Youngster aus Honduras will italienischem Vorbild nacheifern
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Stephan El Shaarawy weiß es vielleicht nicht, doch beim Olympischen Junioren-Fussballturnier in Nanjing hat er mit dem honduranischen Stürmer Paolo Belloni einen großen Fan, der von einem ähnlich kometenhaften Aufstieg träumt.

"El Shaarawy ist der Spieler, den ich am meisten bewundere. Es gibt keinen anderen für mich", so der Akteur vom FC Genua gegenüber FIFA.com.

Kenner des italienischen Fussballs haben bereits festgestellt, dass es neben der rein äußerlichen Ähnlichkeit und der gleichen Spielposition zwischen Belloni und dem 21-jährigen Stürmer, den sie den Pharao nennen, noch eine weitere Parallele gibt, nämlich die Nachwuchsmannschaft des FC Genua. El Shaarawy spielte drei Jahre für die Rossoblù, bis er 2011 vom AC Mailand unter Vertrag genommen wurde. Angesichts der zahlreichen Gemeinsamkeiten der beiden Stürmer versteht man sofort, warum der Youngster aus Honduras von ähnlichen Erfolgen wie sein Idol träumt.

"Er kommt auch von meinem Klub, das ist natürlich ein wichtiger Grund, warum ich ihn mag", so Belloni, bevor er von einer flüchtigen Begegnung erzählt: "Wir sind uns zwar nicht persönlich bekannt, aber er kam einmal zu unserem Klub zurück und hat uns in ein Trainingsspiel geführt. Man kann also sagen, dass ich ihn kenne."

Große Erwartungen
Paolo Belloni ist der einzige Spieler in der Olympiaauswahl von Honduras, der bereits im Ausland spielt. Entsprechend groß ist das Interesse an ihm. Er ist zwar erst 15 Jahre alt, doch schon seit vier Jahren bei Genua. Seine Familie kam vor einem Jahr ebenfalls nach Italien. Belloni stand bei den beiden bisherigen Spielen seines Teams gegen Island und Peru jeweils in der Startformation. Die Mittelamerikaner verloren zwar beide Partien, doch er sorgte immer wieder für Nadelstiche in der Offensive. Dass er bisher bei den Olympischen Jugendspielen noch nicht getroffen hat, wirkt sich offenbar nicht auf das Selbstvertrauen des jungen Stürmers aus.

"Auch El Shaarawy hat als Kind noch kein außergewöhnliches Talent gezeigt. Doch als er in mein Alter kam, da blühte er plötzlich auf", so Belloni mit Bezug auf das Serie-A-Debüt seines damals 16-jährigen Vorbilds gegen Chievo Verona. "Ich bin sehr zuversichtlich, was die Gegenwart und die Zukunft für mich bereithalten. Ich glaube, dass ich genau so werden kann wie er."

Da seine Ambitionen langfristig angelegt sind, können zwei Niederlagen die Begeisterung für die Olympischen Jugendspiele und Nanjing kaum trüben. "Ich bin hier sehr glücklich", strahlt er. "Wir sammeln nicht nur Wettbewerbserfahrung und genießen die Atmosphäre einer internationalen Veranstaltung, sondern finden auch viele neue Freunde. Außerdem gefällt mir auch Nanjing, die Stadt ist sehr groß und angenehm, ebenso wie die Leute hier."

Auch die Vorbereitung auf das Turnier hat den Youngster begeistert. "Ich habe mich sehr über die Berufung in die Nationalmannschaft gefreut. Es war toll, dass ich für die Vorbereitung auf die Olympischen Jugendspiele nach Honduras zurückkehren konnte. Die Landschaft in meinem Heimatland ist einfach wunderschön", so der Youngster mit funkelnden Augen.

Im Spiel um Platz fünf am Montag gegen Vanuatu hat Paolo Belloni noch einmal die Chance, sein Können zu zeigen. "Wir haben unsere ersten beiden Spiele zwar verloren, aber im letzten werden wir trotzdem noch einmal alles versuchen", so der Honduraner, der sein unvergessliches Olympia-Abenteuer durchaus gerne mit einem oder zwei Treffern krönen würde. "Ich bin zuversichtlich, dass ich gut spielen werde, und ich bin auch sicher, dass ich treffen werde", so der Angreifer zum Schluss mit Entschlossenheit in der Stimme.