In jeder Gesellschaft gibt es Kinder und Jugendliche, denen mit den normalen Bildungsangeboten nicht unbedingt geholfen ist. Dem deutschen Verein KICKFAIR, der im Süden des Landes ansässig ist, aber bundesweit Projekte anbietet, geht es vor allem darum, diesen chancenbenachteiligten Kindern und Jugendlichen zu helfen – auch wenn sie nicht die einzige Klientel sind. 

Fairplay zählt genau so viel wie geschossene Tore

KICKFAIR-Leitsatz

Profil

  • 2003 offiziell als KICK FORWARD gegründet
  • Straßenfussball als Medium
  • Bildungskonzepte mit Jugendlichen im Mittelpunkt aller Arbeit
  • Bundesweit Projekte
  • Flache Hierarchien: "Rollen, keine Positionen"
  • Eigenverantwortung und Interessen fördern
  • Rund 20 Haupt- und Honorarkräfte, über 100 Freiwillige
  • Zahlreiche nationale und internationale Kooperationen 

Bildung durch Fussball
Dafür hat man sich ein Bildungskonzept erdacht und immer wieder verfeinert, das auf verschiedenen Strassenfussball-Projekten basiert. "Fussball ist ein Phänomen, das weit über den Sport an sich herausgeht. Fussball ist für unsere Jugendlichen super attraktiv, er weckt große Emotionen", erklärt Steffi Biester, die aktuell die Gesamtleitung des Vereins innehat.

Im Kern fast jeden Projektes steht die KICKFAIR Bildungsmethode und die Vision, dass alle jungen Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, ihr persönliches und berufliches Potenzial zu entfalten. "Es geht uns darum, Lernen zu ermöglichen, nicht Wissen zu vermitteln", so Biester weiter, die es schon oft erlebt hat, dass Jugendliche keinen Zugang zu "vielen guten Projekten und Fördermaßnahmen in ihren Schulen gefunden haben, bevor sie sich bei uns dann beheimatet haben." Lernen findet hier anders statt, als in Schulen: informell, kognitiv und emotional.

Für viele Jugendliche sei es erst einmal wichtig, überhaupt ihre eigenen Interessen kennen zu lernen. "Wo habe ich eine Stärke? Wie baue ich die aus? Man sollte nicht immer nur über Schwächen reden."

Zudem, sagt Biester, vermittele man den Projektteilnehmern: "Du darfst scheitern. Scheitern ist Teil eines Lernprozesses. Entscheidend ist: Wie gehe ich mit dieser Erfahrung positiv um? Das hören viele der Jugendlichen bei uns zum ersten Mal, dass Scheitern etwas Positives sein kann."

Dass der Fussball dabei behilflich sein kann, ist kein Wunder. Niederlagen und Scheitern gehören integral zum Sport – Aufstehen und Weitermachen ebenso. Das sind Qualitäten und Erfahrungen, die selbstverständlich auf andere Lebensbereiche übertragen werden können.

Bei KICKFAIR werden Kinder und Jugendliche aktiv eingebunden. So nehmen etwa Fünft- und Sechstklässler an Strassenfussball-Schulturnieren teil, um als Siebtklässler dann für die folgenden Fünft- und Sechstklässler einen gewichtigen Teil der Turnierorganisation zu übernehmen.



"Sie wachsen Schritt für Schritt in immer komplexere Aufgabenfelder rund ums Planen, Organisieren und Umsetzen von Veranstaltungen", heißt es im Konzept KICKFAIRs, das auch vorsieht, dass die Kinder und Jugendlichen ihre beim Sport entstehenden Konflikte im Dialog miteinander verhandeln. "Bei vielen wächst die Erkenntnis: 'Mir macht Organsieren Spaß'", berichtet Biester weiter.

Kooperation mit Football for Hope
KICKFAIR ist eine Organsiation, die sich selbst und auch den Fussball immer wieder kritisch hinterfragt und auf zahlreiche Kooperationen setzt, wie etwa mit adidas oder der Deutschen Sporthochschule, wo man im Rahmen eines Master-Studiengangs einen Teil des Lehrauftrags innehat.

Seit vielen Jahren besteht außerdem schon eine intensive Kooperation mit dem FIFA-Programm Football for Hope. "Da geht es im Prinzip ebenfalls immer um den gleichen Kern, aber mit unterschiedlichen Ausrichtungen. 2015 und 2016 etwa hatten wir den Fokus auf internationaler Zusammenarbeit, aktuell geht es um die Ausbildung von Youth Leadern", erläutert die KICKFAIR-Leiterin.

Neben der finanziellen Förderung durch Football for Hope hat Biester auch am Football-for-Hope-Forum gefallen gefunden, "zu dem wir immer wieder eingeladen werden und das eine große Austauschplattform für Organisationen weltweit ist. Das sind sehr hilfreiche Plattformen."

Biester berichtet von den Erfahrungen, die KICKFAIR mit Football for Hope gemacht hat: "Es war immer schon eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wenn ich mich an das Football-For-Hope-Team bei der FIFA gewendet habe und um Unterstützung, einen Brückenschlag oder einen Türöffner gebeten habe, wird immer geschaut, wie das ermöglicht wird. Wenn man selber aktiv ist und fragt, werden Möglichkeiten eröffnet."

Ein Erfahrungswert, der sicher auch gut zur Weitergabe an Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Diese Geschichte gehört zu einer laufenden Serie von FIFA.com, die NROs (Nichtregierungsorganisationen) hervorhebt, die Teil der FIFA-Initiative Football for Hope sind. Diese globale Initiative hilft jungen Menschen dabei, ihr Leben durch den Fussball zu verbessern.