Riquelmes beste Sprüche
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Der Argentinier Juan Román Riquelme fällt überall auf, auf dem Spielfeld und abseits davon. Auf dem Rasen besticht der mittlerweile 34-Jährige noch immer mit seinen hochklassigen Pässen und Toren, mit deren Hilfe die Boca Juniors im Sommer ins Finale der Copa Libertadores 2012 einzogen. Nach der Finalniederlage nahm er seinen Abschied von Boca und ist seither vereinslos. Abseits des Spielfelds machte der Spieler immer wieder mit seiner Redegewandtheit auf sich aufmerksam. Mit seinen klaren, scharfen und auf den Punkt gebrachten Aussagen hinterlässt er auch am Mikrofon seine Spuren.

Lesen Sie nachfolgend auf FIFA.com einige seiner berühmtesten Sprüche.

"Jeder empfindet den Fussball auf seine Weise. Einige sagen, ich würde auf dem Spielfeld immer ein böses Gesicht machen, aber ich habe Zidane noch nie lachen sehen. Weder wenn er gewinnt, noch wenn er verliert. Und er ist seit zehn Jahren der Größte von allen."
2006 über sein Naturell auf dem Spielfeld

"An dem Tag, an dem mir das Fussballspielen keinen Spaß mehr macht, werde ich mit meiner Mutter Mate-Tee trinken."
Über seine Lebensweise und seine Einstellung zum Profifussball

"Bianchi ist der Größte. Er soll alles behalten, was er gewonnen hat, und nicht als Trainer zu Boca zurückkehren. Er ist der Beste von allen und der Klub sollte ihm eine Statue aufstellen, aber er muss zu Hause bleiben und die Zeit mit seinen Enkeln genießen."
Ein in einer Pressekonferenz erteilter Rat für Carlos Bianchi, den erfolgreichsten Trainer in der Geschichte der Boca Juniors, der immer wieder als Kandidat für die Rückkehr auf die Trainerbank der Xeneizes gehandelt wird.

"Ich habe niemanden umgebracht, ich habe nur einen Elfmeter verschossen."
Über das Halbfinale der UEFA Champions League 2006, in dem der Argentinier mit Villarreal gegen Arsenal unterlag und einen Elfmeter verschoss.

"Ich liebe Boca, sonst würde ich hier nicht umsonst arbeiten. Ich bin der einzige Idi…, der gratis arbeitet. Deshalb soll mir niemand mit meiner Verantwortung kommen."
Über seinen speziellen Vertrag von 2009, der vorsah, dass er zwölf Monate lang kein Gehalt bekommen würde.

"Ich habe mich entschieden, ab jetzt nicht mehr für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich musste gar nicht lange darüber nachdenken, denn die Sorge um den Gesundheitszustand meiner Mutter hat mir die Entscheidung ziemlich leicht gemacht. Seit dem Ende der WM ist sie aufgrund der vielen Kritik schon zwei Mal ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie macht sich große Sorgen, und es ist meine Pflicht, mich um sie zu kümmern. Ich liebe meine Mutter sehr und will Ihr auf keinen Fall Leid zufügen."
Riquelme über seinen Abschied von der Nationalmannschaft nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ auf Bitten seiner Mutter

"Ich habe im Radio von Carlos Bilardo gehört, dass ich beim Freundschaftsspiel in Frankreich nicht dabei sein würde. Heute habe ich nur gehört, dass sie versucht haben, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Ich halte mich an einen gewissen Verhaltenskodex, und der stimmt nicht mit dem des Trainers überein. Für mich ist klar, dass wir nicht zusammenarbeiten können. Ich ziehe es vor, meinen Platz einem anderen Spieler zu überlassen.
Riquelme anlässlich eines weiteren Rücktritts aus der Nationalmannschaft im Jahr 2009. Der Grund waren Differenzen mit Diego Maradona.

"Für meinen Vater spiele ich nie gut! Irgendetwas ist immer nicht in Ordnung. Auch wenn die Presse schrieb, dass ich ein gutes Spiel gemacht hatte, sprach er mich auf die Pässe an, die nicht angekommen waren. Er verlangt immer viel von mir, aber ich glaube, das ist gut so. Es hilft dabei, nie nachzulassen."
Im Interview mit FIFA.com über die Beziehung zu seinem Vater

"Da stand nichts drauf. Es ging nur darum, noch ein wenig zu verzögern und unsere Schützen glauben zu lassen, er wüsste, in welche Ecke sie schießen würden. Ich erinnere mich, dass [Esteban] Cambiasso seinen Elfmeter halbhoch schoss, und im Training hatte er das noch nie gemacht. Und er warf sich in die richtige Ecke. Das sind Dinge, die nicht gepasst haben. Ich glaube, dass auf dem Zettel nichts draufstand. Aber das war okay, er war sehr fantasiereich beim Versuch, unsere Spieler zu verunsichern."
Riquelme liefert im Gespräch mit FIFA.com seine Version vom Elfmeterschießen gegen Deutschland bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™. Damals hatte Jens Lehmann einen Zettel mit Informationen über die argentinischen Elfmeterschützen zu Hilfe genommen.

"Messi ist der größte, der beste der Welt. Cristiano Ronaldo ist der Playstation-Spieler, der mit rechts oder links schießen kann – er ist groß, schnell, ein guter Kopfballspieler, er verwandelt Elfmeter oder Freistöße, er ist geschickt. Doch derjenige, der dieses Spiel am besten spielt, ist Iniesta: Er weiß, wann man nach vorne gehen muss und wann nach hinten. Wenn er links den Ball hat, weiß er, wer rechts steht. Er kann alles, was man können muss. Wenn er dribbeln muss, wenn er beschleunigen muss, das Tempo herausnehmen. Und ich denke, dass dies das einzige ist, was man weder kaufen noch lernen kann. Schießen kannst du lernen, oder wie man den Ball annimmt, doch zu wissen, was alles auf dem Feld geschieht – damit wirst du geboren."
Im Interview mit FIFA.com über Andrés Iniesta

"Ich werde nicht weitermachen. Ich liebe diesen Klub, ich mag seine Fans sehr und bin sehr dankbar. Ich bin und bleibe Fan von Boca, aber ich fühle mich leer."
Riquelme und sein letzter Abschied von den Boca Juniors nach der Niederlage im Finale der Copa Libertadores 2012 gegen Corinthians.

"Ich bin über 30 und brauchte keinen Trainer mehr. Falcioni konnte mir nichts mehr beibringen. Was sollte er mir denn beibringen? Wie man im Tor die Bälle hält?"
Riquelme in einer Pressekonferenz nach seinem Abschied von den Boca Juniors über Trainer Julio Falcioni

"Ich sage immer, dass Yepes für diesen Spielzug mehr Anerkennung verdient als ich. Es ist ein Klassiker, es steht 3:0 und dann kommt so ein Spielzug…jeder andere Spieler hätte zugetreten. Aber er hat mich bis zur Ecke verfolgt und nichts gemacht. Ich glaube, dass ist in dieser Partie für diese Aktion mehr Mumm erforderlich war, als dazu, einen anderen Spieler zu tunneln."
Über den Kolumbianer Mario Yepes, den er im Superclásico bei der Copa Libertadores 2000 geschickt tunnelte. Boca gewann die Partie mit 3:0 und zog ins Halbfinale ein.

"Der Fussball hat mir alles gegeben. So wie für Mädchen Puppen das Schönste sind, war für mich der Fussball das herrlichste Spielzeug der Welt. Wer ihn erfunden hat, ist ein wahres Idol, das größte von allen."
Riquelme im Gespräch mit FIFA.com über die Bedeutung des Fussballs in seinem Leben