Vom 24. bis 27. Juli weilte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter zu einem viertägigen Arbeitsbesuch in den USA. Auf dem Programm stand das Finale des CONCACAF Gold Cups - dem Pendant der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone zur UEFA Europameisterschaft - sowie zahlreiche Interviews mit U.S.-amerikanischen Medien und, als absoluter Höhepunkt, eine private Unterredung mit U.S.-Präsident Barack Obama.
Unmittelbar nach seiner Ankunft am Flughafen "Teterboro" von New York am vergangenen Freitag stand dem FIFA-Präsidenten bereits ein intensives Programm bevor. Zunächst war Joseph S. Blatter zu einem Gala-Dinner anlässlich des CONCACAF Gold Cups eingeladen, dessen Finale am darauf folgenden Sonntag stattfand. Wenige Stunden vor der Galaveranstaltung hatte Mexiko im Halbfinale gegen Costa Rica nach Elfmeterschießen die Oberhand behalten, während die USA dank eines souveränen 2:0-Sieges über Honduras in das Finale eingezogen waren.
Der Samstag und Sonntagvormittag waren der internationalen und U.S.-amerikanischen Presse gewidmet. Zu der Vielzahl der angesprochenen Themen gehörte auch die Major League Soccer. Präsident Blatter sagte hierzu, dass "auch wir und eine starke Liga für die USA wünschen", und fügte hinzu, "dass der U.S.-amerikanische Fussballverband eventuell darüber nachdenken könnte, den Terminkalender der MLS zu ändern, um die Meisterschaft der USA künftig attraktiver zu machen. Das kann und soll jedoch nur eine Anregung unsererseits sein..."
Ein weiterer Aspekt des USA-Besuchs, der die Medienvertreter besonders interessierte, war das für Montag geplante Treffen von Joseph S. Blatter mit dem U.S.-Präsidenten Barack Obama, dem der FIFA-Präsident erst im Juni dieses Jahres eine offizielle Einladung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ übermittelt hatte. "Ich weiß, dass es in seinem Umfeld Menschen gibt, die begeisterte Fussballfans sind und alle Hebel in Bewegung setzen werden, damit der Präsident die Einladung zur Teilnahme an der Eröffnungszeremonie dieses großen Sportereignisses wahrnehmen kann", so der höchste Repräsentant des Weltfussballverbandes. Und auch zu den Bewerbungen um die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 und 2022 wurde Joseph S. Blatter immer wieder von den Vertretern der U.S.-amerikanischen Presse und der TV-Stationen befragt. In diesem Punkt blieb der FIFA-Präsident jedoch neutral und enthielt sich jeglicher Kommentare.
Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Peter Maurer, dem Ständigen Botschafter der Schweiz bei den Vereinten Nationen, begab sich Joseph S. Blatter zum New Giants Stadium, das sich im Herzen des Sportkomplexes Meadowlands befindet und 82.500 Zuschauern Platz bietet. Kurz vor dem Anpfiff des Finales im CONCACAF Gold Cup trug sich der FIFA-Präsident symbolisch als erster Torschütze in die Annalen der neu erbauten Spielstätte ein. Gleiches war den U.S.-amerikanischen Nationalspielern einige Stunden später in der Finalpartie gegen Mexiko indes nicht vergönnt, sie mussten im Verlauf der zweiten Spielhälfte sogar gleich fünf Gegentore (durch Gerardo Torrado, Giovanni dos Santos, Carlos Vela, Jose Antonio Castro und Guillermo Franco) hinnehmen.
Anschließend reiste die FIFA-Delegation, der außer Joseph S. Blatter auch Vizepräsident und Präsident der CONCACAF, Jack A. Warner, FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke und Sunil Gulati, Präsident des Fussballverbandes der USA, angehörten, weiter nach Washington, wo für Montag, den 27. Juli, um 14:00 Uhr Ortszeit ein Empfang bei U.S.-Präsident Obama vorgesehen war.
Nach dem halbstündigen Treffen, bei dem einige Themen besprochen wurden, zeigte sich Blatter vom Enthusiasmus' Obamas beeindruckt. "Wir haben über Afrika und die WM gesprochen. Im Detail war er an den Entwicklungsplänen interessiert und wie man den Fussball nutzen kann, um speziell auf den Gebieten Bildung und Gesundheit Fortschritte zu machen."
Auf der anderen Seite anerkannte der U.S.-Präsident die Arbeit der FIFA. Er lobte speziell die Bemühungen des Weltverbandes rund um die WM 2010 in Südafrika, die auch gemeinnützige Arbeit, Bildung und Projekte im öffentlichen Gesundheitswesen einschließen. Außerdem bedankte sich Obama für die Einladung zur WM im kommenden Jahr und sagte, dass er hoffe, dass sein Terminkalender es ihm erlaube dabei zu sein.
