Ernst Happel kann man getrost als Trainer-Legende bezeichnen. Denn nicht nur am Ball, sondern auch an der Seitenlinie sorgte der Österreicher für Furore. Nach seiner Spielerkarriere, in der er unter anderem mit seinem Heimatland Platz drei bei der WM-Endrunde 1954 holte und zum Publikumsliebsling bei Rapid Wien aufstieg, erwies sich der Schritt auf die Trainerbank als goldrichtig.

Ob als Nationalcoach in den Niederlanden und Österreich oder bei europäischen Topklubs wie dem Hamburger SV, dem FC Sevilla oder Feyenoord Rotterdam - der ehemalige Verteidiger stand stets für Erfolg und Titel. Meister in vier verschiedenen Ländern, Vize-Weltmeister (1978), Weltpokalsieger (1970) und zahlreiche weitere Trophäen kann Happel sein Eigen nennen.

Doch nicht nur im Bezug auf seine Trainerarbeit gehörte der Österreicher zu den Großen seines Fachs, auch sein Mundwerk und Sprüche waren legendär. Anlässlich seines 25. Todestages hat  FIFA.com die besten Zitate des 1992 verstorbenen Ernst Happel zusammengestellt, der nicht nur die Wahl zu Österreichs Trainer des Jahrhunderts gewann, sondern auch Namensträger des Ernst-Happel-Stadions in Wien ist.

"Für mich hat sich alles gelohnt, und ich bereue nichts."
Happel über seine Trainer-Laufbahn

"Wenn man seiner Meinung mal richtig nachgeht, trifft man meist auf eine bessere."
Happel über Kritikfähigkeit

"Spezialisten des Fussballs sind nur bedingt einsetzbar. Das beunruhigt mich. Dilettanten sind überall einsetzbar. Das beruhigt mich."
Happel auf die Frage, ob er bestimmte Spielertypen bevorzuge

"Mein erster Trainer-Lehrer hat zu mir gesagt: Keine Angst, Ernstl! Bei näherer Betrachtung schrumpft so mancher wilder Stier auf ein harmloses Öchslein zusammen."
Happel über seine Anfangszeit als Trainer

"Angst steht bei mir in keinem Lexikon."
Happel vor einem entscheidenden Spiel auf die Frage, ob er Angst habe

"Wichtig war für mich, wie ein Verein geführt ist. Je weniger im Vorstand, desto besser. Sind es 18, habe ich sowieso kein Interesse."
Happel über seine Beweggründe, ein Traineramt anzutreten

"Spielt man Manndeckung, dann hat man elf Esel auf dem Platz."
Happel über Taktikzwänge

"Ich möchte nicht, dass der Fussball mein Hobby ist. Da bliebe mir ja viel zu wenig Zeit zum Briefmarkensammeln!"
Happel auf die Frage, ob er sein Hobby zum Beruf gemacht hat

"Ein guter Mittelfeldspieler hat Augen im Rücken, das ist das ganze Geheimnis."
Happel über die Anforderungen an einen guten Mittelfeldspieler

"Ich bin kein Freund der Spieler. Ich arbeite auf Distanz."
Happel über das Verhältnis Trainer/Spieler

"Wie ich höre, hat Max Merkel mich als Nationaltrainer Österreichs vorgeschlagen. Ich mache es nur, wenn ich den Merkel als Zeugwart bekomme."
Happel scherzhaft über seine Zukunftspläne

"Man sollte nicht gleich eine Mauer machen um das Spielerhotel. Aber ein paar Ziegel sollte man immer dabeihaben."
Happel auf die Frage, inwieweit man die Spieler kontrollieren sollte

"Es sind immer die kleinen Rechthabereien, die eine große Liebe zerstören."
Happel über Probleme im Klub

"Pech war nicht im Spiel. Pech ist, wenn man sich den Fuß bricht."
Happel nach der sensationellen Pokalniederlage des HSV unter seiner Regie

"Mir ist ein 5:4 lieber als ein 1:0!"
Happel über seine Fussball-Philosophie

"Sechs Jahre Hamburg sind genug! Ich mag das nicht, wenn meine Enkel immer vom Opa Hamburg reden..."
Happel über die Gründe seines Rücktrittes beim Hamburger SV

"Ein Tag ohne Fussball ist ein verlorener Tag."
Happel über seine Liebe zum runden Leder

"Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir Risiko auf uns nehmen.“
Happel über seine Fussball-Philosophie

"Dieser Beruf verlangt Naturbegabung. Wissenschaftlich kann man ihn nicht erlernen."
Happel über den Trainerjob

"Wenn Sie reden wollen, müssen sie Staubsaugervertreter werden. Ich brauche nur Fussballer."
Happel zu seinem Spieler Hansi Müller, nachdem dieser um ein Gespräch gebeten hatte

"Wir haben soviel erlebt, ich muss aufhören. Mit zuviel Siegen geht die Disziplin zurück. Wir werden zu sehr Freunde. Man leidet und weint, man lacht und gewinnt zusammen. Und das darf nicht zu lange dauern."
Happel über seine Gründe, trotz großem Erfolg den niederländischen Klub Feyenoord Rotterdam zu verlassen.

"Die Leute mögen die Fantasie eines Spielers, schließlich wollen die Zuschauer etwas geboten bekommen. Und weil Fussball nur ein Spiel ist, muss man dabei auch Spaß haben können."
Happel über die Faszination Fussball