
Im Statistik-Rückblick von FIFA.com geht es in dieser Woche um Torrekorde durch Damiao, Konate, Sinclair und Wambach bei den Olympischen Spielen London 2012 und Marcus Tulio Tanaka in der J.League. Außerdem beleuchten wir die Elfmeterschwäche von River Plate und einen erstmaligen Erfolg Mexikos.
Spielminuten ohne Gegentor absolvierte Japan bei Olympischen Fussballturnieren der Männer, bis Marco Fabian im gestrigen Halbfinale den Ausgleich für Mexiko erzielte. Mit seinem Tor in der 31. Minute beendete der Mittelfeldspieler Japans Serie mit vier Partien in Folge ohne Gegentor. Den Blue Samurai fehlten allerdings noch 185 Minuten zum Rekord Argentiniens, aufgestellt von 1996 bis 2008. Zudem brachte der Treffer die Mexikaner auf die Siegerstraße, die nun als erstes Team aus der CONCACAF-Zone das Finale eines Olympischen Fussballturniers der Männer erreicht haben. Gegner im Spiel um die Goldmedaille am Samstag ist Brasilien mit Torjäger Leandro Damiao, der schon sechs Treffer auf dem Konto hat. Damit liegt er in der Liste der brasilianischen Olympia-Rekordtorschützen auf Platz drei hinter Romario (7) und Rekordhalter Bebeto (8).
Tore machten die packende Partie zwischen den USA und Kanada am Montag im Old Trafford von Manchester zum torreichsten Halbfinale in der Geschichte des Olympischen Fussballturniers der Frauen. Der bisherige Rekord stammte aus dem Halbfinale von Peking 2008, das die USA mit 4:2 gegen Japan gewonnen hatten. Die torgefährlichste Spielerin der Partie war die Kanadierin Christine Sinclair, deren Hattrick indes nicht zum Sieg reichte. Die kanadische Spielführerin kann sich damit trösten, nach der Deutschen Birgit Prinz und der Brasilianerin Cristiane als dritte Spielerin einen Hattrick bei Olympischen Spielen erzielt zu haben. Auch die U.S.-Amerikanerin Abby Wambach traf und setzte so ihre Erfolgsserie fort. Sie hat sich in allen fünf bisherigen Spielen im Turnier in die Torschützenliste eingetragen. Damit haben die beiden herausragenden nordamerikanischen Spielerinnen nun 143 Länderspieltore zu Buche stehen, nur noch 15 weniger als Mia Hamm, die den Weltrekord hält. Für U.S.-Spielführerin Christie Rampone war es bereits die 21. Partie bei Olympischen Spielen. Damit liegt sie nur noch hinter der Brasilianerin Formiga (24). Mit einem Sieg gegen Japan im Finale am Donnerstag würde sie zur ersten Fussballerin, die drei Mal Olympisches Gold gewonnen hat.
Tore trug ein einziger Spieler am Samstag in Japan zum 5:1-Sieg von Nagoya Grampus Eight gegen Vissel Kobe bei. Das wäre schon mehr als beeindruckend, wenn es sich bei diesem Spieler um einen Stürmer handeln würde. Doch der Mann, um den es geht, ist ein gestandener Abwehrrecke, nämlich Marcus Tulio Tanaka. Der 31-Jährige lässt zwar seine Torgefährlichkeit immer wieder mal erkennen, doch vier Treffer in einer Partie hatte auch er zuvor nie geschafft. Mit dieser Ausbeute stellte Tanaka einen neuen japanischen Rekord auf, denn er ist der erste Verteidiger in der Geschichte der J.League, der es auf vier Treffer in einem Spiel brachte.
Elfmeter in Folge haben Spieler des argentinischen Klubs River Plate jetzt verschossen. Bei der 1:2-Heimniederlage gegen Belgrano Cordoba am Sonntag setzte Rogelio Funes Mori diese Negativserie fort. Die Serie der drei Fehlschüsse (je einer in den letzten drei Spielen von River) begann mit dem Scheitern von Alejandro Dominguez in der Partie gegen Patronato. Der zweite Unglücksrabe war David Trezeguet, der nach 17 Jahren wieder in die argentinische Topliga zurückgekehrt ist und gegen Almirante Brown nicht verwandeln konnte. Der Fehlschuss Moris war allerdings der wohl schmerzlichste, denn damit ist die ungeschlagene Serie Belgranos gegen die Millonarios auf bereits fünf Spiele angewachsen. Zudem weckte der verschossene Elfmeter böse Erinnerungen an den Fehlschuss Mariano Pavones im Abstiegs-Playoff des vergangenen Jahres. Doch River Plate war keineswegs das einzige Team, das sich über verschossene Elfmeter ärgern musste. So scheiterte Jose Sand vom Racing Club gleich zwei Mal in einem Spiel mit Strafstößen an Torhüter Guillermo Sara von Atletico Rafaela, der als erster Schlussmann seit Miguel Brindisi von den Boca Juniors am 5. Dezember 1982 in der argentinischen Topliga zwei Elfmeter in einer Partie hielt.
Tor alle 76 Minuten – Diese beeindruckende Quote erreichte Moussa Konate bei seinen vier Einsätzen beim Olympischen Fussballturnier von London 2012. Der senegalesische Stürmer erzielte in diesen vier Partien fünf Treffer. Er ist zudem der erste Spieler seit dem Sowjetrussen Fyodor Cherenkov bei den Spielen von Moskau 1980, der in jeder seiner ersten vier Partien bei Olympischen Spielen traf. Kein Team hätte einen solch torgefährlichen Spieler wie Konate besser brauchen können als Spanien. Die Iberer waren zwar als Mitfavorit angereist und brachten es auf insgesamt 41 Schussversuche, doch am Ende der Gruppenphase mussten sie als einziges Team ohne ein einziges erzieltes Tor abreisen.



