Favoriten kämpfen sich ins Finale
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DER TAGESRÜCKBLICK: Peru und Korea Republik haben das Endspiel des Olympischen Junioren-Fussballturniers Nanjing 2014 erreicht. Beide Teams hatten allerdings jede Menge Arbeit zu verrichten, um sich in zwei hochklassigen und spannenden Halbfinalduellen durchzusetzen. Während die Südamerikaner gegen Außenseiter Kap Verde lange Zeit einem Rückstand hinterher liefen und nach späten Toren doch noch jubeln durften, konnten sich die Asiaten bei ihrem Torhüter bedanken, der gegen starke Isländer zum Matchwinner avancierte.

Die Ergebnisse
Halbfinale
PeruKap Verde 3:1 (0:1)
Die Partie startete mit einem Paukenschlag: Kap Verde ging nach etwas mehr als einer Minute Spielzeit durch den pfeilschnellen Andradino in Führung. Die Peruaner wirkten kurzzeitig geschockt, fanden aber nach und nach besser ins Spiel. Nach zehn Minuten hatte Franklin Gil Pech, dass sein Schuss an der Latte landete, wenig später verzog Gerald Tavara aus der Distanz nur knapp. Der Druck der Südamerikaner wurde nun immer größer, Kap Verdes Torhüter Mario Jorge musste mehrfach sein ganzes Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs trafen die Peruaner erneut die Latte, diesmal bei einem Gewaltschuss von Tavara aus der zweiten Reihe. In der 49. Minute gelang dem Südamerika-Meister der erlösende Treffer zum 1:1: Gil verwandelte einen Foulelfmeter, nachdem er zuvor im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Ein Eigentor von Fabio, der einen Freistoß ins eigene Netz ablenkte, brachte Peru auf die Siegerstraße. Fernando Pacheco traf bei einem Konter zum letztlich verdienten 3:1-Erfolg seines Teams in einem sehenswerten Halbfinal-Duell.

Korea RepublikIsland 1:1 (0:0) 3:1 i.E.
In einem umkämpften Spiel tasteten sich beide Mannschaften zunächst ab und agierten aus einer kontrollierten Defensive heraus. Dementsprechend blieben Torchancen Mangelware. Die erste gefährliche Szene gab es in der 26. Minute, als Hong Hyunseok nach schöner Einzelaktion im Strafraum nur knapp verzog. Auf der anderen Seite zwang Atli Hrafn Andrason den südkoreanischen Schlussmann Kim Seungha zu einer Glanzparade. Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste der Keeper sich erneut strecken, um einen Distanzschuss von Jonatan Jonsson zu entschärfen.

Die Isländer spielten weiter mutig nach vorne und gingen in der 60. Minute durch den gerade erst eingewechselten Helgi Gudjonsson in Führung. Doch nur drei Minuten später konnten die Asiaten ausgleichen. Der ebenfalls neu ins Spiel gekommene Joo Hwimin war nach einem Freistoß per Kopf zur Stelle. Dies sollte zugleich die letzte nennenswerte Torszene der regulären Spielzeit bleiben, die Entscheidung über den Finaleinzug musste im Elfmeterschießen fallen. Zum Helden des Abends avancierte Kim Seungha, der gleich drei isländische Versuche abwehrte und die Koreaner jubeln ließ.

Bewegende Momente
Kapverdische Blitzstarter
Kap Verdes Führungstreffer durch Andradino war das zweitschnellste Tor in der Geschichte des Olympischen Junioren-Fussballturniers. Bereits im Gruppenspiel gegen Vanuatu war den Afrikanern ein solcher Blitzstart gelungen, als Kenny ebenfalls in der zweiten Minute erfolgreich war und zum 1:0 traf. Schneller als die beiden Afrikaner war nur Ammirul Mazlan, der Gastgeber Singapur bei der Auflage 2010 im Spiel gegen Simbabwe in der ersten Spielminute in Führung geschossen hatte.

Die Rückkehr des "Super Subs"
Beim Auftaktsieg über Honduras wurde der Isländer Helgi Gudjonsson in der zweiten Halbzeit eingewechselt und sorgte mit einem Hattrick für Furore. Gegen Peru durfte der blonde Angreifer anschließend von Anfang an ran, blieb jedoch ohne Torerfolg. Mit dem Führungstreffer gegen Südkorea unmittelbar nach seiner Einwechslung untermauerte Gudjonsson nunmehr erneut seine Qualitäten als brandgefährlicher "Edeljoker".

PSYchologische Unterstützung
Vielleicht waren es ja die heimatlichen Klänge, die Kim Seungha und seine Teamkollegen beflügelten. In der Halbzeitpause der Partie zwischen Korea Republik und Island dröhnte jedenfalls "Gangnam Style" durch das weite Rund – der weltberühmte Hit des südkoreanischen Rappers Psy. Das K-Pop-Lied, das in zahlreichen Ländern weltweit die Spitze der Hitparade erreichte und mit über zwei Milliarden Aufrufen das meistgesehene Video in der Geschichte von YouTube ist, dürfte seit dem heutigen Abend zumindest bei den koreanischen Spielern und Fans wieder ganz hoch im Kurs stehen.

Die Zahl des Tages
1
– Keine 60 Sekunden brauchte Helgi Gudjonsson, um nach seinen Einwechslungen gegen Peru und Korea Republik den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. In beiden Partien verging nicht eine Minute, seit der Stürmer den Rasen betreten hatte, da durfte er schon ein Tor bejubeln. Eine schier unglaubliche Bilanz.

So geht es weiter
Finale
PeruKorea Republik, Jiangning Sports Centre Stadium, Mittwoch, 27 August, 20:45 Uhr (Ortszeit)

Spiel um den dritten Platz
Kap VerdeIsland, Jiangning Sports Centre Stadium, Mittwoch, 27. August, 18:00 Uhr (Ortszeit)

Spiel um den fünften Platz
Honduras - Vanuatu, Jiangning Sports Centre Stadium, Montag, 25. August, 20:45 Uhr (Ortszeit)