Hans Meyer: Seine besten Sprüche
© Getty Images

Er trägt einen Namen, der zu den weitverbreitetsten im deutschen Sprachgebiet zählt. Dennoch ist Hans Meyer einzigartig. Und das nicht nur, weil der mittlerweile 70-Jährige der einzige Trainer ist, der sowohl in der damaligen DDR als auch in der Bundesrepublik Deutschland den jeweiligen nationalen Pokalwettbewerb gewinnen konnte.

Seine bissigen Kommentare ließen Meyer Kultstatus erlangen. Immer wieder präsentierte er sich in Interviews gleichermaßen distanziert wie sarkastisch, ohne dabei zu vergessen, eine gewisse Selbstironie einfließen zu lassen. Dass er mitunter das Image des Sprücheklopfers verpasst bekam, störte ihn selbst stets am allermeisten.

"Im Fussball baut man dir schnell ein Denkmal, aber genauso schnell pinkelt man es an", reagierte Meyer einmal in seiner typischen Art auf ein Lob. Mit Aussagen wie diesen wurde der Sympathieträger Mitglied der Deutschen Akademie für Fussballkultur, die ihm 2007 auch den Fussballspruch des Jahres zuschrieb: "In schöner Regelmäßigkeit ist Fussball doch immer das Gleiche."

Dass Meyer jedoch nicht nur ein äußerst interessanter Mensch ist, sondern auch ein herausragender Trainer war, beweisen seine Erfolge: Drei Mal gewann er mit Carl-Zeiss Jena den FDGB-Pokal (1972, 1974 und 1980), zudem stand er mit den Thüringern 1981 im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger, das in Düsseldorf knapp mit 1:2 gegen Dinamo Tiflis verloren ging.

Später machte sich Meyer zunächst in den Niederlanden einen Namen, als er zwischen 1996 und 1999 bei Twente Enschede mit moderner Spielphilosophie einen bleibenden Eindruck hinterließ, ehe er Borussia Mönchengladbach zurück in die deutsche Bundesliga führte und Hertha BSC Berlin vor dem Abstieg rettete.

2007 gewann der Trainerfuchs schließlich mit dem 1. FC Nürnberg den DFB-Pokal. Dann kehrte er noch einmal nach Mönchengladbach zurück und sicherte dem Traditionsklub den Klassenerhalt, ehe Meyer 2009 seine Trainerkarriere beendete. Mittlerweile ist er Präsidiumsmitglied bei den Fohlen. FIFA.com hat eine Auswahl seiner besten Sprüche zusammengestellt.

"Der kam nach dem 2:2 in unsere Kabine und wollte sein Trikot tauschen. Da habe ich ihm gesagt: 'Du bekommst keins. In der nächsten Saison hast Du davon Tausende.' Er hat nicht gelacht. Prüfung nicht bestanden - der hat keinen Humor."
Hans Meyer auf die Frage, warum der damalige Gegenspieler seines Teams, Daniel Felgenhauer, nicht zu Borussia Mönchengladbach wechselt

"Ich bin nun als Pokalsieger in der DDR und im Westen in die Geschichte eingegangen. Wurde auch Zeit, so viele gibt's nicht mehr von uns."
Nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale 2007 mit dem 1. FC Nürnberg gegen den VfB Stuttgart (3:2)

"Wir führten 1:0 gegen Tiflis und verloren 1:2. Das schleppt man sein ganzes Leben mit sich rum. Zugleich war es aber auch die größte Leistung, die ich als Trainer erreicht habe."
Rückblickend auf das Finale des Europapokals der Pokalsieger 1981 mit Carl-Zeiss Jena gegen Dinamo Tiflis

"Torwart Jörg Stiel sagte mal, ich wäre sein bester Trainer gewesen. Später erfuhr ich, dass er nur zwei hatte."
Über das Lob des ehemaligen Schweizer Nationalkeepers, mit dem Meyer in Mönchengladbach zusammenarbeitete

"Meine Frau hat mich nicht mehr in den Garten gelassen, weil ich die Rosen nicht vom Blumenkohl unterscheiden konnte."
Auf die Frage, warum er nach einer Pause wieder einen Trainerjob annahm

"Wir mussten das Training eine halbe Stunde unterbrechen, weil die Spieler sich so gefreut haben. Einige haben sogar geweint."
Nach seiner Vertragsverlängerung in Mönchengladbach

"Das kann ich jetzt nicht sagen. Sonst bekomme ich Probleme, wenn meine Frau an Heiligabend mit dem Päckchen mit der Feinripp-Unterwäsche ankommt."
Auf die Frage, ob das Unentschieden bei Bayern München das schönste Weihnachtsgeschenk sei

"Ich kann die Taktik noch so geschickt wählen, die Spieler noch so gut motivieren, noch so perfekt trainieren: Wenn wir vier Mal nacheinander verloren haben, wenn dich der Vorstand nicht mehr grüßt, wenn die Mannschaft in Grüppchen zerfällt, wenn im Umfeld das Hauen und Stechen beginnt, wenn alle sich gegenseitig nur noch Schuld zuweisen, dann hilft dem Trainer keine seiner Fähigkeiten, sondern nur noch ein Sieg."
Über die Situation eines Trainers in einer sportlichen Talfahrt

"Bei solch klarem Votum hatte ich nicht die Möglichkeit, die Wahl zu manipulieren. Wenn es jedoch diametral zu meinen Vorstellungen ausgegangen wäre, hätte ich behauptet, dass es nur eine Probewahl war."
Zur Wahl des von Meyer stets sehr geschätzten Tomas Galasek zum Kapitän des 1. FC Nürnberg

"Ich denke, die Spitze werden wir auch nicht mehr hergeben."
Nach dem überraschenden 3:0-Sieg Nürnbergs zum Bundesliga-Saisonauftakt beim VfB Stuttgart, der die Franken zum vorübergehenden Tabellenführer machte

"Wollten Sie mir einen Heiligenschein aufsetzen, ich würde ihn sofort herunterreißen."
Über seine Fähigkeit, Stimmungen gut einschätzen zu können

"Ich kann gar nicht alt genug werden, um alle Überraschungen, die der Fussball so parat hat, verkraften zu können."
Über seine Erfahrungen in seiner langen und erfolgreichen Karriere