• Okocha glaubt, dass Neymar eines Tages Messi und Cristiano nachfolgen wird
  • "Er spielt mit Freude, aber nicht für die Galerie", analysiert er
  • Gegenwärtig sieht er keinen Afrikaner, der eine Chance auf das Podium hätte

Der Nigerianer Jay Jay Okocha zählt wohl zu den größten Spielern, die der afrikanische Kontinent je hervorgebracht hat. Der großartige Dribbler war eine der Säulen der goldenen Generation der Super Eagles, die beim Olympischen Fussballturnier der Männer 2004 in Athen die Goldmedaille holte. Darüber hinaus nahm er an den drei FIFA-WM-Endrunden 1994, 1998 und 2002 teil.

Sein Wort hat Gewicht, wenn es darum geht, die gegenwärtig besten Spieler zu analysieren und so unterhielt sich FIFA.com mit Okocha über die bevorstehende Verleihung der The Best FIFA Football Awards, die Anforderungen, die an die besten Spieler gestellt werden, und welches seine Favoriten auf den Gewinn der Trophäe am 23. Oktober in London sind.

Jay Jay, Sie stehen für eine Spielergeneration, die gleichzeitig auf dem Feld glänzte und dort großen Spaß hatte. Reicht das heutzutage aus, um zum FIFA-Weltfussballer gekrönt zu werden?
Wer zu den absolut Besten gehören möchte, der benötigt mehr. Man muss überaus fokussiert sein, hart arbeiten und konstant herausragende Leistungen zeigen, denn allein ein Naturtalent zu sein, reicht auf diesem Niveau nicht mehr aus. Wenn man das verstanden hat und Talent besitzt, dann hat man gute Chancen.

Gibt es gegenwärtig einen Spieler, der Okocha ähnelt?
Wer mir in seiner Spielweise am meisten ähnelt, ist Neymar. Ich hatte Spaß beim Spielen und bei ihm merkt man das auch, er genießt seine Art, Fussball zu spielen. Und er tut dies nicht für sich, er spielt für das Team und nicht nur für die Galerie. Er setzt sein Talent und seine Fähigkeiten zum Wohle der Mannschaft ein.

Okochas Bilanz bei FIFA-Turnieren
Spiele: 38 – Tore: 6
FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™: 3 Teilnahmen (USA 1994, Frankreich 1998, Korea/Japan 2002)
FIFA Konföderationen-Pokal: 1 Teilnahme (Saudiarabien 1995)
Olympische Fussball-Turniere: 1 Teilnahme (Atlanta 1996, Goldmedaille)

Wird er eines Tages der Nachfolger von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi werden?
Ja, das halte ich durchaus für möglich. Messi und Cristiano dominieren die Welt des Fussballs nun schon sehr lange. Es ist im Fussball nun einmal so, dass jemand kommen wird und ihre Nachfolge antritt. Ich glaube, dass Neymar gute Chancen hat, diesen Platz einzunehmen.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich Cristiano und Messi den Ruhm geteilt. Welchen dieser beiden herausragenden Spieler bevorzugen Sie?
Ich muss jetzt diplomatisch sein, aber auch wenn ich viele portugiesische Freunde habe, so würde ich doch Messi vorziehen. Er ist ein noch größeres Naturtalent als Cristiano. Ronaldo ist ein fantastischer Spieler, einer der Besten, die ich jemals gesehen habe, aber in dieser Generation hat er kein Glück gehabt, denn es gibt auch einen Messi und die beiden müssen sich den Ruhm teilen.

Zum Abschluss möchten wir wissen, ob Sie uns einen afrikanischen Spieler nennen können, der in die Phalanx der drei weltbesten Spieler einbrechen könnte?
Es fällt mir gegenwärtig schwer, einen Spieler zu nennen. Wenn es um das allerhöchste internationale Niveau geht, dann sind wir da gegenwärtig nicht dabei. Wir müssen auch etwas an der Einstellung ändern und dann werden wir durchaus in der Lage sein, einen Spieler hervorzubringen, der mit den Besten mithalten kann.