The Best – FIFA-Welttrainer – Frauen

Die Finalisten

Nils NIELSEN
  • Nils NIELSEN

  • DEN
    Dänemark
  • Nils Nielsen wurde 2013 zum Nationaltrainer der dänischen Frauenauswahl berufen, verpasste aber zunächst mit seinem Team die Qualifikation zur FIFA Frauen-WM 2015™. Die große Enttäuschung überwand er schon bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit. Der in Grönland geborene Trainer führte sein Team bis zur UEFA Women's EURO 2017 und bis in Finale, das sie gegen den Gastgeber Niederlande 2:4 verloren. Auf dem Weg zu diesem historischen zweiten Platz lieferte Nielsen im Viertelfinale sein Meisterstück ab, als er Deutschland aus dem Wettbewerb warf, was in den sechs Auflagen zuvor niemandem gelungen war. Mit einem 4-4-2-System, gestützt auf vier erfahrene Verteidigerinnen mit insgesamt über 350 Länderspielen sowie dem explosiven Angriffs-Duo Pernille Harder und Nadia Nadim formte er aus Dänemark eine neue Macht des weltweiten Frauenfussballs.
Gerard PRECHEUR
  • Gerard PRECHEUR

  • FRA
    Frankreich
  • Nach dem Triple aus UEFA Women's Champions League, französischem Pokal und nationaler Meisterschaft in der Saison 2015/16 war es für Gérard Prêcheur nahezu unmöglich, die Bilanz in der folgenden Spielzeit zu übertreffen. Doch der Trainer von Olympique Lyon wiederholte diesen Erfolg einfach. In der französischen Meisterschaft beendeten die Fenottes die Saison mit nur einer einzigen Niederlage und acht Punkten, im Europapokal wie im nationalen Pokal setzten sie sich im Finale jeweils gegen Paris Saint-Germain durch. Drei neue Titel also für den talentierten, ehrgeizigen und anspruchsvollen Trainer. Gérard Prêcheur beschreibt sich selbst als "Anhänger des Ballbesitzfussballs mit vertikalem Spiel" und wird seine Philosophie nun an einem anderen Ort einsetzen. Im Juni 2017 verließ er Lyon, nachdem er seinen Namen für immer in die Geschichte des Klubs eingeschrieben hat.
WIEGMAN Sarina
  • WIEGMAN Sarina

  • NED
    Niederlande
  • Sarina Wiegman führte die niederländische Frauen-Nationalmannschaft 2017 bei der UEFA Women‘s EURO im eigenen Land mit erfrischendem Offensivfussball zum Titelgewinn. Nach ihrem Studium in den USA spielte sie rund ein Jahrzehnt in der höchsten niederländischen Frauenliga und wurde dort als Mittelfeldspielerin zwei Mal Meisterin und ein Mal Pokalsiegerin. Insgesamt kam sie auf 104 Länderspiele für die Niederlande, ehe sie beim KNVB im Jugendbereich als Trainerin eine Anstellung fand. Als Cheftrainerin gewann sie später mit zwei verschiedenen Vereinen in den Niederlanden jeweils Meisterschaft und den nationalen Pokal. Wiegman kehrte in der Folge zum KNVB zurück, wo sie zunächst als Scout und später als Assistenztrainerin für die Frauen-Nationalmannschaft tätig war. Seit 2015 ist sie Cheftrainerin der niederländischen Frauen.

Die Kandidaten

Olivier ECHOUAFNI
  • Olivier ECHOUAFNI

  • FRA
    Frankreich
  • Nach dem missglückten Auftritt Frankreichs beim Olympischen Fussballturnier Rio 2016 wurde Olivier Echouafni im September 2016 zum neuen Nationalcoach der französischen Frauenauswahl berufen. Er übernahm ein verunsichertes Team, dem er schon bald wieder neues Selbstvertrauen einimpfte.  Mit harter Arbeit und Demut, worauf Echouafni größten Wert legt, stürmten Les Bleues von Erfolg zu Erfolg. So gewannen sie im März 2017 den SheBelieves Cup, ein Freundschaftsturnier, an dem die fünf besten Teams der FIFA Coca-Cola-Weltrangliste teilnahmen. Nach zehn Monaten ohne Niederlage mussten die Französinnen bei der UEFA Women's EURO 2017 dennoch das bittere Ausscheiden im Viertelfinale hinnehmen, was die insgesamt positive Bilanz von Echouafni und seinen Schützlingen im vergangenen Jahr ein wenig trübte.
Emma HAYES
  • Emma HAYES

  • ENG
    England
  • Emma Hayes hat einen großen Teil ihrer Trainerkarriere in den USA verbracht. Nach ihrer Rückkehr nach London übernahm sie das Ruder bei den Chelsea Ladies. 2017 war ihr bislang erfolgreichstes Jahr als Trainerin der Blues. In der so genannten Spring Series der FA Women’s Super League, die als Interimsturnier zur Überbrückung von Leerlaufzeiten im englischen Frauenfussball ausgetragen wurde, belegte Chelsea dank einer enorm soliden Defensive und einer durchschlagskräftigen Offensive den ersten Platz. Nach acht Spielen erwies sich die Tordifferenz als entscheidender Faktor. Chelsea war in sechs der acht Spiele ohne Gegentor geblieben und hatte es auf die herausragende Ausbeute von vier Treffern pro Spiel gebracht. Damit lagen die Londonerinnen am Ende weit vor der Konkurrenz. Die Frauen-Mannschaft von Manchester City landete auf dem zweiten Platz.
Ralf KELLERMANN
  • Ralf KELLERMANN

  • GER
    Deutschland
  • Ralf Kellermann gehört zweifelsohne seit Jahren zu den Trainer-Aushängeschildern des deutschen Frauenfussballs. Rund ein Jahrzehnt (2008-2017) coachte er den Bundesligisten VfL Wolfsburg von der grauen Maus zu einem der besten Teams in Europa, ehe er in diesem Sommer sein Amt als Trainer freiwillig aufgab, um sich auf seine neue Aufgabe als Sportlicher Leiter zu konzentrieren. Zuvor allerdings hatte der FIFA-Welttrainer von 2014 mit den Wölfinnen noch das Double aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal geholt.
Xavier LLORENS
  • Xavier LLORENS

  • ESP
    Spanien
  • Nach elf Spielzeiten auf der Trainerbank des FC Barcelona Femenino verabschiedete sich Xavi Llorens mit dem Titelgewinn in der Copa da La Reina und dem erstmaligen Einzug ins Halbfinale der UEFA Women's Champions League in dieser Saison von den Katalanen. Der Titelgewinn in der Liga blieb ihm zwar verwehrt, doch sein Team lieferte sich bis zum letzten Spieltag ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Atlético Madrid. Seinen größten Erfolg sieht er selbst jedoch nicht in den gewonnenen Titeln, sondern in der Professionalisierung der Sparte im Jahr 2015. Llorens hat sich mit aller Kraft für die Förderung der Frauenfussball-Abteilung eingesetzt und war stets ein Fels in der Brandung. Dabei legte er Wert auf die Umsetzung traditioneller Werte wie dem Kurzpassspiel und schönem Kombinationsfussball.
Florence OMAGBEMI
  • Florence OMAGBEMI

  • NGA
    Nigeria
  • Florence Omagbemi nahm als Mittelfeldspielerin an vier FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ und einem Olympischen Fussballturnier teil und schlug nach ihrer aktiven Karriere die Trainerlaufbahn ein. Zunächst war sie als Assistenztrainerin in unterschiedlichen Altersklassen des Nachwuchsbereichs des nigerianischen Fussballverbandes tätig, später übernahm sie das Ruder der A-Nationalmannschaft ihres Landes. Auf der Trainerbank verfolgt sie ihr persönliches Ziel weiter, ihren Lieblingssport in Afrika zu fördern und voranzutreiben. In dieser Saison gewann sie mit Nigeria die Afrikameisterschaft der Frauen und führte die Nigerianerinnen damit zum achten Titelgewinn in diesem Turnier. Im vergangenen Jahr wurde sie von der afrikanischen Fussball-Konföderation CAF als einzige Frau für die Wahl zu Afrikas Trainer des Jahres nominiert.
Dominik THALHAMMER
  • Dominik THALHAMMER

  • AUT
    Österreich
  • Dominik Thalhammer sorgte mit Österreich bei der UEFA Women‘s EURO 2017 in den Niederlanden für mächtig Aufsehen. Schon die Qualifikation für diesen Wettbewerb war ein Erfolg, denn nie zuvor hatte sich die A-Nationalmannschaft der Alpenrepublik für eine Frauen-EM qualifizieren können. Bei der erstmaligen Teilnahme überraschte Thalhammers Team zunächst mit dem Gruppensieg vor Titelfavorit Frankreich und musste erst im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Dänemark die Segel streichen. Der ehemalige Regionalliga-Spieler war lange Jahre im Nachwuchsbereich der Männer bei Admira Wacker Mödling tätig, wo er 2004 im Alter von 33 Jahren zum jüngsten Cheftrainer in der ersten österreichischen Liga avancierte. Seit 2011 ist er Trainer der Frauen-Nationalmannschaft Österreichs.
HWANG Yongbong
  • HWANG Yongbong

  • PRK
    Korea DVR
  • Hwang Yong-Bong verfügt über weitreichende Erfahrung in den erfolgreichen Nachwuchsabteilungen der DVR Korea. Er belegte mit der Auswahl seines Landes den zweiten Platz bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2012 und erklärte schon damals, der Misserfolg sei die Mutter des Erfolgs. Unbeirrt setzte er seine Arbeit fort, und nach dem dritten Platz bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014 erreichte er bei der Auflage von 2016 in Papua-Neuguinea endlich sein Ziel. Seine Schützlinge sicherten sich den WM-Titel. Der 48-jährige Trainer überzeugt vor allem mit seiner gewissenhaften Arbeit im taktischen Bereich. Hwang Yong-Bong fordert von seinen Spielerinnen viel Disziplin und schafft es im Gegenzug, seinen Teams mentale Stärke sowie eine Vielseitigkeit zu verleihen, die es ihnen ermöglicht, sich an unterschiedlichste Spielsituationen anzupassen.