Tore, Titel und eine Trainerentlassung
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Im Statistik-Rückblick berichtet FIFA.com dieses Mal von einer denkwürdigen Woche für Zlatan Ibrahimovic, Pablo Escobar, Bayern München und Sanfrecce Hiroshima und von einem schwarzen Tag für Mauricio Pocchetino.

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Tage nach seiner Amtsübernahme als Trainer von Espanyol Barcelona wurde Mauricio Pocchetino – der mit Abstand dienstälteste Trainer in der spanischen Liga – am Montag von seinen Pflichten entbunden. Damit zahlte der Argentinier den Preis dafür, dass sein Team aus den ersten 13 Ligaspielen nur neun Punkte holen konnte. Am Tag der Entlassung Pocchetinos wurden somit José Mourinho von Real Madrid und Paco Herrera von Celta Vigo mit jeweils 880 Tagen Amtszeit die dienstältesten Fussballlehrer in der spanischen Topliga. Doch auch Mourinho hatte in dieser Woche keinen Grund zum Lachen. Schließlich baute der Erzrivale FC Barcelona seinen Vorsprung vor Real Madrid in der Meisterschaft auf elf Punkte aus. Zudem hat Barça mit jeweils mindestens vier Toren in vier aufeinander folgenden Auswärtsspielen gerade einen neuen Ligarekord aufgestellt. Die Katalanen konnten außerdem den Rekord von 37 Punkten aus den ersten 13 Saisonspielen egalisieren, den Real Madrid 1991/92 aufgestellt hatte. Beim 4:0-Auswärtssieg bei Levante stand nur ein einziger Spieler in der Startaufstellung Barcelonas, der nicht die Nachwuchsakademie des Klubs durchlaufen hat, nämlich Dani Alves.

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Tore für seine Klubs und 200 Tore in Meisterschaftsspielen – diese Marken hat Zlatan Ibrahimovic beim 4:0-Sieg von Paris Saint-Germain gegen ESTAC Troyes am Samstag erreicht. Der schwedische Stürmer trug mit einem Doppelpack zum Erfolg bei und schraubte damit sein Torkonto für diese Saison auf zwölf Treffer in 14 Spielen. Damit ist er der gefährlichste Torjäger in der französischen Liga seit Stephane Guivarc’h, der mit der gleichen Ausbeute in die Saison 1995/96 gestartet war. Der Treffer von Blaise Matudi zum 2:0-Zwischenstand war das 350. Tor der laufenden Saison in der Ligue 1. Der französische Nationalspieler hat seit Saisonbeginn drei Treffer erzielt und in allen drei Fällen gewannen die Schützlinge von Carlo Ancelotti die Partie mit 4:0.

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Jahre ohne Meistertitel – so lang war die Durststrecke für Hiroshima, die am Samstag endlich zu Ende ging. Sanfrecce Hiroshima sicherte sich den Titel in der J.League und damit auch die Teilnahme an der bevorstehenden FIFA Klub-Weltmeisterschaft im eigenen Land mit einem 4:1-Sieg gegen Cerezo Osaka, während sich Verfolger Vegalta Sendai gleichzeitig gegen Albirex Niigata eine 0:1-Heimschlappe leistete. Für Sanfrecce war es der erste Meistertitel seit Gründung der J.League im Jahr 1993 und für Hiroshima der erste seit 1970, als der direkte Vorgängerklub Toyo Kogyo zum fünften Mal die Meisterschaft gewann. Mit dem Erfolg von Sanfrecce und dem nunmehr sechsten Meistertitel liegt Hiroshima in der Allzeitwertung nur noch einen Titel hinter den Kashima Antlers und Verdy Kawasaki (heute Tokyo Verdy).

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Punkte aus den ersten 13 Saisonspielen und eine Tordifferenz von +33 bedeuten für Bayern München den besten Saisonstart, den je ein Team in der Bundesliga hingelegt hat. Und offenbar ist der Erfolgshunger der Bayern noch keineswegs gestillt, wie der 5:0-Sieg gegen Hannover '96 vom Wochenende zeigt. Es war bereits das fünfte Saisonspiel, dass die Münchener mit mindestens fünf Toren Differenz gewannen. Damit haben sie schon jetzt den Rekord eingestellt, den sich der Hamburger SV (seit 1980) und der VfB Stuttgart (seit 1984) teilen. Der FC Bayern gehörte auch zu den drei deutschen Teams, die bereits am vorletzten Gruppenspieltag das Achtelfinale der UEFA Champions League erreicht haben. Erstmals seit 2004/05 haben damit wieder drei Vertreter der Bundesliga die Gruppenphase überstanden.

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Tore in einem Spiel erzielte Pablo Escobar in Bolivien und schoss sich damit in sämtliche Schlagzeilen. Zudem festigte sein Klub The Strongest damit die Tabellenführung. Die beeindruckende Ausbeute Escobars trug maßgeblich zum 7:2-Kantersieg gegen Club Aurora bei und katapultierte den Stürmer mit nunmehr 18 Treffern an die Spitze der Torjägerliste. Escobar verpasste nur knapp den nationalen Rekord von sieben Treffern in einem Spiel, aufgestellt durch Juan Carlos Sánchez im Jahr 1983. Der 34-jährige in Paraguay geborene ehemalige bolivianische Nationalspieler war von der Torflut ebenso überrascht wie alle anderen. Er sagte: "Ich habe noch nie sechs Tore in einem Spiel geschossen, auch nicht beim Kicken mit Freunden." Die sechs Treffer waren indes nicht das einzige bemerkenswerte Ereignis in der Partie. Einen der zwei Ehrentreffer für Aurora erzielte Pedro Mauricio Baldivieso Ferrufino, der mit 16 Jahren und 126 Tagen jüngste Torschütze der vergangenen Woche in allen Topligen.