Im Statistik-Rückblick berichtet FIFA.com in dieser Woche von Rekordtoren durch Jamie Vardy und Justin Meram, einem beeindruckenden Meilenstein für Gianluigi Buffon, einem denkwürdigen Titel für die Corinthians und einer Klasseleistung im Clásico.

350 Einsätze für die Corinthians – diesen Meilenstein feierte Ralf am Freitag, in dem er seinem Klub zum sechsten brasilianischen Meistertitel verhalf. Für O Timão ist es der erste Titelgewinn seit 2011, mit dem man mit dem Lokalrivalen São Paulo gleichzog. Seit der erstmaligen Ausspielung des Brasileirão im Jahre 1971 hat kein Team den Titel öfter geholt. Die Corinthians waren das dominierende Team der Saison: Sie haben die beste Heimbilanz und die beste Auswärtsbilanz vorzuweisen und sie erzielten mehr Tore (70) und kassierten weniger Gegentreffer (28) als alle Konkurrenten. So konnten sie den Titelgewinn bereits drei Spieltage vor Schluss feiern. Mittelfeldspieler Ralf, der schon beim Titelgewinn 2011 dabei war, trug bei seiner Galavorstellung die Kapitänsbinde, die während der Saison durch das Team die Runde machte. Zwei Tage später stemmten O Timão nach einem 6:1-Kantersieg gegen São Paulo die Trophäe im eigenen Stadion in die Höhe.

20 Jahre lang ist Gianluigi Buffon nun bereits Torhüter in der italienischen Serie A. Sein Jubiläum feierte er am Samstag gegen den AC Mailand, kurioserweise das gleiche Team, gegen das er am 19. November 1995 auch debütiert hatte. Und genau wie vor zwei Jahrzehnten, als er den Kasten von Parma sauber hielt, erwies sich der mittlerweile 37-Jährige für die Rossoneri erneut als unüberwindlich: Juventus Turin setzte sich mit 1:0 gegen den Rivalen durch. Es war bereits das 388 Spiel ohne Gegentor für Buffon, der insgesamt 925 Einsätze im Klub- und Nationaltrikot hinter sich hat. 552 Mal trug er bisher das Trikot von Juve und liegt damit gleichauf mit Gaetano Scirea auf Platz zwei der Allzeitwertung. Einzig Alessandro Del Piero (mit 705 Einsätzen) spielte noch öfter für die Alte Dame. Wie unverwüstlich Buffon tatsächlich ist, wird noch deutlicher wenn man bedenkt, dass Gianluigi Donnarumma, der gegnerische Torhüter am Samstag, erst vier Jahre nach Buffons Debüt geboren wurde. Italiens Nationaltorhüter hatte großen Anteil an Juves sechstem Serie-A-Sieg in Folge gegen den AC Mailand. Die Rossoneri hatten nie zuvor gegen sechs Mal in Serie gegen den gleichen Gegner verloren.

10 Spieltage in Folge leuchtete in der englischen Premier League der Name Jamie Vardy in der Liste der Torschützen von der Anzeigetafel. Damit hat der Stürmer von Leicester City einen bereits zwölf Jahre alten Rekord eingestellt. Der 28-Jährige, der noch 2012 keinem Ligaverein angehörte, ist nach Ruud van Nistelrooij erst der zweite Spieler, dem dies gelang. Genau wie Van Nistelrooy war auch für Vardy der St James' Park die zehnte Station seines Erfolgslaufes. Er traf beim 3:0-Sieg bei Newcastle United, mit dem Leicester die Tabellenführung in der Premier League eroberte – ein Klub, der in seiner 131-jährigen Geschichte noch nie den Titel in der höchsten Spielklasse holen konnte. Leicester verdrängte Manchester City von der Spitze, das erstmals seit Februar 2003 in der ersten Halbzeit eines Liga-Heimspiels drei Gegentreffer kassierte und am Ende mit 1:4 gegen die Gäste vom FC Liverpool unterlag.

9 Sekunden waren am Sonntag gerade erst absolviert, als Justin Meram von Columbus Crew das schnellste Tor aller Zeiten in der Playoff-Runde der Major League Soccer erzielte. Mit seinem Rekordtor brachte der irakische Nationalspieler sein Team auf die Siegerstraße zu einem 2:0-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel gegen die New York Red Bulls. Er traf 15 Sekunden schneller als Adrian Paz, ebenfalls von Colombus Crew, im Jahre 1996. Das Team aus Ohio baute die Führung im weiteren Verlauf der Partie durch den 25. Saisontreffer von Kei Kamara noch weiter aus. Damit festigte der Stürmer aus Sierra Leone seine Führung in der Torjägerliste. Auch im anderen Halbfinale fiel ein denkwürdiges Tor. Nach dem 3:1-Sieg gegen den FC Dallas haben die Portland Timbers ähnlich gute Chancen aufs Weiterkommen wie Columbus Crew. Verteidiger Nat Borchers hatte 2003 für die Colorado Rapids schon einmal ein Playoff-Tor erzielt. Volle zwölf Jahre und 18 Tage später ist ihm dies nun erneut gelungen. Eine solch lange Zeitspanne zwischen zwei Playoff-Toren hatte es noch nie gegeben.

4 Gegentore durch den FC Barcelona und kein eigener Treffer bescherten Rafa Benitez am Samstag die höchste Heimniederlage seiner Trainerkarriere. Für den Trainer von Real Madrid war es die erste Heimniederlage mit vier Toren Rückstand, seitdem er 1998 mit Extremadura eine 1:5-Klatsche gegen die Merengues kassiert hatte. Barça präsentierte sich in diesem Clásico herausragend und hat jetzt erstmals in 20 aufeinander folgenden Auflagen des Duells gegen den Erzrivalen getroffen. Für die Katalanen war es der 91. Sieg im spanischen Klassiker. Damit liegt man nur noch einen Sieg hinter Madrid, das erstmals seit 18 Duellen wieder ohne Torerfolg blieb. Andres Iniesta erzielte nach 20 Monaten endlich wieder ein Tor in einem Ligaspiel und beendete erstmals einen Clásico mit einem Tor und einer Vorlage. Barças Torrausch gegen eine der solidesten Abwehrreihen im Weltfussball beendete zudem nach einem neuen Klubrekord den Erfolgslauf von Torhüter Keylor Navas, der zuvor 885 Minuten lang nicht hinter sich greifen musste.