Peru und Island im Jubelrausch
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DER TAGESRÜCKBLICK: Riesenjubel bei Peru: Die Südamerikaner setzten sich im spektakulären Finale des Olympischen Junioren-Fussballturniers Nanjing 2014 gegen Korea Republik durch und durften den historischen Gewinn der Goldmedaille bejubeln. Island krönte unterdessen seine starken Vorstellungen bei der erstmaligen Teilnahme an der Endrunde eines FIFA-Turniers und schaffte mit einem deutlichen Sieg über Kap Verde den verdienten Sprung aufs Podium.

Die Ergebnisse
Spiel um den dritten Platz
Kap VerdeIsland 0:4 (0:2)
Die Enttäuschung über das knapp verpasste Finale dürfte bei den jungen Isländern spätestens seit diesem Abend einer Mischung aus Freude und Stolz gewichen sein. Bei ihrem ersten großen Auftritt auf der internationalen Bühne zeigten die Schützlinge von Trainer Freyr Sverrisson herzerfrischenden Fussball und belohnten sich für ihre gezeigten Leistungen mit der Bronzemedaille. Kolbeinn Finnsson brachte sein Team mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 14. Minute in Führung. In der Folgezeit erspielte sich Island mehrere gute Gelegenheiten, scheiterte aber immer wieder am überragenden Mario Jorge in Kap Verdes Tor. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang Torfi Gunnarsson per Kopfball das 2:0.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bauten die Isländer ihre Führung auf kuriose Art und Weise aus: Mario Jorge klärte vor Helgi Gudjonsson, schoss dabei aber Fabio an, von dem aus der Ball ins Netz prallte. Die Afrikaner konnten sich kaum gefährliche Szenen erspielen, Kenny und Andradino wurden von Islands Abwehr weitestgehend abgemeldet. In der 61. Minute führte ein erneuter Freistoß zum Endstand: Gudjonsson schraubte sich im Strafraum am höchsten und nickte ein.

Finale
PeruKorea Republik 2:1 (0:1)
Das Duell der beiden Top-Favoriten erfüllte alle Erwartungen. Die Zuschauer im Jiangning Sports Centre Stadium bekamen ein atemberaubendes Spiel mit zahlreichen Torszenen zu sehen. Die erste Chance der Partie hatte Peru durch Fernando Pacheco, der mit seinem Schuss aus halblinker Position jedoch nur das Außennetz traf. In der 15. Minute gingen die Koreaner durch Jeong Wooyeong in Führung, er überwand den peruanischen Torhüter Fabrian Caytuiro nach tollem Zuspiel von Hong Hyunseok. Dann war es wieder Pacheco, der es aus der Distanz versuchte, aber Lee Changmin im koreanischen Gehäuse nicht bezwingen konnte. Peru drängte auf den Ausgleich und hatte Pech, dass Gerald Tavara nur die Latte traf. Auf der anderen Seite vergab Kim Seongjun in aussichtsreicher Position. Nach 39 Minuten kam Pacheco fünf Meter vor dem Tor völlig freistehend zum Schuss, Perus Kapitän setzte den Ball aber über die Latte und vergab diese Großchance.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Franklin Gil erzielte nach einem klugen Pass von Darwin Melendez den Ausgleichstreffer. Nach guten Kopfballchancen für beide Teams durch Joo Hwimin und Anthony Quijano durften die Peraner erneut jubeln: Pacheco zog vom Strafraumrand ab und setzte den Ball mit viel Gefühl ins obere Toreck. Es sollte zugleich der Siegtreffer für die Südamerikaner sein. Korea Republik warf zwar noch einmal alles nach vorne, kam allerdings nur noch zu einer guten Gelegenheit durch Lee Jiyong, dessen Schuss knapp am Pfosten vorbei ging.

Bewegende Momente
Kap Verde in guten Händen
An Mario Jorge lag es sicherlich am allerwenigsten, dass Kap Verde die Heimreise aus Nanjing ohne Medaille im Gepäck antreten muss. Der Keeper vom portugiesischen Spitzenverein FC Porto knüpfte nahtlos an seine starke Leistung aus dem Halbfinale an und entschärfte diverse isländische Großchancen mit Glanzparaden am Stück. Vor allem in der ersten Halbzeit sorgte Kap Verdes Kapitän für ungläubige Blicke in den Gesichtern der europäischen Angreifer, als er zwei Mal binnen kürzester Zeit gegen Gudmunudur Tryggvason parierte und anschließend auch noch Aron Kari Adalsteinsson verzweifeln ließ. Auch wenn er mit seiner Mannschaft unterlag – das Privatduell gegen Islands Offensive entschied Mario Jorge an diesem Abend für sich.

Eine wertvolle Lektion
FIFA Fairplay-Botschafter Simone Farina ist bei den Olympischen Jugendspielen als "Athlete Role Model" (Sportler mit Vorbildfunktion) im Einsatz, um jungen Athleten die Werte des Sports und des Fussballs zu vermitteln. "Ich bin sehr stolz, heute hier zu sein. Fussball ist ein wundervoller Sport, der uns so viel Freude bereitet. Wir müssen ihn schützen", betonte Farina, der im Stadion die letzten beiden Partien des Junioren-Fussballturniers verfolgte. "Die Gespräche mit den jungen Sportlern sind eine fantastische Erfahrung. Wir müssen gute Vorbilder für sie sein, denn sie sind die Zukunft." Farinas Einsatz in Nanjing trägt bereits erste Früchte. "Ich habe von ihm die wirkliche Bedeutung des Sports gelernt. Es geht nicht darum, einen Wettkampf zu gewinnen, sondern ihn auf korrekte Art und Weise zu gewinnen", so die junge Golfspielerin Virginia Elena Carta.

Was lange währt, wird endlich gut…
Für Perus Kapitän Fernando Pacheco war es lange Zeit ein Abend zum Verzweifeln. Der Angreifer versuchte es aus allen Lagen, aber er konnte den südkoreanischen Schlussmann einfach nicht überwinden. In der 21. Minute hatte Pacheco bereits den Torschrei auf den Lippen, doch sein gefühlvoller Schlenzer wurde von Lee Changmin mit einer sensationellen Flugeinlage aus dem Winkel gekratzt. Der junge Peruaner ließ den Kopf aber nicht hängen und wurde für seine Mühen durch den sehenswerten Siegtreffer belohnt.

Die Zahl des Tages
5 – Islands Angreifer Helgi Gudjonsson erzielte gegen Kap Verde seinen fünften Turniertreffer und zog dadurch mit Kim Gyuhyeong in der Torschützenliste gleich. Da der Südkoreaner aber überdies drei Vorlagen verbuchen konnte, gewinnt er die Top-Scorer-Wertung.