Das am 6. März 1955 in Casablanca eingeweihte Stade Mohamed V. dient als Austragungsort für die Heimspiele der marokkanischen Nationalmannschaft. Die Löwen vom Atlas sind indes nicht die einzigen, die den legendären Ruf dieser mittlerweile in ganz Afrika bekannten Spielstätte am Leben erhalten. Denn das Stade Mohamed V. ist zugleich das Heimstadion von Raja und Wydad, der beiden großen Traditionsklubs von Casablanca, die sowohl auf lokaler Ebene wie auch landesweit permanent um die Vorherrschaft sowie um die Zuneigung der fussballbegeisterten Bewohner Casablancas kämpfen.

Die Namensgebung des Stadions erfolgte zu Ehren des Sultans und späteren Königs von Marokko, Mohamed V. Ben Youssef, der als Gründungsvater des modernen marokkanischen Staates gilt.

Zunächst aber erhielt die Spielstätte in Würdigung des berühmten französischen Boxers Marcel Cerdan, der einst in der marokkanischen Stadt aufwuchs und dort auch seine Karriere begann, den Namen "Stade Marcel-Cerdan". Damals bot das Stadion lediglich 30.000 Zuschauern Platz. Nur ein Jahr später - 1956 erlangte Marokko seine nationale Unabhängigkeit - wurde die Spielstätte in "Stade d'honneur" (Stadion der Ehre) umbenannt.
Ihre wahre Blütezeit erlebte die legendäre Spielstätte jedoch erst gegen Ende der 70er Jahre, als die konkreten Vorbereitungen auf die Austragung der Mittelmeer-Spiele 1983 in Casablanca begannen. Dank umfassender Umbauarbeiten konnte das Fassungsvermögen auf 90.000 Plätze erhöht werden. Darüber hinaus wurde der mitten in Stadtzentrum gelegene Sportkomplex um eine Mehrzwecksporthalle und eine Schwimmhalle erweitert.

Anlässlich der Austragung dieses großen internationalen Sportereignisses wurde das umgebaute Stadion unter seinem heutigen Namen "Stade Mohammed V." seiner Bestimmung übergeben.

Derby-Schauplatz
Im Zuge der Bewerbung Marokkos für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ wurde das Stadion im Jahr 2000 erneut einer gründlichen Sanierung unterzogen. Die seitlichen Tribünen, auf denen sich die berühmten und traditionell von den Raja-Anhängern genutzten Magana-Ränge befinden, wurden gemäß den geltenden Sicherheitsanforderungen mit Sitzplätzen versehen. Dadurch verringerte sich die Stadionkapazität auf 67.000 Plätze.

Der gesamte Sportkomplex umfasste zu diesem Zeitpunkt eine Mehrzwecksporthalle mit 12.000 Plätzen, eine für die Durchführung olympischer Disziplinen geeignete Schwimmhalle, ein 650 m² großes Mediencenter, einen Konferenz- und einen Tagungsraum, einen Behandlungsraum sowie eine Anti-Doping-Stelle.

Während einer weiteren vorübergehenden Schließung im Jahr 2006 wurde nicht nur der Rasen erneuert, sondern auch die Laufbahnen für die leichtathletischen Disziplinen mit einem neuen Belag versehen. Des Weiteren erfolgte die Modernisierung der sanitären Einrichtungen und des Bereichs der Umkleidekabinen. All das hatte ein Novum im Spielbetrieb der marokkanischen Liga, insbesondere im Hinblick auf das Lokalderby zwischen Raja und Wydad, zur Folge: die beiden Meisterschaftsspiele zwischen den ewigen Rivalen in der Saison 2006/07 fanden zum ersten Mal überhaupt außerhalb der wirtschaftlichen Metropole Marokkos statt.

Im Jahr 2000 wurde der neunfache marokkanische Meister Raja Casablanca von der Afrikanischen Fussball-Konföderation nach Al Ahly und Zamalek als drittbeste Klubmannschaft Afrikas eingestuft.

Mit insgesamt elf Meistertiteln zählt auch Lokalrivale Wydad Casablanca längst zur marokkanischen Spitze, und natürlich sind es vor allem die Begegnungen mit Raja, die auf den Rängen des Stade Mohamed V. regelmäßig für Emotionen sorgen.

Jeden Monat stellt Ihnen FIFA.com in Form eines historischen Artikels eine Rubrik der DVD vor und bietet Ihnen somit Gelegenheit, Einblick in diese umfangreiche Datenbank des afrikanischen Fussballs zu nehmen.