Tore, Überraschungen und eine Rekordserie
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Im ersten Statistik-Rückblick des neuen Jahres beleuchtet FIFA.com die Leistungen von Epinal, Lazio Rom und Xabi Prieto, einen wichtigen Treffer von Frank Lampard und einen weiteren Rekord von Lionel Messi.

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Tore für den FC Chelsea hat Frank Lampard jetzt auf dem Konto, nachdem er am Samstag beim 5:1-Sieg im FA Cup bei Southampton traf. Damit zog er in der ewigen Torschützenliste des Klubs mit Kerry Dixon auf Platz zwei gleich. Der erfahrene Mittelfeldakteur benötigt nur noch zehn Tore, um Bobby Tambling von der Spitze dieser Wertung zu verdrängen. Allerdings bleibt ihm dafür wohl nicht mehr allzu viel Zeit, denn derzeit scheint es eher unwahrscheinlich, dass sein zum Saisonende auslaufender Vertrag verlängert wird. Lampard verbesserte zudem seine beeindruckende persönliche Bilanz im FA-Cup, einem Wettbewerb, in dem er in den letzten 30 Spielen nicht weniger als 20 Tore erzielte. Auch der Rest der Blues scheint eine Schwäche für den Pokalwettbewerb zu haben, denn das Team hat seit 24 FA Cup-Spielen nicht mehr verloren.

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Punkte nach der Hinrunde holte Lazio Rom erst zwei Mal in der Vereinsgeschichte und beide Male gewann das Team dann am Ende der Saison auch den Scudetto. Lazio hat in der laufenden Saison genau so viele Hinrunden-Punkte geholt wie 1999/2000 unter Sven Göran Eriksson und liegt nur einen Punkt hinter dem Klubrekord aus der Saison 1973/74 unter Tommaso Maestrelli. Vladimir Petkovic darf sich über das beste Trainerdebüt in der Serie A seit José Mourinho freuen, der in seinem ersten Jahr bei Inter Mailand sogar 41 Hinrunden-Punkte holte. Lazios Torhüter Federico Marchetti musste unterdessen gegen Cagliari nach 606 Minuten in allen Wettbewerben wieder einen Treffer hinnehmen. Damit hat er die Leistung von Felice Pulici aus der Saison 1974 eingestellt, liegt allerdings noch deutlich hinter dem Vereinsrekord von 744 Minuten von Luca Marchegiani. Während Lazio seit nunmehr zwölf Spielen ungeschlagen ist, hat Cagliari bereits sechs Niederlagen in Folge kassiert.

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Jahre waren vergangen, seitdem im französischen Pokalwettbewerb letztmals der Titelverteidiger den Einzug in die Runde der letzten 32 verpasst hatte. Doch am Sonntag schied Olympique Lyon sensationell gegen SAS Epinal aus, den Tabellenvorletzten der dritten französischen Liga. Der siebenmalige französische Meister verlor nach einem 3:3-Unentschieden das Elfmeterschießen mit 2:4. Und Lyon war keineswegs der einzige Erstligist, der gegen ein hoch motiviertes Team aus einer niedrigeren Spielklasse Probleme hatte. So kam Paris Saint-Germain trotz des mit teuren Stars gespickten Kaders nur zu einem denkbar knappen 4:3-Erfolg gegen den Fünftligisten Arras Football. Es war das erste Mal in der Saison, dass der Hauptstadtklub drei Gegentreffer kassierte und das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass einem solch unterklassigen Team drei Tore gegen PSG gelangen. Dennoch stand am Ende der sechste Sieg in Folge für Paris Saint-Germain zu Buche – die bisher längste Erfolgsserie unter Trainer Carlo Ancelotti.

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Mal in Folge hat Lionel Messi nun den FIFA Ballon d'Or gewonnen und damit einen weiteren neuen Rekord aufgestellt. Mit dem erneuten Gewinn der begehrtesten individuellen Auszeichnung im Weltfussball ließ der Superstar vom FC Barcelona Michel Platini hinter sich, der von 1983 bis 1985 drei Mal in Folge als bester Spieler der Welt geehrt worden war. Messi ließ bei der Abstimmung die Konkurrenten weit hinter sich: Mit 41,60 Prozent der Stimmen lag er deutlich vor Cristiano Ronaldo (23,68 Prozent) und Andres Iniesta (10,91 Prozent). Die Auszeichnung des Argentiniers war hochverdient, schließlich brachte er es im vergangenen Jahr in 69 Einsätzen auf unglaubliche 91 Tore und 22 Torvorlagen. Kaum 24 Stunden zuvor hatte Messi bereits seinen ersten Treffer des neuen Jahres erzielt: beim 4:0-Sieg Barças im Lokalderby gegen Espanyol Barcelona traf er auch im achten Ligaspiel in Folge und stellte damit einen weiteren persönlichen Rekord ein.

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Tore erzielte Xabi Prieto am Sonntag gegen Real Madrid und stellte damit gleich mehrere Rekorde ein, mit denen er sich die 3:4-Niederlage seines Teams zumindest etwas versüßen konnte. Der Mittelfeldspieler von Real Sociedad war der erste Akteur seit Walter Pandiani im Jahr 2007, dem im Bernabéu-Stadion drei Tore gegen die Hausherren gelangen. Nachdem er dort bereits 2004 zwei Tore erzielt hatte, ist er nun auch der einzige Spieler in den vergangenen 15 Jahren, der bei zwei Spielen in Madrid mindestens zwei Mal traf. Real ließ sich weder durch Prietos Gegentore noch durch den Platzverweis von Torhüter Antonio Adan aus der Ruhe bringen und sicherte sich die volle Punktzahl. Doch angesichts der gleichzeitigen Meldungen aus Katalonien war die Freude über den Erfolg bei den Madrilenen gedämpft. Dort traf nämlich der FC Barcelona auch im 36. Meisterschaftsspiel in Folge und stellte damit einen neuen Ligarekord auf. Und mit einem Sieg oder einem Unentschieden am Sonntag gegen Malaga würde Barça zudem einen neuen Punkterekord für die Hinrunde aufstellen.