The Best – FIFA-Welttrainer – Männer

Die Finalisten

Massimiliano ALLEGRI
  • Massimiliano ALLEGRI

  • ITA
    Italien
  • Antonio Conte warf bei Juventus Turin einen langen Schatten voraus, doch Massimiliano Allegri hat sich der Herausforderung seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2014 mehr als gewachsen gezeigt. Das Double aus Liga und italienischem Pokal ist unter ihm zur Gewohnheit geworden und wurde in den letzten drei Spielzeiten durchgehend realisiert. Dieses Jahr wurden dann noch zwei historische Meilensteine erreicht: Juve ist nämlich der erste italienische Klub, der drei Copas und sechs Scudetti in Folge für sich verbuchen konnte. Außerdem bestritt Allegri mit dem Klub das Finale der UEFA Champions League, musste sich jedoch mit seinem BBC-Trio (Bonucci, Barzagli, Chiellini) dem von Real Madrid (Bale, Benzema und Cristiano) geschlagen geben. "In diesem Finale reicht es nicht aus, genial zu sein. Du musst etwas ganz Besonderes sein", erklärte der Trainer mit Meisterpotenzial kürzlich.
Antonio CONTE
  • Antonio CONTE

  • ITA
    Italien
  • Gleich in seiner ersten Saison in England führte Antonio Conte den FC Chelsea auf beeindruckende Weise zum Titelgewinn, nämlich mit dem neuen Premier-League-Rekord von 30 Saisonsiegen. Schon als Spieler hatte Conte ein sehr gutes taktisches Verständnis gezeigt. Für den Erfolg mit Chelsea wurde er in der Saison 2016/17 zum besten Trainer der Premier League gewählt. Auf dem Weg zum Titelgewinn stellte Conte sein Team auf eine 3-4-2-1-Formation um, in der seine Spieler sich optimal entfalten konnten. Conte versteht sich jedoch nicht nur hervorragend auf die taktischen Aspekte des Spiels, sondern reißt die von ihm trainierten Mannschaften auch mit seiner ansteckenden Energie und Leidenschaft an der Seitenlinie mit. In der neuen Saison steht der Italiener angesichts der Rückkehr auf die europäische Fussballbühne vor einer noch anspruchsvolleren Herausforderung.
Zinedine ZIDANE
  • Zinedine ZIDANE

  • FRA
    Frankreich
  • Schon 2016 gehörte Zinédine Zidane zu den drei Finalisten für die Auszeichnung als The Best - FIFA Welttrainer - Männer. Nach einer mit Titeln und Rekorden reichen Saison ist er in diesem Jahr erst recht ein Anwärter auf die prestigereiche Trophäe. 2016 führte der Franzose Real Madrid nach nur wenigen Monaten im Amt zum Titel bei der UEFA Champions League. In der folgenden Saison gelang es ihm nicht nur die europäische Krone zu verteidigen, sondern gleichzeitig die spanische Meisterschaft zurückzuerobern, die den Königlichen vier Jahre lang verwehrt geblieben war. Ende 2016 holte Zizou bei der FIFA Klub-WM seinen vierten Sieg im vierten Finale in Folge. Dank seiner Ausstrahlung und seiner tiefen Kenntnis des Klubs ist Zidane der perfekte Steuermann für ein mit Stars gespicktes Team, das er einen spektakulären Ballbesitzfussball mit hoher Intensität spielen lässt.

Die Kandidaten

Carlo ANCELOTTI
  • Carlo ANCELOTTI

  • ITA
    Italien
  • Der Italiener legte beim FC Bayern zu Saisonbeginn 2016/17 einen Einstand nach Maß hin und gewann die ersten sieben Pflichtspiele in Folge – kein anderer Bayern-Trainer startete jemals besser. Am Ende holte der 58-Jährige souverän die deutsche Meisterschaft. Damit ist er der erste Trainer, der in vier der fünf großen europäischen Ligen – Deutschland, Frankreich, England und Italien – die nationale Meisterschaft gewinnen konnte. Einzig in Spanien gelang ihm kein Meistertitel. In den beiden Pokalwettbewerben scheiterte sein Team dagegen vorzeitig. Im Champions-League-Viertelfinale unterlagen die Münchner dem späteren Sieger Real Madrid, im nationalen Pokal scheiterte man in der Runde der letzten Vier an Borussia Dortmund.
LUIS ENRIQUE
  • LUIS ENRIQUE

  • ESP
    Spanien
  • Luis Enrique beendete seine Amtszeit als Trainer des FC Barcelona mit dem Titelgewinn in der Copa del Rey. Auch in den anderen beiden Wettbewerben, bei denen er mit dem Team antrat, kämpfte er lange Zeit an vorderster Front. In der spanischen Liga bestand noch bis zum letzten Spieltag die Chance, Real Madrid den Titel streitig zu machen, und in der UEFA Champions League musste Barça sich erst im Halbfinale gegen Juventus Turin geschlagen geben. Nach drei Spielzeiten am Ruder des Spitzenklubs, in denen er 9 von möglichen 13 Titeln errang, war es seine persönliche Entscheidung, das Amt aufzugeben. Einmal abgesehen von den zahlreichen Trophäen bleibt auch seine hervorragende Mannschaftsführung in Erinnerung – bei einem Kader, der vor Stars nur so strotzte. Darüber hinaus kann er sich auf die Fahnen schreiben, die Spielweise Barcelonas weiterentwickelt zu haben.
Pep GUARDIOLA
  • Pep GUARDIOLA

  • ESP
    Spanien
  • Pep Guardiola gehört bereits seit Jahren zu den führenden Trainerpersönlichkeiten im Weltfussball. England ist bereits das dritte Land, in dem er seine Fussballphilosophie bei einem Spitzenklub umsetzt. Die vergangene Saison war im Vergleich zu seinen bisherigen Erfolgen zwar die unbefriedigendste seiner Trainerkarriere, doch der Katalane hat durchaus damit begonnen, Manchester City und dem englischen Fussball seinen Stempel aufzudrücken. Mit dem Einzug ins Achtelfinale der UEFA Champions League erreichte Guardiola die magische Zahl von 100 Europapokalspielen als Trainer, und zwar mit der besten Bilanz, die es bislang gab: In diesen 100 Spielen holten seine Teams 61 Siege und 23 Unentschieden.
Leonardo JARDIM
  • Leonardo JARDIM

  • POR
    Portugal
  • Nach zwei Spielzeiten, in denen Leonardo Jardim seine Philosophie einführte und vorbereitete, gelang ihm 2016/17 mit AS Monaco eine hervorragende Saison und führte den Klub aus dem Fürstentum zum ersten nationalen Titel seit 16 Jahren. Aber vor allem auf der internationalen Bühne gelang Jardim ein Meisterstück, indem er Monaco zum Gruppensieg in der UEFA Champions League führte und anschließend Manchester City und Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb warf. Erst im Halbfinale wurde der Lauf des Teams von Juventus gestoppt. Der Verdienst Jardims ist umso größer, als er diesen Erfolg mit einer jungen und unerfahrenen Mannschaft erzielte, aus der er das Beste herauszuholen wusste. So gelang Talenten wie Kylian Mbappé, Benjamin Mendy oder Tiémoué Bakayoko der Durchbruch auf höchstem Niveau.
LOEW Joachim
  • LOEW Joachim

  • GER
    Deutschland
  • Die Geschichte des Deutschen Fussballbundes (DFB) ist lang, ruhmreich und mit zahlreichen Titeln behaftet, doch der amtierende Nationaltrainer Joachim Löw hat 2017 etwas geschafft, was vor ihm keiner seiner Vorgänger erreicht hat: den Titel beim FIFA Konföderationen-Pokal. Der 57-Jährige Schwarzwälder ging dabei das Wagnis ein, ohne eine Vielzahl von Stammkräften nach Russland zu reisen und wurde belohnt. Der akribische Arbeiter und gewiefte Taktikfuchs hat es damit nach dem WM-Triumph 2014 und den Rücktritten zahlreicher Weltstars wie von Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose geschafft, einen nahtlosen Übergang mit jungen hungrigen Spielern zu schaffen. Seine DFB-Auswahl dürfte auch bei der WM 2018 in Russland wieder zu den Favoriten gehören.
Jose MOURINHO
  • Jose MOURINHO

  • POR
    Portugal
  • José Mourinhos erste vollständige Saison als Trainer von Manchester United verlief nicht ganz problemlos, doch trotzdem erweiterte der Portugiese die Trophäensammlung des Klubs um drei weitere Titel. Gleich in seinem ersten Spiel an der Seitenlinie holten seine neuen Schützlinge den Community Shield. Im Februar gewann das Team auch den Ligapokal, womit Mourinho als erster Trainer von Manchester United gleich in seiner Debütsaison einen bedeutenden Titelgewinn feiern konnte. Dazu führte der Portugiese seine Schützlinge zum Triumph in der UEFA Europa League. Damit hat er mit seinen Teams vier von vier Endspielen in europäischen Wettbewerben gewonnen. In der Liga lief für ManUnited hingegen nicht alles nach Plan. Am Ende landete sein Team nur auf dem sechsten Platz.
Mauricio POCHETTINO
  • Mauricio POCHETTINO

  • ARG
    Argentinien
  • Der argentinische Trainer Mauricio Pochettino konnte seinen Ruf als Spitzenvertreter der jungen Trainergeneration weiter festigen. In seiner dritten Saison dort führte Pocchettino seinen Klub Tottenham Hotspur zur englischen Vizemeisterschaft. Von den 38 Saisonspielen verlor sein Team nur vier. Es war das beste Abschneiden der Spurs seit Einführung der englischen Premier League zu Beginn der 1990er Jahre. Erstmals seit der Saison 1994/95 landete der Klub wieder vor dem Nordlondoner Rivalen FC Arsenal. Pochettino wurde im April als bester Trainer der englischen Premier League ausgezeichnet – insgesamt bereits zum vierten Mal. Er setzt bei seinem Klub weiterhin auf die junge Spielergeneration, die mit ihrer modernen und attraktiven Spielweise enorm erfolgreich ist.
Diego SIMEONE
  • Diego SIMEONE

  • ARG
    Argentinien
  • In seiner sechsten Spielzeit als Trainer von Atlético Madrid kitzelte der dienstälteste Trainer der spanischen Liga wieder eine hervorragende Leistung aus seinem Team heraus. Doch die erstklassige Arbeit Simeones im konditionellen wie im taktischen Bereich zahlte sich nicht in Form von Titeln aus. Auf der europäischen Bühne musste er sich mit seinem Team erneut Real Madrid geschlagen geben, dieses Mal im Halbfinale. In derselben Runde kam auch das Aus in der Copa del Rey. In der spanischen Liga war Atlético zwar das Team mit den wenigsten Gegentreffern, musste sich am Ende jedoch mit einem beachtlichen Rückstand auf die beiden führenden Teams mit Platz drei zufriedengeben.
TITE
  • TITE

  • BRA
    Brasilien
  • Betrachtet man, wo Brasilien vor Tites Amtsantritt stand, wird klar, warum er sich berechtigte Hoffnungen auf die Auszeichnung als bester Trainer der Welt machen darf. Denn im Juni 2016 belegte die Seleção in der Südamerika-Qualifikation 2018 nur den sechsten Platz und war bei der Copa América Centenario in der ersten Runde ausgeschieden. Damals schien es noch undenkbar, dass sich Brasilien mit sieben Siegen in Folge unter dem neuen Trainer als erstes Land überhaupt für Russland 2018 qualifizieren und zudem auch wieder die Führung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste übernehmen würde. Doch Tite sorgte für einen neuen Teamgeist, fand eine feste Formation und setzte auf junge Spieler wie Gabriel Jesus und Marquinhos. Da zudem Akteure wie Paulinho und Casemiro unter ihm wieder zu ihrer Bestform fanden, gelang dem ehemaligen Trainer der Corinthians eine spektakuläre Kehrtwende.