Cristiano Ronaldo hat die erste Ausgabe der Auszeichnung The Best – FIFA-Weltfussballer gewonnen. An einem kalten, verschneiten Abend in Zürich, der Stadt am gleichnamigen See, betrat der torgefährliche Portugiese die Bühne, um die höchste individuelle Auszeichnung des Weltfussballs entgegenzunehmen. Dabei setzte er sich gegen die anderen beiden Kandidaten Lionel Messi (Argentinien) und Antoine Griezmann (Frankreich) durch.

FIFA.com sprach hinter den Kulissen in einem Exklusiv-Interview mit Ronaldo über seine Eindrücke vom letzten Fussballjahr sowie über den in Kürze anstehenden FIFA Konföderationen-Pokal, bei dem Portugal unter der Führung des Teamkapitäns 2017 zum ersten Mal vertreten sein wird.

FIFA.com: Cristiano, herzlichen Glückwunsch. Obwohl fantastische Jahre für Sie fast schon Gewohnheit sind, war 2016 etwas ganz Besonderes, oder?
Cristiano Ronaldo:
Ich habe schon mehrmals gesagt, dass 2016 wahrscheinlich das beste Jahr meiner gesamten Karriere war. Der Titelgewinn mit der Seleção [bei der UEFA EURO 2016] hat natürlich viel dazu beigetragen, denn schließlich hat Portugal diesen Titel zum ersten Mal überhaupt gewonnen. Das macht das Jahr zu etwas ganz Besonderem. Doch auch Real Madrid war erfolgreich. Mit dem Gewinn der Champions League und der Klub-Weltmeisterschaft haben wir das Jahr optimal beendet. Daher war es ein spektakuläres Jahr, ein wirklich besonderes Jahr. Ich habe keinen Zweifel daran, dass es mein bestes Jahr überhaupt war, seit ich mit dem Fussballspielen begonnen habe.

Sie haben auf mannschaftlicher und individueller Ebene schon viele Titel gewonnen. Wird Ihnen langsam bewusst, dass Sie bereits jetzt zu den Großen der Fussballgeschichte gehören?
Ich zweifle nicht daran, dass ich bereits in die Fussballgeschichte eingegangen bin. Das war man größtes Ziel, seit ich mit dem Fussballspielen begonnen habe. Ich wollte nicht einfach nur ein Spieler sein, sondern ein Star, und ich wollte versuchen, immer der Beste zu sein. Das habe ich geschafft. Die Trophäen sprechen für sich, sowohl die kollektiven, als auch die individuellen – und die Rekorde. Das ist ein Grund, stolz zu sein, und es motiviert mich dazu, genauso weiterzuarbeiten wie bisher.

Sie haben schon viel gewonnen, aber jetzt kommen wir auf eine ganz neue Trophäe zu sprechen: den ersten "The Best FIFA Football Award".
Ja, stimmt! Es ist das erste Mal. Eine schöne, schwere Trophäe. Die FIFA verleiht diese Auszeichnung zum ersten Mal, und die Tatsache, dass es die erste ist, macht sie in meinen Augen zu etwas ganz Besonderem. Das ist für mich ein enormes Privileg.

Wie schaffen Sie es, Ihre Leistung Jahr für Jahr aufrechtzuerhalten? Was ist das Geheimnis?
Es gibt kein Geheimnis. Dahinter verbirgt sich harte und anstrengende Arbeit. Ich spiele in einer Mannschaft, die mir die Möglichkeit gibt, um diese Trophäen zu kämpfen. Das gilt auch für die Seleção. Ich finde, die EURO war sensationell. Ich sage es noch einmal, es war einfach ein Traumjahr. Im Hinblick auf die kollektive Leistung, die individuelle Leistung, die Leistung meines Klubs und die Leistung der Nationalmannschaft.

Sie haben im Finale der UEFA Champions League den entscheidenden Elfmeter verwandelt und im Finale der Klub-Weltmeisterschaft drei Treffer erzielt. Bei der EURO war es allerdings anders, da Sie schon sehr früh ausgewechselt werden mussten. Was war das für eine Erfahrung?
Es war kompliziert. Ich habe das Spiel begonnen, aber ich habe es nicht zu Ende gebracht. Ich war sehr nervös. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich erst in der Kabine war. Dann bin ich wieder herausgekommen. Ich glaube, mein Verhalten sagt schon alles. Ich muss gar nichts mehr dazu sagen. Die Bilder lügen nicht. Die Leute konnten sehen, wie nervös ich war. Aber ich finde, es war ein glorreicher Tag für Portugal.

Dabei sahen Sie ganz entspannt aus...
Ich sah vielleicht so aus, aber ich war es nicht! [lacht]

Sie schienen sich an der Seite von Fernando Santos recht wohl zu fühlen. Bedeutet dies, dass wir Cristiano Ronaldo in Zukunft als Trainer sehen werden?
Sehr schwierige Frage…man soll niemals nie sagen. Ich weiß nicht, was in Zukunft passieren wird, aber im Augenblick sehe ich mich nicht als Trainer.

Wenn Sie einen Moment des Jahres 2016 herauspicken müssten, welcher wäre das? Und warum?
Der Sieg bei der EURO. Ich glaube, das war der Höhepunkt meiner Karriere. Damit möchte ich die anderen Trophäen keinesfalls herabwürdigen – die Champions League und die Klub-Weltmeisterschaft. Aber das war der erste Titel in der Geschichte Portugals.

Welche Hauptziele hat sich CR7 für 2017 gesteckt?
Es sind die gleichen Ziele. Eine neue Etappe. Neue Herausforderungen. Trophäen zu gewinnen und Tore zu erzielen. Am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus. Ich möchte so viel wie möglich gewinnen, mit einer guten Mannschaftsleistung und, wenn möglich, auch auf individueller Ebene.

Dieses Jahr steht der FIFA Konföderationen-Pokal auf dem Programm. Was bedeutet das für Portugal und für Cristiano Ronaldo?
Portugal spielt zum ersten Mal um den Konföderationen-Pokal. Das wird sicher schön werden. Es wird in unsere Geschichtsbücher eingehen. Der Turniersieg wäre natürlich ein Traum. Wir wissen, dass das schwer werden wird. Dort werden sehr gute Mannschaften antreten. Doch im Fussball ist alles möglich.