Jubiläen, Tore und Erfolgsserien
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Im Statistik-Rückblick berichtet FIFA.com von einem Profi, der nach 15 Jahren sein erstes Tor erzielt hat und einem anderen, der allein in diesem Jahr schon mehr als 75 Mal getroffen hat. Ein Engländer feierte ein seltenes Jubiläum, ein Schwede bewies seine Ausnahmestellung und Frankreich und Houston Dynamo bauten außergewöhnliche Erfolgsserien aus.

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Länderspiele hat Steven Gerrard seit Mittwoch auf dem Konto und ist damit der erst sechste Engländer, der diesen Meilenstein erreicht hat. Der 32-Jährige, der vor wenigen Tagen als zehnter Spieler aller Zeiten seinen 600. Einsatz für den FC Liverpool absolvierte, trat mit seinem Einsatz im Länderspiel gegen Schweden in die Fußstapfen von Billy Wright (105), Bobby Charlton (106), Bobby Moore (108), David Beckham (115) und Peter Shilton (125). Gerrard gelang im Spielverlauf seine 20. Torvorlage in einem Länderspiel, mit der er dem Debütanten Steven Caulker dessen erstes Länderspieltor zum 2:1 für England ermöglichte. Doch mit Zlatan Ibrahimovic erzielte erstmals seit Marco van Basten bei der UEFA EURO 1988 wieder ein Spieler vier Tore in einem Spiel gegen England, so dass die Schützlinge von Erik Hamren am Ende einen 4:2-Sieg feiern konnten. Es war erst das zweite Mal in 95 Spielen, dass eine von Roy Hodgson betreute Nationalmannschaft mehr als drei Tore kassierte. Erstmals hatte es das 2003 gegeben, als die Vereinigten Arabischen Emirate mit 1:4 gegen Brasilien unterlagen.

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Tore im Jahr 2012 hat Lionel Messi seit Sonntag auf dem Konto. Damit hat er bereits jetzt die zweithöchste Torausbeute aller Zeiten in einem Kalenderjahr erreicht. Mit seinem Doppelschlag beim 4:2-Sieg des FC Barcelonas gegen RCD Mallorca ließ der 25-jährige Ausnahmefussballer keinen Geringeren als Pelé hinter sich, der 1958 für seinen Klub Santos und die brasilianische Nationalmannschaft insgesamt 75 Tore erzielt hatte. Bei seinem insgesamt 60. Einsatz in diesem Jahr, dem torlosen Remis Argentiniens gegen Saudiarabien am gestrigen Abend, gelang Messi indes kein weiteres Tor. Somit liegt er noch neun Tore hinter dem absoluten Rekord, den Gerd Müller 1972 in Diensten von Bayern München und der bundesdeutschen Nationalmannschaft aufstellte.

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Jahre dauert Frankreichs ungeschlagene Serie in Italien nun bereits an, nachdem die Schützlinge von Didier Deschamps am Mittwoch im Nachbarland einen 2:1-Sieg feierten. Im Mai 1962 hatte Jose Altafini mit zwei Treffern zum 2:1-Sieg der Azzurri beigetragen. Dies war der neunte Sieg in Folge der Italiener gegen Frankreich vor eigenem Publikum. Doch in den vier in Italien ausgetragenen Nachbarschaftsduellen seitdem haben die Franzosen zwei Siege und zwei Unentschieden geholt. Für das Team von Cesare Prandelli war es bereits die fünfte Niederlage in einem Freundschaftsspiel in Folge. Zudem ist mit der Niederlage gegen Frankreich auch die bislang perfekte Bilanz der Italiener in Parma zu Ende gegangen, wo sie alle fünf bisherigen Länderspiele gewonnen hatten. Mathieu Valbuena und der eingewechselte Bafetimbi Gomis erzielten im Stadio Ennio Tardini die Treffer für die Gäste. Frankreich hat keines der acht Spiele verloren, bei denen Valbuena in der Startaufstellung stand (sechs Siege, zwei Unentschieden).

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Jahre und fast 400 Einsätze musste Pascal Bosschaart vom FC Sydney auf sein erstes Tor in einem Meisterschaftsspiel warten. Am vergangenen Samstag war es endlich so weit. Der Niederländer, der in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld spielen kann, hatte sein Profidebüt 1998 beim FC Utrecht gefeiert. In den sechs Jahren dort gelang ihm indes kein einziges Tor, ebenso wie in seinen zwei Spielzeiten bei Feyenoord Rotterdam und in fünf Saisons in Diensten von ADO Den Haag. Doch in seinem ersten Spiel für seinen aktuellen Klub FC Sydney seit einem Achillessehnenriss im März erzielte Bosschaart nun in der 48. Minute ein fantastisches Volleytor zum 2:0 gegen Melbourne Victory. In den letzten 13 Minuten jedoch erzielten die Gäste noch drei Treffer und entrissen den Platzherren vor 21.531 fassungslosen Zuschauern damit den schon fast sicher geglaubten Sieg. Der 19-jährige Andrew Nabbout, der erst zwei Tage zuvor die Abschlussprüfung seines Maschinenbau-Studiums an der RMIT-Universität abgelegt hatte, erzielte nach seiner Einwechslung zwei Treffer. Das dritte Tor für die Gäste trug Archie Thompson bei. Ian Crook trat daraufhin nach nur sechs Spielen als Trainer des FC Sydney zurück.

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Heimniederlagen in 21 Spielen – mit dieser beeindruckenden Bilanz schließt Houston Dynamo das Jahr 2012 ab. Im letzten Heimspiel des Jahres am Sonntag setzte sich das Team von Dominic Kinnear mit 3:1 gegen den Hauptstadtklub DC United durch. Es war das Hinspiel des Finales der Eastern Conference. Damit steht Houston Dynamo bereits mit einem Fuß im MLS Cup, bei dem das Team allerdings kein Heimrecht hätte, da man in der regulären Saison schwächer abgeschnitten hat als die beiden Finalisten der Western Conference, Los Angeles Galaxy und Seattle Sounders. Houston gewann 13 seiner 19 Heimspiele in Texas und stellte damit einen neuen Rekord auf. Die restlichen sechs Heimspiele endeten unentschieden. Und auch in den zwei Heimspielen im Rahmen der CONCACAF Champions League blieben die Texaner ungeschlagen. Wettbewerbsübergreifend ist Houston Dynamo mittlerweile seit 30 Spielen ohne Heimniederlage und damit nur noch vier Partien vom Allzeitrekord entfernt, den Real Salt Lake zwischen 2009 und 2011 aufgestellt hat.