Es scheint, als würde sich der seit längerem anhaltende Trend im Beach Soccer auch in der neuen Saison fortsetzen… Nachdem sich Brasilien bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land die WM-Krone gesichert hatte, gewann der frisch gebackene Weltmeister dank seines Finalsieges über Frankreich auch noch das abschließende Turnier der Pro Beach Soccer Tour in Durban (Südafrika).

Anlässlich des Saisonauftakts 2007 setzte sich das Team der Auriverde am vergangenen Wochenende im Finale des Nationen-Cups erneut gegen Frankreich durch. Der klare 9:2-Erfolg der Brasilianer markierte ihren bereits 46. Sieg in Serie und legt die Vermutung nahe, dass die amtierenden Weltmeister auch in diesem Jahr die wichtigsten Turniere im Beach Soccer dominieren werden. Dabei wurde das brasilianische Nationalteam im Jahr 2006 einem grundlegenden Umbau unterzogen, so dass man aktuell über 15 hervorragende Akteure verfügt. "Im vergangenen Jahr waren wir schon zufrieden, dass wir unsere Spiele gewinnen konnten. Das 'Wie' war dabei von untergeordneter Bedeutung", so der erfahrene Junior Negão. "Jetzt können wir uns wieder auf das Spiel selbst konzentrieren und etwas mehr für die Attraktivität des Beach Soccer tun. Von daher ist es unser erklärtes Ziel, nicht nur diese Erfolgsserie fortzusetzen, sondern dabei auch unseren Fans etwas zu bieten."

Das heißt jedoch nicht, dass die brasilianischen Ballkünstler künftig nur noch für die "Galerie" spielen wollen. "Bei alldem haben meine Spieler nur ein einziges Ziel vor Augen: Sie wollen unbedingt den WM-Titel verteidigen", stellte Brasiliens Nationalcoach Alexandre Soares unmissverständlich klar. Und dieses Unterfangen wird alles andere als ein Spaziergang werden. Schon das WM-Turnier von Rio de Janeiro 2006 machte deutlich, wie rasant sich Beach Soccer im Weltmaßstab weiterentwickelt hat. Eine Tendenz, die sich in dieser Saison ganz offensichtlich erneut bestätigt.

Cantona setzt auf Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs
Auch wenn der amtierende WM-Dritte Frankreich im Finale von Guarujá deutlich besiegt wurde, so bleibt dennoch positiv anzumerken, dass sich die Bleus zuvor ebenfalls deutlich gegen Peru (7:2) und Mexiko (5:1) durchsetzen konnten. Zwar zählen diese beiden Mannschaften nicht gerade zur Weltelite, dennoch haben auch sie in jüngster Zeit enorme Fortschritte machen können. Auswahltrainer Eric Cantona setzte in Brasilien auf jene Mannschaft, die mit einigen Problemen in die vorige Saison gestartet war, dann jedoch wieder zu gewohnter Stabilität zurückgefunden hatte. Insgesamt also keine schlechten Voraussetzungen, um sich auch im Jahr 2007 einen Platz unter den besten Beach-Soccer-Teams der Welt zu sichern.

Ähnliches gilt für Uruguay, das bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2006 überraschend das Finale erreicht hatte. In diesem Jahr, da die Schützlinge von Trainer Venancio Ramos längst nicht mehr als Außenseiter gelten, dürfte eine Wiederholung dieses großen Erfolges weitaus schwieriger werden. Wird das betont defensive Spiel der Uruguayer erneut für eine Überraschung sorgen können? Eine mögliche Antwort auf diese Frage werden wir frühestens dann finden, wenn das Celeste-Team wieder an den Stränden Südamerikas in Aktion getreten ist.

Derweil zeichnet sich hinter diesen drei großen Favoriten ein erbitterter Konkurrenzkampf ab. Die Portugiesen, die zwar häufig überragende Spiele boten, bei wichtigen Turnieren jedoch regelmäßig strauchelten, haben ihre Nationalmannschaft umfassend neu formiert. Zudem ist Auswahltrainer Zé Miguel, der mehrere Wochen lang über einen Rücktritt nachgedacht hatte, dem Team erhalten geblieben. Er kann auch nach noch dem erfolgten Generationswechsel auf die Erfahrung von Alan und Madjer bauen.

Auf Seiten der Spanier gilt es, die Enttäuschung der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2006 schnell vergessen zu machen, bei der man schon in der Vorrunde ausgeschieden war. "Unsere wichtigste Erkenntnis aus der vergangenen Saison ist ganz einfach die, dass wir ständig an uns arbeiten müssen", so Spaniens Topstar Amarelle. "Unser Team für 2007 wird vom Durchschnittsalter her noch jünger sein als im vergangenen Jahr. Deshalb müssen wir versuchen, so schnell wie möglich voranzukommen. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass unser Spiel mehr von der Physis als von der Technik lebt."

Niveau-Unterschiede werden zunehmend geringer
Diese Feststellung trifft vor allem auf Polen, Italien und die Ukraine zu. Darüber hinaus werden auch die Fortschritte der Schweiz und Englands in der europäischen B-Liga weiter zu verfolgen sein.
Zu jenen Nationalteams, die in dieser Saison für die eine oder andere Überraschung gut sind, zählt in erster Linie Argentinien, obgleich einige der besten Akteure in den ersten Partien der Argentinier wegen einer Sperre noch fehlen werden. Dafür können die Albiceleste mit einer beispielhaften körperlichen Fitness aufwarten, da sie in diesem Bereich bereits seit Anfang dieses Jahres eine intensive Arbeit leisten (drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche).

Unterdessen befindet sich am anderen Ende der Welt die Nationalmannschaft Bahrains weiter auf dem Vormarsch. Der zuletzt nachgewiesene Aufwärtstrend könnte Bahrain schon bald in die Weltspitze des Beach Soccer führen. Das sieht auch der aus Brasilien stammende Auswahlcoach Gustavo Zloccowick Silva so: "Wir haben im vergangenen Jahr eine herausragende Saison gespielt und diese mit dem sechsten Platz bei der WM gekrönt. Allerdings weiß ich auch, dass es noch einiges zu verbessern gibt. Doch wir können es durchaus unter die besten vier Mannschaften der Welt schaffen. Da bin ich mir ganz sicher!"

Andere Mannschaften wiederum werden bemüht sein, die im November 2006 an der Copacabana gezeigten Leistungen zu bestätigen. Zu ihnen zählen Nigeria und die Salomon-Inseln, die beide vor der schwierigen Aufgabe stehen, sich erneut für das WM-Turnier zu qualifizieren. Etwas leichter dürfte die Umsetzung dieser Zielstellung für das kanadische Auswahlteam werden, das in Rio de Janeiro 2006 bis ins Viertelfinale vorgestoßen war.

Ihren Höhepunkt findet die diesjährige Saison in der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft, die vom 2. bis 11. November 2007 in Brasilien stattfindet. Bis dahin werden sich die besten Spieler dieses Sports an den schönsten Stränden der Welt ein Stelldichein geben, um in mehreren Qualifikationsturnieren die 16 Teilnehmer an der WM-Endrunde zu ermitteln, auf die wir uns schon jetzt freuen…

Die wichtigsten Turniere 2007 im Überblick :

- 3. - 5. Mai: Euro-Beach-Soccer-Cup in Tarragona (Spanien)
- 6. Mai: Brasilien - Euro All Stars
- 3. - 8. Juli: Afrika-Qualifikation zur FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2007 (Durban, Südafrika)
- 18. - 22. Juli: Qualifikation der Ozeanien-Zone zur FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2007 (Tahiti, Frankreich)
- 31. August - 2. September: Pro Beach Soccer Tour (China VR)
- 26. - 29. September: Pro Beach Soccer Tour (Durban, Südafrika)
- 2. - 11. November: FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft 2007 in Brasilien
- 14. - 16. Dezember: Copa Latina

* Die Termine und Austragungsorte für die Qualifikationsturniere von AFC, CONCACAF, CONMEBOL und UEFA stehen noch nicht fest.