Auf der Anzeigentafel in der Arena Fonte Nova in Salvador war ein dickes 4:0 für Brasilien zu lesen, und die Mannschaft ließ sich von den Fans für diesen Sieg gebührend feiern. Normalerweise sorgt so ein deutliches Ergebnis bei dem verlierenden Team eher für Ernüchterung als Freude. Die Dänen verließen den Platz jedoch mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie hatten gerade erfahren, dass sie trotz der Niederlage in die K.-o.-Runde des Olympischen Fussballturniers der Männer Rio 2016 eingezogen waren.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir es geschafft haben", erklärt Dänemarks Kapitän Lasse Vibe strahlend im Gespräch mit FIFA.com. "Nach dem Spiel waren wir ein bisschen verwirrt. Wir hatten gerade 4:0 verloren und Brasilien uns eiskalt ausgespielt. Aber gleichzeitig wussten wir, dass es keine Rolle spielt, da wir trotzdem weiter waren. Nachdem wir es haben sacken lassen, waren wir wirklich überglücklich."

Auch Torhüter Jeppe Hojbjerg war die Erleichterung deutlich anzusehen. Immer wieder war die Nummer eins der Nordeuropäer von wieselflinken Brasilianern geprüft worden, vier Mal musste er hinter sich greifen. "Es war ein schweres Spiel für uns. Brasilien hat sehr gut gespielt und verfügt über sehr gute Spieler. Es war nicht wirklich lustig, mit 4:0 zu verlieren, aber wir sind weiter. Direkt nach dem Spiel wusste das allerdings keiner der Spieler, aber unsere Trainer wussten es zum Glück. Wir sind weiter, das ist das Wichtigste."

Mit der Erfahrung aus dem Vorbereitungsturnier zum Erfolg
Im Viertelfinale wartet nun Nigeria und Vibe & Co. habe gute Erinnerungen an die Afrikaner. In einem Vorbereitungsturnier für Olympia schlug Dänemark seinen Viertelfinalgegner deutlich mit 6:2.

"Es wird natürlich ein komplett anderes Spiel", prophezeit Hojbjerg. "Das war ein Freundschaftsspiel. Man kann nie wissen, welcher Spieler auf dem Platz steht. Natürlich können wir die Erfahrungen aus dieser Begegnung mitnehmen. Wir müssen einfach eine gute Leistung abliefern." Sein Kapitän hofft darauf, dass sich Nigeria nicht so stark präsentiert, wie es Brasilien getan hat. "Ich erwarte eine schwierige Partie und hoffe, dass wir ähnlich auftreten können, wie gegen Südafrika.“ Gegen Südafrika fuhr das von Niels Frederiksen trainierte Ensemble seinen einzigen Sieg der Vorrunde ein, der den Weg ins Viertelfinale erst ermöglichte.

Im Gegensatz zu den Nigerianern, die in Sao Paulo gegen Kolumbien verloren hatten, mussten die Dänen nicht erneut ihre Koffer packen. Der kleine feine Unterschied, der am Ende ausschlaggebend sein wird?  

"Es ist auf jeden Fall ein Vorteil. Mit diesem engen Zeitplan und Spielen alle drei Tage, sind Erholung und Schlaf sehr wichtig. Wir sind bisher sehr viel gereist. Nach dem ersten Spiel ging es weiter nach Rio, wo wir an der Eröffnungszeremonie teilgenommen haben. Wir sind sehr glücklich, dass wir hier bleiben können. Es ist eine gute Sache für uns." Ob Dänemarks Spielführer mit seiner Aussage am Ende Recht behalten wird, wird sich spätestens heute Nachmittag herausstellen.