• Beste Spielerin bei der Euro 2017 und für die The Best-Auszeichnung nominiert
  • Im Juli wechselte sie vom FC Rosengård zum FC Barcelona 
  • The Best-Auszeichnungen werden am 23. Oktober in London verliehen

Früher suchte sie sich Videos von Ronaldinhos spektakulärsten Aktionen heraus und versuchte, die "unglaublichen Dribblings" ihres Idols zu imitieren. Jetzt schauen sich Mädchen im selben Alter Videos von ihr an und versuchen, ihre Aktionen zu imitieren.

Die Niederländerin Lieke Martens, die mit ihrer Nationalmannschaft 2017 den Europameistertitel geholt hat, steht gemeinsam mit Carli Lloyd und Deyna Castellanos in der Endauswahl für die Auszeichnung The Best – FIFA-Weltfussballerin 2017.

"Es ist eine Ehre, gemeinsam mit diesen beiden unglaublichen Spielerinnen nominiert zu sein. Es wird nicht einfach werden, die Auszeichnung zu gewinnen, aber ich freue mich schon unglaublich, überhaupt dabei zu sein. Dieses Mal muss ich mich gut vorbereiten, falls es am Ende doch klappt!", meint sie lachend mit Blick auf die Tatsache, dass sie vor einigen Wochen sprachlos dastand, als sie zu Europas Fussballerin des Jahres gekürt wurde.

Wer war "The Best" für Ihre Profikarriere?
"Ohne Zweifel meine Eltern. Beide haben in meiner Karriere eine sehr wichtige Rolle gespielt. Ohne sie wäre ich nie so weit gekommen. Sie sind Tausende von Kilometern gefahren, um mich zu all meinen Spielen zu bringen. Sie haben wirklich alles dafür getan, dass ich spielen konnte und sind mir überall hin gefolgt. Sie haben sehr viele Opfer gebracht. Es macht mich glücklich, dass ich diese emotionalen Augenblicke mit ihnen teilen kann und hoffe, dass sie das Ganze in vollen Zügen genießen."

"Mein Leben hat sich in diesem Sommer nach der Euro radikal geändert. Der erste Titelgewinn für das Oranje-Frauenteam hat alle anderen Erfolge in den Schatten gestellt und mich für sämtliche Opfer entschädigt. Das war der wichtigste Augenblick in meinem Leben. Ich habe mich in der Nationalmannschaft sehr wohl gefühlt. Wir haben ein beeindruckendes Turnier gespielt, und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in dieser Mannschaft eine so wichtige Rolle spielen durfte. Es war ein unvergessliches Gefühl, in diesem Finale zu spielen und ein Tor zu schießen."

Das Vermächtnis der EURO
"Ich bin überzeugt, dass sich für den Frauenfussball in meinem Land für immer etwas verändert hat. Vor dem Turnier waren die Erwartungen hoch, aber im Turnierverlauf hat sich alles noch einmal enorm gesteigert. Viele Leute haben uns unterstützt, und zwar nicht nur in den Stadien sondern auch von zu Hause aus und in allen Ecken und Enden des Landes. Die Zuschauerzahl beim Finale war einfach unglaublich und auch das Medieninteresse. Ich glaube, wir haben es geschafft, viele Menschen für den Frauenfussball zu begeistern. Wir können stolz auf uns sein."

Lieke Martens im Kurzprofil

  • Geburtsdatum:16. Dezember 1992
  • Geburtsort: Nieuw-Bergen (Niederlande)
  • Position: Mittelfeld (Rechtsfuß)
  • Klubs: SC Heerenveen und VVV Venlo (Niederlande), Standard Lüttich (Belgien), FCR 2001 Duisburg (Deutschland), Kopparbergs/Göteborg FC und FC Rosengård (Schweden) und FC Barcelona (Spanien)

Im Juli dieses Jahres wechselte Martens zum FC Barcelona. Dort hat sie neben ihren sportlichen Verpflichtungen noch Spanisch-Unterricht und absolviert am Johann Cruyff Institute ein Masterstudium im Studiengang Sport-Management. Nach einem unvergesslichen Jahr hat die Mittelfeldspielerin sich bereits neue Ziele gesteckt, denn "eine Fussballerin will immer mehr und ist nie zufrieden".

"Ich habe schon immer davon geträumt, einmal die Champions League zu gewinnen, an einer WM teilzunehmen und bei den Olympischen Spielen dabei zu sein." Die 24-Jährige weiß, dass sie noch Spielraum für Verbesserungen hat und scheut sich nicht vor Selbstkritik: "Im letzten Drittel kann ich mich noch verbessern, mehr Tore erzielen, eine bessere Vorlagengeberin werden…"

Und warum hätte die niederländische Nationaltrainerin Sarina Wiegman – ebenfalls in der Endauswahl – die The Best-Auszeichnung verdient?
"Sie ist schon lange hier tätig. Sie kennt die Spielerinnen sehr gut, und das ist entscheidend. Sie gibt dem Team sehr viel Selbstvertrauen. Sie bereitet uns gut vor, und zwar Spiel für Spiel, sodass wir unsere Energien effizient bündeln. Sie ist ruhig und gelassen, eine hervorragende Führungspersönlichkeit. Sie weiß, wozu wir in der Lage sind, und gibt uns die nötige Ruhe. Sie bringt alles ins Gleichgewicht. Sie ist zweifellos der Grundpfeiler unseres Erfolgs."