Länderspiel-Jubiläen, Meilensteine und beendete Negativserien
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Im statistischen Wochenrückblick von FIFA.com steht dieses Mal der internationale Fussball im Mittelpunkt, denn gleich mehrere große Namen erreichten die Marke von 100 Länderspielen. Aber auch ein gefeiertes Mitglied der Trainerzunft, Spaniens Coach Vicente del Bosque, freute sich über eine neue Bestmarke. England feierte mit dem Sieg über Brasilien im Wembley-Stadion zugleich das Ende einer Negativserie, und auch Nigeria strebt danach, im Finale des CAF Afrika-Cups am Sonntag eine langjährige Durststrecke zu beenden.

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Der Mittwoch, 6. Februar, war ein Tag voller Länderspiel-Action rund um den Globus. Für zahlreiche Akteure war dies in doppelter Hinsicht eine besondere Gelegenheit, denn sie feierten ihren jeweils 100. internationalen Einsatz. Zwei dieser Spieler waren Spaniens Abwehrrecke Carles Puyol und Englands Verteidiger Ashley Cole, die beide in den Listen der Rekordnationalspieler ihrer jeweiligen Länder nun auf Platz sieben liegen. Bis zu den Führenden Iker Casillas (143) beziehungsweise Peter Shilton (125) ist es indes noch ein weiter Weg. Zwei neue Mitglieder im Klub der "Hunderter", das wäre schon eindrucksvoll genug. Doch in Kroatiens Team erreichte in der Partie gegen Korea Republik gleich ein komplettes Trio die Marke von 100 Länderspielen: Stipe Pletikosa, Darijo Srna und Josip Simunic.

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Jahre ist der letzte Titel Nigerias beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal her. Eine Durststrecke, die das Team am Sonntag im Endspiel gegen den Überraschungsfinalisten Burkina Faso beenden möchte. Eine mit Stars wie Jay Jay Okocha, Rasheed Yekini und Sunday Oliseh gespickte Mannschaft errang vor fast zwei Jahrzehnten in Tunesien gegen Sambia den letzten kontinentalen Triumph für die Super Eagles. Auch der aktuelle Coach Stephen Keshi gehörte damals zum Aufgebot. Afrikas bevölkerungsreichstes Land, das 2000 zum bisher letzten Mal das Endspiel erreichte, stand zuvor sechs Mal im Finale. Die Burkiner hingegen werden, wenn sie in Johannesburg am Schauplatz des WM-Finales 2010 in das Stadion einlaufen, absolutes Neuland betreten.

68

Länderspiele an der Seitenlinie lautet die neue Bestmarke des spanischen Trainers Vicente del Bosque, der beim 3:1-Erfolg seiner Elf gegen Uruguay den bisherigen Rekord des ehemaligen Nationalcoaches Ladislao Kubala egalisierte. Der in Budapest geborene Kubala führte Spanien während seiner elfjährigen Amtszeit bis 1980 zu 31 Siegen, 21 Unentschieden und 16 Niederlagen. In Del Bosques Amtszeit fielen der erste WM-Titel Spaniens und zwei EM-Titel in Folge, dementsprechend fällt auch seine Bilanz mit 57 Siegen, fünf Unentschieden und nur sechs Niederlagen umso beeindruckender aus. Zufällig war Kubalas letzte Partie als Trainer gleichzeitig das Ende der aktiven Nationalelf-Karriere Del Bosques, der damals indes von der Bank aus zusehen musste. "Kubala war in erster Linie ein Gentleman, ein sehr freundlicher und akribischer Typ, was für einen Nationaltrainer sehr wichtig ist. Ich habe ihn als sehr liebenswürdigen Menschen in Erinnerung, der den Fussball sehr liebte", sagte Del Bosque.

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Jahre sind seit dem letzten Triumph Englands gegen Brasilien vergangen, bevor Frank Lampard am Mittwoch mit seinem Siegtreffer im Wembley-Stadion den 2:1-Erfolg gegen den fünfmaligen Weltmeister besiegelte. Damit beendete er eine Negativserie von neun Spielen, die bis zum März 1990 zurückreichte, als Gary Lineker mit dem einzigen Treffer des Spiels England den letzten Sieg bescherte. Beim jüngsten Erfolg am Mittwoch erzielte England zudem erstmals seit dem 2:0-Sieg im Maracana-Stadion 1984 zwei Tore gegen die Seleção. Dennoch wird jene Partie den englischen Fans dank des legendären Treffers von John Barnes vom FC Watford, der damals einen spektakulären Sololauf mit einem Tor krönte, wohl auch weiterhin in besonderer Erinnerung bleiben.

0,5

Tore pro Spiel wären für jeden Angreifer eine beneidenswerte Quote, doch es ist die beeindruckende Bilanz des Innenverteidigers Robbie Cornthwaite. Am Mittwoch gegen Rumänien erzielte der Australier seinen dritten Treffer im sechsten Spiel. Damit hat er in seiner noch jungen Nationalmannschaftskarriere zudem beinahe seine Gesamtausbeute von vier Treffern in der A-League egalisiert, für die er sechs Spielzeiten und 103 Spiele benötigt hat. Sein Partner in der Innenverteidigung in der Partie gegen Rumänien, Lucas Neill, wartet hingegen trotz einer 17-jährigen Karriere bei den Socceroos und 89 Länderspielen noch immer auf sein Debüt als Torschütze. Cornthwaites erstaunliche Torbilanz in der Nationalelf erinnert an seinen Landsmann aus Adelaide, Kostas Salapasidis. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 1997 schockte er den späteren Weltmeister Argentinien mit vier Treffern in einer Partie, während er in der heimischen Liga in 52 Spielen nur einmal getroffen hatte.