
Dank ihrer herausragenden Torgefährlichkeit im laufenden Jahr haben es Lionel Messi und Neymar erneut in den Statistik-Rückblick von FIFA.com geschafft. Außerdem berichten wir vom Ende langer Serien für Iker Casillas, Spanien und Deutschland.
Minuten, also mehr als dreizehneinhalb Stunden, hatte Torhüter Iker Casillas in Länderspielen für Spanien nicht mehr hinter sich greifen müssen. Am Dienstag endete diese beeindruckende Serie nun mit einem Kopfballtor des französischen Stürmers Olivier Giroud, der erst 364 Sekunden zuvor eingewechselt worden war. Mit seinem Tor in letzter Minute verdarb er den Spaniern zudem den 25. Sieg in Folge in WM- und EM-Qualifikationsspielen. Das letzte nicht gewonnene Spiel der Spanier in diesen Qualifikationswettbewerben war ein 1:1-Unentschieden gegen Island auf dem Weg zur UEFA EURO 2008. Doch das Unentschieden reichte, um die ungeschlagene Serie der Iberer in WM-Qualifikationsspielen auf nunmehr 46 Partien auszubauen. Seit der 0:1-Niederlage in Dänemark im März 1993 haben die Spanier 36 WM-Qualifikationsspiele gewonnen und zehn mit einem Unentschieden beendet.
Tore in 49 Spielen – so lautet die fantastische Bilanz des Brasilianers Neymar im Jahr 2012. Hinzu kommen noch 26 Torvorlagen. Das erst 20-jährige Supertalent hat in allen Wettbewerben in 39 Spielen für seinen Klub FC Santos 37 Mal getroffen. Auch die Bilanz in der Nationalmannschaft kann sich sehen lassen: Hier erzielte er allein in den letzten vier Spielen sieben Treffer und bringt es im gesamten Jahr auf acht Tore bei zehn Einsätzen. Die Schützlinge von Mano Menezes bauten unterdessen ihre Siegesserie auf sechs Spiele in Folge aus. Die letzten vier Partien gewannen die Brasilianer mit 8:0 gegen die VR China, 2:1 gegen Argentinien, 6:0 gegen Irak und 4:0 gegen Japan. Damit haben sie in diesen vier Partien einen Schnitt von fünf Toren pro Spiel erreicht.
Tore in acht Spielen, also im Durchschnitt 1,5 pro Spiel, machen Lionel Messi zum bislang besten Torjäger des Jahres 2012 im internationalen Fussball. Der nächste Verfolger des 25-jährigen Argentiniers ist Carlos Ruiz, der in diesem Jahr bisher zehn Treffer für Guatemala erzielte und dabei seine persönliche Bilanz auf 55 Tore in 104 Länderspielen erhöhte. Messis bisheriger Rekord aus dem Jahr 2007 lag bei sechs Toren in 14 Spielen (im Durchschnitt 0,43 pro Spiel). Zuletzt traf Messi beim 3:0-Sieg gegen Uruguay zwei Mal und beim 2:1-Sieg gegen Chile erneut ein Mal. Argentinien erarbeitete sich mit diesen Erfolgen in der Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ einen Dreipunkte-Vorsprung. Messi selbst ist in der Qualifikation gemeinsam mit seinem Teamkameraden Gonzalo Higuain und dem Uruguayer Luis Suarez mit bislang sieben Treffern einer der erfolgreichsten Torjäger. In der Gesamtbilanz für Argentinien hat der Ausnahmespieler nun 31 Treffer in 75 Länderspielen vorzuweisen. Damit liegt er nur noch zwei Tore hinter Diego Maradona und vier hinter Hernan Crespo. Die ewige Torjägerliste der Argentinier wird von Gabriel Batistuta angeführt, der es auf 56 Tore für die Albiceleste brachte.
Tore Rückstand konnte die schwedische Nationalmannschaft am gestrigen Abend im WM-Qualifikationsspiel in Berlin aufholen und sorgte damit dafür, dass Deutschland erstmals in seiner 108-jährigen Länderspielgeschichte ein Spiel nicht gewann, bei dem die Mannschaft zwischenzeitlich mit vier Toren in Führung gelegen hatte. Miroslav Klose, der beim 6:1-Sieg in der Republik Irland am Freitag einen Hattrick erzielt hatte, trug sich im Olympiastadion schon in der Anfangsphase erneut zwei Mal in die Torschützenliste ein und liegt nun nur noch einen Treffer hinter Deutschlands Rekord-Torjäger Gerd Müller mit 68 Toren. Per Mertesacker baute die Führung auf 3:0 aus und als Mesut Özil in der 56. Minute gar auf 4:0 erhöhte, hatten die Deutschen in ihren letzten 116 Spielminuten nicht weniger als zehn Tore erzielt – also rechnerisch eines alle 11,6 Minuten! Doch in der 62. Minute gelang Zlatan Ibrahimovic der erste Treffer für die Schweden, der eine der sensationellsten Aufholjagden aller Zeiten einleitete, die nach weiteren Treffern von Mikael Lustig, Johan Elmander und Rasmus Elm mit einem 4:4-Unentschieden endete.
Siege in sechs Spielen reichten der französischen Nachwuchsauswahl, die am Samstag den Titel bei der FIFA U‑17-Frauen-Weltmeisterschaft gewann. Mit weniger Siegen hat noch nie eine Mannschaft den Titel bei einem FIFA-Frauenturnier geholt. Die Bleuettes trennten sich mit 0:0 von den USA und mit 1:1 von der DVR Korea, bevor sie im letzten Gruppenspiel einen 10:2-Sieg gegen Gambia feierten, der sie dank der besseren Tordifferenz als Gruppenzweiter in die K.o.-Runde katapultierte. Im Viertelfinale kamen die Französinnen nicht über ein torloses Remis gegen Nigeria hinaus und setzten sich erst im Elfmeterschießen durch. Im Halbfinale folgte dann ein 2:0-Sieg gegen Ghana. Im Finale trafen die Französinnen dann erneut auf die DVR Korea. Es war das zweite Endspiel der FIFA U 17-Frauen-WM in Folge, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Hierbei hatten die Schützlinge von Guy Ferrier schließlich mit 7:6 das bessere Ende für sich.



