• Roma-Legende Francesco Totti sprach mit FIFA.com
  • Er erläutert, warum er auf Cristiano Ronaldo tippt
  • Auch bei den Trainern und Torhütern hat Totti seine Favoriten

Für die gelb-rote Hälfte der Stadt Rom steht unumstößlich fest, wer der Beste ist. Schließlich war es fast 25 Jahre lang so. Francesco Totti war ein Vertreter einer offenbar zum Aussterben verdammten Spezies – ein Weltklassemann, der seinem Klub während seiner gesamten Karriere treu blieb. In diesem Vierteljahrhundert in den Reihen von AS Rom hat er so ziemlich alles über Fussball auf höchstem Niveau gelernt, bevor er im Mai seine Stiefel an den Nagel hängte.

Totti gewann mit AS Rom den Scudetto und mit der italienischen Nationalmannschaft deren vierten Weltmeistertitel. Während seiner Karriere trat er gegen alle drei aktuellen Weltfussballer-Kandidaten an: Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar.

Der Mann, den sie respektvoll als 'achten König Roms' bezeichnen, bestätigt allen drei Kandidaten geradezu außerirdische Fähigkeiten. "Zuerst einmal wollen wir festhalten, dass wir hier über drei Stars aus einer anderen Welt sprechen", so Totti gegenüber FIFA.com.

"Ich kann sagen, dass wir uns stets respektiert haben, auf dem Feld genau wie abseits davon. Allerdings denke ich, dass Ronaldo noch ein bisschen vor den anderen liegt. Er hat einfach eine überwältigende Saison gespielt und all seine Ziele erreicht."

Nachdem er seine Stiefel an den Nagel gehängt hatte, äußerte Totti, dass er sich auch einen Job als Trainer vorstellen könne. Doch zunächst ist er als Sportdirektor für AS Rom tätig. Als Italiener ist er besonders stolz darauf, dass mit Massimiliano Allegri und Antonio Conte gleich zwei seiner Landsleute Kandidaten auf den Titel des FIFA-Welttrainers sind.

Trainer der Extraklasse
Er sieht diese Tatsache als Bestätigung für die Scuola Allenatori des Landes, zu deren Absolventen auch Vorjahressieger Claudio Ranieri zählt. "Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die italienische Trainerschule immer noch erstklassig ist."

Totti trat während seiner Karriere gegen alle drei jetzigen Kandidaten an und lässt sich in seinem fundierten Urteil nicht durch sein italienisches Erbe beeinflussen. "Trotz der außergewöhnlichen Arbeit von Conte und Allegri denke ich, dass Zidane aus den gleichen Gründen wie Cristiano Ronaldo der Favorit ist: Er hat in der letzten Saison einfach alles gewonnen."

Totti hat ein Vierteljahrhundert lang unzählige Torhüter vor massive Probleme gestellt. Schließlich ist er mit 250 Toren der mit Abstand erfolgreichste Torjäger der Serie A seit über 60 Jahren. Somit ist er nicht unbedingt ein natürlicher Verbündeter der Akteure zwischen den Pfosten. Er freut sich jedoch, dass auch sie nun mit der neuen Auszeichnung The Best – FIFA-Welttorhüter die verdiente Anerkennung finden.

"Torhüter haben einen enormen Einfluss auf das Spiel, bekommen aber meist nicht die Anerkennung, die sie verdient hätten. Ihr Einfluss auf das Endergebnis und das Abschneiden ihrer Teams ist entscheidend", erklärt er.

In dieser Kategorie tippt er tatsächlich auf einen Landsmann: "Ich denke, dass Gianluigi Buffon eine sehr gute Chance hat", sagt er über den Mann, gegen den er nur zwei von vier Elfmetern verwandeln konnte, obgleich seine Gesamt-Erfolgsquote vom ominösen Punkt bei beeindruckenden 83 Prozent liegt.

"Er war individuell der Beste und erreichte mit seinem Team das Champions-League-Finale, ebenso wie Keylor Navas. Ich denke, dass die Entscheidung zwischen diesen beiden Torhütern fallen wird."

Ob Totti mit seinen Vermutungen richtig liegt, erfahren wir am 23. Oktober, wenn im Palladium Theatre in London die Verleihung der The Best FIFA Football Awards™ stattfindet.