In Fussballspielen kommt es oft zu Situationen, die unter gewissen Umständen Anlass zum Schmunzeln geben. Fast immer stehen dabei Spieler im Mittelpunkt, die kuriose oder sogar streitbare Situationen gekonnt nutzen, um für Unterhaltung zu sorgen. Nicht wenige Stars und Vereine nutzten dabei in der Vergangenheit den 1. April, der in vielen Teilen der Welt als Tag der Scherze bekannt ist, um selbst einen Streich zu spielen.

Zu diesem Anlass berichtet FIFA.com über einige Aktionen, in denen der Humor und die Persönlichkeit der Protagonisten dazu beitrugen, dass ungewöhnliche Momente oder streitbare Situationen als unterhaltsame Anekdoten in die Geschichte eingingen.

Knockout-Kramer
Durch seinen Knockout im Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ und den damit verbunden kurzzeitigen Gedächtnisverlust schrieb Christoph Kramer unfreiwillig Geschichte. Doch wie heißt es in Deutschland in einem bekannten Sprichwort: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." Und so gaben einige seiner Teamkollegen einige Wochen später in einer Sportsendung - nicht ganz ernst gemeinte - Details dieser Szene bekannt.

"Als er [Kramer] versuchte, das Trikot mit dem Schiedsrichter zu tauschen, dachte ich mir: 'Jetzt ist genug'", scherzte Kapitän Philipp Lahm. Thomas Müller fügte hinzu, dass es richtig gewesen sei, Kramer auszuwechseln, denn "keiner wusste, was er als nächstes machen würde. Vielleicht zieht er noch den Schiedsrichter aus - bis auf die Unterwäsche." Auch Torhüter Manuel Neuer hatte wohl mit einem verwirrten Kramer zu tun: "Er kam zu mir und sagte: 'Ey Manu, ich möchte jetzt ins Tor.'" Kramer jedoch konnte damit gut umgehen, lächelte und antwortete schlicht: "Ich muss mich für das alles entschuldigen und dafür gerade stehen, was jetzt an die Öffentlichkeit kam."

Fatmire Alushi wurde zum Opfer der TV-Sendung "Verstehen Sie Spaß?". Hier saß die damals gerade von Turbine Potsdam zum 1. FFC Frankfurt gewechselte Offensivspielerin bei einem Interview und hörte Frankfurt-Manager Siegfried Dietrich über einen angeblichen weiteren Wechsel sprechen. "Es gibt eine Klausel in ihrem Vertrag, die es uns ermöglicht, Lira [Abkürzung für Fatmire]für ein Jahr ins Ausland zu verleihen. Das haben wir gemacht und deswegen wird sie kommende Saison für Western New York Flash spielen."

Eine völlig aufgelöste und verstörte Alushi wusste nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollte. "Das bringt mich zum Schwitzen. Worüber spricht er? Das ist nicht wahr! Ich bin doch nicht blöd", versuchte sie die Situation zu erklären. Nach einiger Zeit wurde der Scherz natürlich aufgelöst und die sichtlich erleichterte Ex-Nationalspielerin Deutschlands begann, sich wieder zu beruhigen.

Verrückte Torhüter
Man sagt Torhütern oftmals nach, etwas verrückt zu sein. Dies trifft auf jeden Fall auf den Mexikaner Jaime Tubo Gómez zu, eines der größten Idole von Chivas Guadalajara. Während eines Derbys gegen Atlas im April 1955 lag seine Mannschaft so hoch in Führung, dass sich die Fans der Zorros, die direkt hinter dem Torhüter standen, die Zeit damit vertrieben, ihn zu beschimpfen. Gómez borgte sich von einem Fan eine Zeitung aus, setzte sich gegen einen Pfosten lehnend auf den Boden und begann, die Zeitung zu "lesen". Dies dauerte nur zehn Sekunden - doch lange genug, damit ein Fotograf diesen Moment für die Ewigkeit festhalten konnte. Als die Mannschaften zur zweiten Halbzeit wieder aus der Kabine kamen, drohte ihm der Schiedsrichter mit einem Platzverweis, sollte er diese Geste wiederholen. "Es wird nicht wieder vorkommen", versprach Gómez, der im Jahr 2004 verstarb, sich mit diesem Foto jedoch unsterblich machte.

Das Bild von Gómez erregte in den Medien jedoch keine so große Aufmerksamkeit wie jenes des argentinischen Torhüters Ángel David Comizzo im Oktober 1992. Während eines Superclásico gegen die Boca Juniors im legendären "Bombonera" sah der damalige Torhüter von River Plate, wie ganz in seiner Nähe ein kleines Radio von der Tribüne der Gastgeber auf den Rasen geworfen wurde, nachdem der Schiedsrichter einen Elfmeter für die Gastmannschaft gegeben hatte, die zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 in Rückstand lag. Comizzo setzte sich die Kopfhörer auf und wartete auf die Ausführung des Strafstoßes, während er den Fans der Xeneize das Gesicht zuwandte. Sein Gegenüber Fernando Navarro Montoya konnte den Schuss von Hernán Díaz jedoch parieren, und ElFlaco (der Dünne) musste aus nächster Nähe den Jubel der Boca-Fans ertragen. "Wenn ich heute ein Radio auf dem Boden stehen sehe, denke ich nicht einmal daran, es zu berühren", sollte er zehn Jahre danach, als er noch immer aktiv war, im Gespräch mit der Zeitschrift El Gráfico sagen.

Fehlverhalten am Arbeitsplatz...
Es gab jedoch auch andere Spieler, auch im argentinischen Fussball, die noch einen Schritt weiter gingen als Comizzo. Der Paraguayer Gabriel González war ein talentierter Spielmacher, der nicht nur in seinem Heimatland bei Olimpia, sondern auch in Spanien und Peru überzeugen konnte und auch für die Nationalmannschaft auflief. El Loco, wie er aufgrund seiner Eskapaden genannt wurde, war im Jahr 1994 gerade dabei, im Derby gegen Gimnasia y Esgrima einen Eckstoß für Estudiantes de La Plata auszuführen. Zuvor nahm er sich jedoch ein paar Sekunden Zeit, um an einer Zigarette zu ziehen, die aus dem Gästesektor auf das Spielfeld geflogen war! "Etwas hat mich an der Schulter getroffen, und als ich sah, dass es eine Zigarette war, hob ich sie ohne nachzudenken auf, zog ein paar Mal daran und warf sie wieder weg. Dann trat ich die Ecke, so als ob nichts gewesen wäre. Sie wollten mich umbringen, aber das hat mir Spaß gemacht", sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung El Día nach dem Spiel.

Einige Jahre später, im Jahr 2009 um genau zu sein, konnte der schottische Nationalstürmer Steven Thompson der Versuchung nicht widerstehen, sich während der Arbeitszeit einen Schluck zu genehmigen. Während eines Saisonvorbereitungsspiels seiner englischen Mannschaft Burnley gegen die Portland Timbers in den USA stolperte Thompson so unglücklich vom Spielfeld, dass er erst an einem Stand, an dem Werbung für eine Biermarke gemacht wurde, zum Stillstand kam. "Plötzlich stand ich an einem Tisch, auf dem ein volles Glas Bier stand, weshalb ich instinktiv einen Schluck davon genommen habe. Ich weiß nicht mehr, warum ich das getan habe, doch es schmeckte hervorragend", erklärte Thompson. Diese Aktion entlockte den Anwesenden ein Lächeln, doch die Vereinsführung hatte nicht so viel Humor und bestrafte ihn wegen "unprofessionellen Verhaltens" mit der Zahlung eines Wochenlohns.

Genuss- und Fallsucht
Anders endete die Geschichte von Michael Quinn, einem ehemaligen englischen Mittelstürmer mit berühmt-berüchtigtem Appetit, der in gleichem Ausmaß Tore erzielte, wie er Torten verdrückte. Micky, der in den 1980er und 1990er Jahren unter anderem bei Portsmouth, Newcastle United und Coventy City für Furore sorgte, war aufgrund seines Gewichts oftmals Spott ausgesetzt, bis er eines Tages zurückschlug. "Es war im Stadion von West Ham United. Als ich auf die Hereingabe eines Eckstoßes wartete, rief ein Fan: 'Wer hat die ganze Torte gegessen?'. Er warf ein Stück Torte in meine Richtung, und als ich einen Teil davon abfangen konnte, aß ich es vor seinen Augen auf. Seine Freunde machten sich über ihn lustig", erinnerte er sich mit einem Lächeln.

Sein berühmter Landsmann Paul Gascoigne, der bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1990 in Italien mit England das Halbfinale erreichte, gab sich auf dem Spielfeld ebenfalls einem Häppchen hin. Als Gazza bei den Glasgow Rangers spielte, warfen die Fans gelegentlich Schokoriegel nach ihm, für die er bekanntermaßen eine Schwäche hatte. Nachdem er ein paar Mal abgebissen hatte, steckte er sich den Rest in die Hosentasche, um ihn sich für später aufzuheben! Eine weitere Eskapade leistete er sich in einem Spiel gegen Hibernian, als er einem Schiedsrichter die Gelbe Karte zeigte, nachdem dieser sie hatte fallen lassen. Der Unparteiische verstand jedoch keinen Spaß und verwarnte den Spieler, was sogar von den gegnerischen Fans mit Pfiffen bedacht wurde.

Wie man sieht, ist Humor von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Im damaligen Halbfinale der WM 1990 traf Gascoigne auf Deutschland mit Jürgen Klinsmann, das später Weltmeister wurde. Vier Jahre später wechselte Klinsmann von Bayern München zu Tottenham Hotspur, wo er sich in der englischen Presse aufgrund seines "Talents", sich fallen zu lassen, um ein Foulspiel zu simulieren, einen Ruf als "Schwalbenkönig" eingehandelt hatte. Der Stürmer war mit diesem Spitznamen jedoch nicht einverstanden, da er ihn für ungerechtfertigt hielt, doch bei seinem Debüt erzielte er ein Tor... und bejubelte dieses mit einer olympiareifen Schwalbe!

Eine der vielleicht kuriosesten Geschichten ist jedoch vermutlich jene von Ángel Sánchez, der bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002 in Korea/Japan zwei Partien leitete. Auf Drängen seiner Frau richtete er ein Museum mit über 600 Ausstellungsstücken ein, die er im Laufe seiner Karriere gesammelt hatte: unter anderem ein Feuerzeug, ein Mobiltelefon und ein Radio, die während seiner Spiele auf den Rasen geworfen worden waren.

Auch wenn man anderes vermuten könnte, bewahrte er sie als Erinnerungsstücke auf. "Alle Gegenstände, die ich aufbewahre, haben einen großen Wert für mich. Ich könnte mich nicht nur für einen entscheiden. Ich muss meinem Schicksal danken, denn ich hatte in meiner Karriere sehr viel Glück. Das verdanke ich nur dem Fussball."