus
  • Carli Lloyd: Herausragende Spielerin der letzten beiden Jahre

Wenn ihr Name fällt, dann kommt einem unweigerlich das Finale der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft 2003 in den Sinn. Mit ihrem "Golden Goal" in der Verlängerung des Endspiels gegen Schweden machte sie den ersten WM-Titel für Deutschland perfekt.

"Mein Tor von 2003 schaue ich privat persönlich eigentlich nie an", erklärt Künzer im Interview mit FIFA.com. "Ich habe natürlich Veranstaltungen, auf denen es wiederholt wird. Es ist immer noch ein schöner Moment, es zu sehen. Man merkt, dass es eine gute Zeit war. Die wir als Mannschaft dort erlebt haben, persönlich auch. Es war ein schöner Moment in meinem Leben."

Ein Moment, der Einzug in die Geschichtsbücher gehalten hat. Ihr Treffer gegen Schweden war das letzte "Golden Goal" überhaupt und damit gleichzeitig ein historisches.

Hätten Sie es gewusst?

  • Die "Golden Goal"-Regel hatte zehn Jahre Bestand. Sie wurde erstmals bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1993 in Australien durch die FIFA in Anwendung gebracht.
  • Zu den bekanntesten Protagonisten gehören unter anderem Oliver Bierhoff, Zinédine Zidane und David Trezeguet.

Viele Spiele im Dress der DFB-Damen absolvierte Künzer nach dem packenden Finale nicht mehr. 2006 erklärte sie ihren endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und nach der Saison 2007/08 beendete die heute 37-Jährige auch ihre Vereinskarriere. Als TV-Expertin ist sie aber dem Sport treu geblieben. Eine Funktion, die sie auch während der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ bekleiden wird.

"Frankreich als nächster Gastgeber freut sich, denke ich, wahnsinnig, dieses Turnier auch mal ausrichten zu können - und zwar für die Frauen. Sie haben in den letzten Jahren gerade auf Klubebene sehr viel bewegt. Lyon, Paris vornweg genannt. Die französische Nationalmannschaft spielt seit einigen Jahren einen technisch wunderbaren Fussball. Was ihnen noch fehlt ist ein großer Titel. Alle Franzosen können sicherlich mithelfen, dass die Goldene Generation, die es bei den Männern auch schon gab, in zwei Jahren Weltmeister wird", erklärt Künzer.

Bis es soweit ist stehen neben Spielen in der WM-Qualifikation, zahlreiche Vereins-Wettbewerbe und die Wahl zur diesjährigen The Best – FIFA-Weltfussballerin auf dem Programm. Doch welche Eigenschaften benötigt eine Spielerin um diese Auszeichnung zu erhalten? In den Augen von Künzer sind es folgende:

  • Eine sportliche Perspektive haben und in einer erfolgreichen Mannschaft spielen
  • Sich als Führungsspielerin präsentieren
  • In schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen

"Das alles kombiniert berechtigt dazu, die beste Spielerin der Welt zu sein. Das war im letzten Jahr Carli Lloyd und das zu recht", fasst die in Botswana geborene ehemalige Nationalspielerin abschließend zusammen.

Wer in die Fußstapfen der U.S.-Amerikanerin Lloyd treten könnte, darüber hat sich Künzer ebenfalls Gedanken gemacht. "Carli Lloyd ist schon im Moment sehr dominierend und die herausragende Spielerin der letzten beiden Jahre. Ich denke aber auch, dass andere Spielerinnen, gerade im Hinblick auf die WM in Frankreich, die Chance haben werden, sie abzulösen. Dzsenifer Marozsan ist aus deutscher Hinsicht eine, die überragende Qualitäten hat. Sie ist seit einiger Zeit Kapitänin der der deutschen Nationalmannschaft, übernimmt Verantwortung und zeigt eine herausragende Leistung in Lyon. Es gibt einige tolle Spielerinnen. Das ist etwas, was der Frauenfussball braucht. Er braucht Gesichter, das bringt ihn voran."