Rekord-Torjäger und Rekord-Titelträger
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Im Statistik-Rückblick berichtet FIFA.com in dieser Woche von den Torjägerqualitäten von Abby Wambach, Neal Maupay und Stephan El Shaarawy sowie von zwei bedeutenden Titeln für südamerikanische Traditionsklubs.

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Länderspieltore – diese Marke hat Abby Wambach am vergangenen Mittwoch mit einem Doppelschlag beim 4:0-Sieg der USA gegen die VR China erreicht. Damit liegt die 32-Jährige nur noch acht Treffer hinter dem Weltrekord ihrer Landsmännin Mia Hamm. Knapp dahinter folgt die Kanadierin Christine Sinclar (143 Tore), die in der vergangenen Woche mit dem Lou-Marsh-Award als Kanadas Sportler des Jahres 2012 ausgezeichnet wurde. Wambach hat jedoch fürs erste ihre Stellung als erfolgreichste noch aktive Torjägerin im Frauenfussball gefestigt. Mit ihren Toren trug sie zudem zur Fortsetzung der beeindruckenden Dominanz der USA gegen die Chinesinnen bei. Denn seit 2003 haben die Amerikanerinnen insgesamt 19 Partien gegen die Chinesinnen bestritten, von denen sie 16 gewannen. Die drei restlichen Partien endeten unentschieden.

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Jahre, vier Monate und ein Tag war Neal Maupay alt, als er am Samstag in der Nachspielzeit den Siegtreffer für seinen Klub OGC Nizza erzielte. Damit ist der in Versailles geborene Stürmer nun der zweitjüngste Torschütze in der Geschichte der Ligue 1 und der jüngste in den vergangenen 34 Jahren. 1978 hatte Laurent Roussey von AS Saint-Etienne im Alter von 16 Jahren, drei Monaten und 25 Tagen den bis heute gültigen Rekord aufgestellt. Vor einigen Monaten hatte Maupay einen anderen Rekord nur knapp verpasst. Er feierte sein Debüt in der Ligue 1 nur 31 Tage nach seinem 16. Geburtstag und lag damit knapp hinter Christopher Aurier, dem mit 16 Jahren und 17 Tagen bis heute jüngsten Akteur in der höchsten französischen Spielklasse. Viel dramatischer hätten die Umstände des ersten Erstligatores von Maupay kaum sein können. Denn mit seinem Treffer in der Nachspielzeit gegen Evian bescherte er seinem Team den Sieg in letzter Sekunde, nachdem Nizza zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren zurückgelegen hatte.

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Mal hat Millonarios de Bogota nun die kolumbianische Meisterschaft gewonnen und ist damit wieder alleiniger Rekordmeister des Landes. Allerdings musste das Team aus der Hauptstadt Bogota lange auf diesen Moment warten, denn seit dem letzten Titelgewinn waren sage und schreibe 24 Jahre vergangen. America de Cali hatte es in den Jahren seitdem ebenfalls auf 13 Meistertitel gebracht und auch Atlético Nacional de Medellin war mit elf Titeln bedrohlich nahe gekommen. Dank des Sieges im Elfmeterschießen gegen Deportivo Independiente Medellin im Torneo Finalización nehmen die Millonarios, in den 1950er und 60er Jahren die führende Kraft im kolumbianischen Fussball, in der nächsten Saison erstmals seit eineinhalb Jahrzehnten auch wieder an der Copa Libertadores teil.

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Tore hat Stephan El Shaarawy in der laufenden Saison der Serie A bereits erzielt und benötigte dafür nicht einmal einen Elfmeter. In den fünf großen Ligen Europas können lediglich Lionel Messi (24) und Zlatan Ibrahimovic (16) mehr Tore aus dem Spiel heraus vorweisen. Die Torquote des Italieners mit ägyptischer Abstammung ist besser als diejenige, die Ibrahimovic während seiner Zeit beim AC Mailand bis zu dieser Phase der Saison jemals erreicht hatte. El Shaarawy liegt gleichauf mit Andriy Shevchenko in dessen erfolgreichster Saison im San-Siro-Stadion 2003/04. Auch am Sonntag war El Shaarawy erfolgreich. Beim 4:1-Sieg gegen Pescara bereitete er zunächst den Führungstreffer durch Antonio Nocerino in der 36. Sekunde vor (das schnellste Tor der laufenden Serie A-Saison) und stellte schließlich selbst den 4:1-Endstand für den AC Mailand her. Unterdessen hat Antonio Di Natale bereits zum achten Mal in einer Serie A-Saison eine zweistellige Torquote vorzuweisen, und Andrea Pirlo verwandelte bereits zum vierten Mal in dieser Saison einen Freistoß direkt. Insgesamt erzielte Pirlo von seinen bislang 49 Toren in der Serie A nicht weniger als 20 mit Freistößen. Die gleiche Quote können in den vergangenen 30 Jahren nur Roberto Baggio und Gianfranco Zola vorweisen, während Alessandro Del Piero (22) und Sinisa Mihajlovic (27) sogar noch mehr direkte Freistoßtore erzielt haben.

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Mal in Folge hatten europäische Teams die FIFA Klub-Weltmeisterschaft gewonnen, bevor die Serie am Sonntag zu Ende ging. Corinthians beendete mit dem 1:0-Sieg gegen den FC Chelsea die Vorherrschaft des Alten Kontinents und holte den Titel zurück, den man bei der ersten Auflage des Turniers vor zwölf Jahren ebenfalls erobert hatte. Damit ist die Trophäe der FIFA Klub-Weltmeisterschaft zum vierten Mal in der Hand eines Klubs aus Brasilien, dem erfolgreichsten Land in der Turniergeschichte. Brasilien liegt auch vorn, wenn man den früheren Interkontinental-Pokal mit einrechnet. In dieser Wertung liegt Brasilien mit zehn Titeln vor Argentinien und Italien. Teams aus England haben hingegen erst zwei Titel geholt. Zudem sah Gary Cahill auf Seiten der Londoner die Rote Karte und ist damit der erste Spieler seit Nemanja Vidic 2008, der in einem Finale um die FIFA Klub-Weltmeisterschaft vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.