Von den 16 Teams, die am Olympischen Fussballturnier der Männer Rio 2016 teilnehmen, haben am letzten Spieltag der Gruppenphase nur zwei keine Chance mehr auf den Einzug ins Viertelfinale des Turniers. Auf der anderen Seite haben sich Portugal und Nigeria ihren Startplatz in der nächsten Runde bereits gesichert. Es kämpfen also noch zwölf Teams um die restlichen sechs Viertelfinaltickets.

Angesichts dieser Konstellation dürfen wir uns am Mittwoch auf einen spannenden dritten Gruppenspieltag freuen, an dem es zu vielen direkten Duellen um die restlichen Startplätze kommen wird.

Hinzu kommt, dass die Partien der einzelnen Gruppen an diesem letzten Spieltag parallel stattfinden, und dass die Konstellationen in vielen Fällen auch noch von den Ergebnissen auf fernen Plätzen abhängig sind. Daher werden Teams, Trainer und Fans gute Nerven brauchen.

Das Spiel des Tages
Dänemark – Brasilien (Arena Fonte Nova, Salvador, 22:00 Uhr)

Die brasilianische Seleção hat in 180 Minuten keinen einzigen Treffer erzielt und sucht nun nach Lösungen, um ein vorzeitiges Ausscheiden in Gruppe A zu verhindern. Derzeit hat das Team von Rogério Micale nach zwei Unentschieden gegen Südafrika und Irak zwei Punkte auf dem Konto. Ein einfacher Sieg reicht zum Weiterkommen aus, eine Niederlage würde das Aus bedeuten.

Fest steht, dass die Gastgeber mit Dänemark erneut auf einen Gegner treffen werden, der die Sache methodisch angeht und defensiv gut steht. Keine leichte Aufgabe für flinke Kreativspieler wie Neymar und die jungen Gabriel Barbosa (Gabigol) und Gabriel Jesus, deren Talent außer Frage steht, die jedoch bislang noch nicht die ideale Abstimmung gefunden haben. Den Dänen reicht nach dem 1:0-Sieg gegen Südafrika, bei dem das bislang einzige Tor in dieser Gruppe erzielt wurde, ein Unentschieden. Gleichzeitig tritt Irak in São Paulo gegen Südafrika an. Beide Teams können sich ebenfalls noch Chancen ausrechnen.

Die anderen Spiele
In Gruppe B hat sich Nigeria bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert, und auch die Tabellenführung kann dem Team niemand mehr streitig machen. Daher geht es für die Afrikaner in der Partie in São Paulo gegen Kolumbien um nichts mehr. Die Südamerikaner, von denen einige die Spielstätte gut kennen, brauchen hingegen einen Sieg, um das Weiterkommen unabhängig vom Ergebnis des zweiten Gruppenspiels zwischen Japan und Schweden in Salvador perfekt zu machen. Beide Teams werden auf einen dritten Sieg Nigerias hoffen. Japan sicherte sich mit einem beherzten Auftritt am zweiten Spieltag gegen Kolumbien noch ein Remis und verhinderte damit das vorzeitige Ausscheiden. Außerdem hat das Team mehr Tore auf dem Konto als die Schweden. Bei einem Remis wäre Japan damit im Vorteil.

In Gruppe C ist lediglich Fidschi bereits ausgeschieden. Der Turnierdebütant hat in der zweiten Partie im Vergleich zur ersten durchaus positive Tendenzen gezeigt und lag in den ersten 45 Minuten gegen Mexiko sogar in Führung, musste am Ende jedoch erneut eine hohe Niederlage hinnehmen. Deutschland, derzeit an dritter Stelle, muss in Belo Horizonte möglichst hoch gegen die Fidschianer gewinnen, da es im Falle eines Unentschiedens zwischen den beiden Führenden Republik Korea und Mexiko in Brasilia zu einem Punktegleichstand zwischen den drei Teams käme (alle fünf Punkte). In diesem Fall wäre die Tordifferenz entscheidend. . Derzeit sind die Südkoreaner mit der besten Tordifferenz der Gruppe Spitzenreiter.

In Gruppe D strebt Portugal schließlich gegen das bereits ausgeschiedene Algerien nach dem dritten Sieg im dritten Spiel. Die Partie findet in Belo Horizonte statt. Da hier nichts mehr auf dem Spiel steht, richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf die Begegnung zwischen Argentinien und Honduras, die derzeit beide drei Punkte auf dem Konto haben. Den Honduranern, die von Jorge Luis Pinto trainiert werden, der 2014 mit Costa Rica an der WM in Brasilien teilnahm, reicht für das Weiterkommen bereits ein Unentschieden. 

Der Spieler im Fokus
Shoya Nakajima (Japan)
Die Japaner haben es vor allem Nakajima zu verdanken, dass sie noch immer im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale sind. Dieser hatte am zweiten Spieltag gegen Kolumbien das rettende Tor erzielt. Der Spieler mit der Rückennummer zehn besticht vor allem durch seine herausragende Spielübersicht und seine Schnelligkeit und sorgt damit immer wieder für Gefahr. Auch wenn seine größten Stärken im Spielaufbau und in der Torvorbereitung liegen, hat er gegen die Kolumbianer erneut unter Beweis gestellt, dass er auch immer wieder für einen Treffer gut ist. Diese Abschlussstärke kannte man von ihm bereits aus dem asiatischen Wettbewerb.

Das Zitat
"Natürlich wäre es gut, den Gastgeber als Viertelfinalgegner zu vermeiden, aber jetzt konzentrieren wir uns zunächst einmal auf das nächste Spiel. Später denken wir dann an Brasilien, falls erforderlich. Die Chance ist groß, aber wir gehen die Sache Spiel für Spiel an. Wir hatten unsere Probleme, doch jetzt hat das Team viel mehr Selbstvertrauen. Gegen Schweden haben wir ein super Spiel gemacht. Unsere Abwehr war heute stabil, das hat jeder gesehen, der die Partie verfolgt hat."
Mikel John Obi (Mittelfeldspieler, Nigeria)

Der Spielplan
Gruppe A
Dänemark – Brasilien, 22:00 Uhr
Südafrika – Irak, 22:00 Uhr

Gruppe B
Kolumbien – Nigeria, 19:00 Uhr
Japan – Schweden,19:00 Uhr

Gruppe C
Deutschland – Fidschi, 16:00 Uhr
Korea Republik – Mexiko, 16:00 Uhr

Gruppe D
Algerien – Portugal, 13:00 Uhr
Argentinien – Honduras, 13:00 Uhr

(Alle Angaben in Ortszeit)