Martas Konstanz lässt sich auch daran ablesen, dass sie in den vergangenen 13 Jahren zwölf Mal in der Endauswahl für die Auszeichnung als beste Spielerin der Welt stand. Die temperamentvolle, technisch beschlagene Stürmerin gewann die persönliche Auszeichnung ab 2006 bemerkenswerte fünf Mal in Folge. Allein vier Mal war sie zudem bei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften und Olympischen Fussballturnieren im Einsatz.

Marta gehörte zu den acht Trägern der Olympiafahne bei der Eröffnungsfeier der Spiele in Rio 2016 und sie war Spielführerin der brasilianischen Auswahl, die beim Turnier im Sommer den vierten Platz belegte. Zudem gehörte sie dem Gremium aus Fussballexperten an, das die diesjährigen Nominierten für den FIFA-Puskás-Preis, den FIFA-Fairplay-Preis und den FIFA-Fanpreis auswählte.

Von FIFA.com auf ihre erneute Nominierung angesprochen und gefragt, ob individuelle Auszeichnungen für sie Motivation sind, gab sich die 30-Jährige wie immer bescheiden. "Natürlich träumt jede Spielerin auf diesem Niveau davon, so einen Preis zu gewinnen", erklärte sie. "Ich kann gar nicht beschreiben, was für ein Gefühl das ist. Vielleicht kann ich nach dem Ende meiner aktiven Karriere besser in Worte fassen, wie wichtig es mir war. Ich glaube immer noch nicht, dass ich eine der besten Spielerinnen der Welt bin, auch wenn ich schon oft bei dieser Preisverleihung gewesen bin."

Marta gilt allgemein als eine der am höchsten veranlagten Fussballerinnen aller Zeiten, hat sich aber darüber hinaus mit ihrer Professionalität und ihrem unermüdlichen Einsatz auf dem Platz immer von allen anderen abgehoben. Trotz aller bisherigen Erfolge will sie sich immer noch weiter verbessern. Ihre Gewissenhaftigkeit zeigt sich auch, wenn man sie auf die erneute Reise nach Zürich zur Preisverleihung anspricht. "Ich denke nur daran, wie ich in jedem Spiel für Verein und Nationalmannschaft mein Bestes geben kann, wie ich den jüngeren Spielerinnen zeigen kann, wie sie spielen sollen, wie hart sie arbeiten müssen und dass sie einen gesunden Lebensstil haben müssen", beteuert Marta.

"Natürlich wäre ich stolz und glücklich, wenn das, was ich geleistet habe, mich in den Augen der Menschen zu einer der besten Spielerinnen des Jahres macht. Aber es ist nicht so, als würde ich pausenlos daran denken."

Einsatz für den Frauenfussball
Oft wird Marta auch als 'weiblicher Pelé' bezeichnet (und das im Übrigen sogar von dem legendären dreifachen Weltmeister selbst). In ihrer Karriere hat sie viel dafür getan, Fans für den Frauenfussball zu gewinnen. Dabei sprachen nicht nur ihre überragende Technik und ihre oft denkwürdigen Tore für sie. Sie war auf der ganzen Welt eine würdige Botschafterin ihres Sports – und eine erfolgreiche dazu. Sie gewann Titel in Brasilien, den USA und Schweden. Marta lobt das Engagement der FIFA für die Entwicklung des Frauenfussballs weltweit. Ihm bei den The Best FIFA Football Awards™ eine so große Bühne einzuräumen, hält sie für eine große Hilfe.

"Es ist wichtig, dass der Frauenfussball bei solchen Preisverleihungen vertreten ist", sagt sie mit Blick auf die Veranstaltung am 9. Januar 2017. "Fraglos gibt es Unterschiede zwischen der Spielweise der Männer und der Spielweise der Frauen, aber das Niveau nähert sich an, wir werden immer besser. Es ist gut, dass die FIFA den Frauenfussball so ernst nimmt. Es zeigt, dass da Leute mit viel Leidenschaft und Herzblut am Werk sind, was wiederum umso mehr Interesse am Frauenfussball erzeugt. Auf diese Weise haben Mädchen, die gerade erst mit dem Fussballspielen beginnen, immer Idole, zu denen sie aufschauen können."

Als Liebling von Fans und Fachleuten gleichermaßen begrüßt es Marta natürlich, dass auch die Anhänger bei der Vergabe der Preise mitreden können. Zugleich hält sie es aber auch für wichtig, ein Gegengewicht an Expertenmeinungen zu haben. "Ich finde es interessant, die Fans zu beteiligen, für die der Fussball Herzensangelegenheit ist. Gleichzeitig müssen aber auch Trainer und Mannschaftskapitäne eine Stimme haben, denn sie wissen, was man jeden Tag im Fussball leisten muss, um so weit zu kommen. Sie wissen, was er bedeutet, an die Spitze zu gelangen, und wie hart man dafür arbeiten muss, um auf diesem Niveau Fussball zu spielen."