Am Freitag, 14. Mai 2010, waren die neun Kandidaten, die sich um die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 beziehungsweise 2022 bewerben, am Hauptsitz der FIFA, um ihre offizielle Kandidatur einzureichen.

In Einklang mit der im angehängten Informationsschreiben vorgesehenen Verfahrensweise haben sich die Delegationen aus Australien, Niederlande/Belgien, Japan, Korea Republik, Katar, Russland, Spanien/Portugal und den USA in Zürich eingefunden, um ihre Kandidatur, die unterschriebene Organisationsvereinbarung und sämtliche anderen Dokumente einzureichen, die für die Organisation erforderlich sind (und aus den angehängten Unterlagen für die Kandidatur hervorgehen).

"Ich möchte zunächst einmal alle Kandidaten herzlich begrüßen und jedem einzelnen viel Glück wünschen. Ich freue mich, dass sämtliche Kandidaten von staatlicher Seite voll unterstützt werden, zumal Garantien bei Organisation eine wesentliche Rolle spielen. Dies ist ein Wettbewerb, der sich mit einem Fussballspiel vergleichen lässt. Nach der Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees am 2. Dezember werden wir wissen, wer als Sieger hervorgegangen ist. Ich wünsche allen Kandidaten viel Erfolg, auch wenn es am Ende nur einen Sieger geben kann", so FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

Die Delegationen überreichten dem FIFA-Präsidenten die jeweiligen Bewerbungsunterlagen und hatten im Anschluss Gelegenheit, sich mit der FIFA und den anwesenden Journalisten auszutauschen. Hier einige Stellungnahmen in Reihenfolge der Einreichung der Kandidaturen.

Frank Lowy, Australien, Präsident des australischen Fussballverbandes
"Es ist eine große Ehre für uns, hier zu sein. Wir zählen auf die Unterstützung der gesamten Nation und sind bereit, das größte Sportereignis der Welt auszurichten. Es wäre für das gesamte Land einfach fantastisch, diese Weltmeisterschaft zu organisieren, schließlich würden alle Australier davon profitieren. Dieser Tag ist ein Meilenstein im australischen Fussball und ein entscheidender Moment im Hinblick auf diese WM-Kandidatur."

David Beckham, England, Vizepräsident der Bewerbung Englands 2018
"Ich bin sehr froh, hier zu sein und mich für unsere Kandidatur stark zu machen. Wie Sie wissen, haben wir in England eine große Leidenschaft für dieses Spiel, so dass es uns eine große Freude wäre, das größte Sportereignis in unserem Land auszutragen. Jeder Spieler träumt davon, eine WM vor eigenem Publikum zu spielen. Ich bin aber auch im Namen der Fans hier, die diese Leidenschaft in sich tragen."

Ruud Gullit, Niederlande, Präsident der Bewerbung der Niederlande und Belgiens
"Ich bin stolz darauf, diese Kandidatur einzureichen und einen der Bewerber für die Ausrichtung des größten Sportereignisses der Welt zu vertreten. Unsere beiden Länder wollen ihr Potenzial beweisen. Aus diesem Grund verfolgen wir mit unserer Kandidatur auch sieben konkrete Ziele. Als ich noch klein war, habe ich die Weltmeisterschaften daheim vor dem Fernseher verfolgt. Ich habe einen achtjährigen Sohn und möchte ihm die Chance geben, eine WM im Stadion mitzuerleben, denn das ist ein unvergessliches Erlebnis."

Motoaki Inukai, Japan, Präsident des japanischen Fussballverbandes
"Ich würde unsere Kandidatur als einzigartig bezeichnen. Es ist nicht nur der Wunsch, nach 2002 eine weitere Weltmeisterschaft zu organisieren, wir wollen eine Weltmeisterschaft des Lächelns. Die WM 2002 hat uns das Lächeln geschenkt, jetzt wollen wir dieses 2022 an die Welt zurückgeben. Wir wollen durch dieses Turnier einen Beitrag zum weltweiten Zusammenhalt leisten und jedem ein Lächeln mit auf den Weg geben!"

Sung-joo Han, Korea Republik, Präsident des Bewerbungskomitees der Republik Korea
"Wir haben sehr hart an einer perfekten Kandidatur gearbeitet. Unser gesamtes Land steht hinter dieser Kandidatur. Die Organisation der WM 2022 wäre den Koreanern, die sich in der Vergangenheit für Frieden und Wohlstand eingesetzt haben, eine wichtige Motivation. Geben Sie uns eine Chance und wir werden Ihnen eine WM der Einigkeit und des Friedens bieten, die sowohl der ganzen Welt als auch der FIFA in Erinnerung bleiben wird."

Seine Exzellenz Scheich Mohammed bin Hamad Al Thani, Katar, Kronprinz von Katar
"Wir sind überaus erfreut, hier zu sein. Das ist für uns alle eine einmalige Gelegenheit. Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Kandidatur. Wir sehen es zudem als Privileg an, den Mittleren Osten bei dieser Premiere zu vertreten. Wenn wir den Zuschlag bekommen sollten, können Sie darauf vertrauen, dass wir unsere Region würdig zu vertreten wissen. Genauso wie die Fussball-Weltmeisterschaft sich dieses Jahr dem afrikanischen Kontinent geöffnet hat, wird sie sich 2022 hoffentlich dem Mittleren Osten öffnen."

Igor Shuvalov, Russland, Vize-Premierminister
"Das ist ein überaus wichtiger Tag für Russland. Wir haben uns bei der Kandidatur nicht auf die Vorgaben der FIFA beschränkt, sondern einen Ausblick auf die Zukunft Russlands gewagt. Durch die Organisation der Fussball-Weltmeisterschaft würden wir zur Entwicklung unseres Landes und somit auch des Fussballs beitragen. Und bei allem Respekt gegenüber den anderen Kandidaten bin ich davon überzeugt, dass nur Russland dazu in der Lage ist. Mit unserer Kandidatur haben wir 13 potenzielle Austragungsorte vorgestellt, die allesamt für dieses Turnier gerüstet sind. 2018 oder 2022 werden wir der Welt ein neues und modernes Russland präsentieren."

Angel Maria Villar-Llona, Spanien/Portugal, Präsident des spanischen Fussballverbandes
"Ich freue mich, hier die "iberische" Kandidatur vorstellen zu dürfen und kann Ihnen versichern, dass wir im Falle eines Zuschlags die ausgelassenste, am besten organisierte und sicherste WM der Geschichte haben werden. Es herrscht eine perfekte Symbiose zwischen Menschen, Regierungen, Verbänden und Wirtschaften Portugals und Spaniens, um diese Kandidatur erfolgreich zu gestalten. Ich kann Ihnen versichern, dass wir unserer Aufgabe gerecht werden, wenn wir den Zuschlag erhalten."

Sunil Gulati, USA, Präsident des U.S.-amerikanischen Fussballverbandes
"1984 war ich zum ersten Mal am Hauptsitz der FIFA. Seitdem hat sich allerdings vieles verändert. Seit dieser WM haben wir viele wundervolle Dinge vollbracht und ich denke, dass wir eine überaus erfolgreiche erste Halbzeit hinter uns haben. Für mich beginnt die zweite Hälfte aber erst jetzt, und ich hoffe, dass sie ebenso erfolgreich wird. Wir wollen nicht nur durch Infrastruktur und moderne Spielstätten punkten, sondern bleibenden Eindruck im amerikanischen Fussball hinterlassen, wenn wir den Zuschlag für diese WM erhalten."