Brasilien hat beim Olympischen Fussballturnier nach einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie gegen Deutschland die Goldmedaille gewonnen. Im Finale von Rio 2016 behielt die Seleção mit 5:4 nach Elfmeterschießen die Oberhand.

An diesem Samstag waren alle Augen auf das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro gerichtet. Im Finale des Olympischen Fussballturniers der Männer Rio 2016 standen sich der Gastgeber und Deutschland gegenüber und es stand die Frage im Raum, ob Brasilien die Gelegenheit zur Wiedergutmachung für das bittere 7:1 im WM-Halbfinale nutzen würde.

Die Seleção legte auch gleich richtig los. Die Partie war knapp zwei Minuten alt, als Neymar zum Sprint ansetzte, so manchen Gegenspieler ausdribbelte, aber von Lars Bender gestoppt werden konnte. Auch die DFB-Junioren zeigten sich offensivstark. Es entwickelte sich eine temporeiche und intensiv geführte Partie. Die erste gute Möglichkeit, Deutschland in Führung zu bringen, hatte Julian Brandt, der einen gefühlvollen Schuss aus knapp 20 Metern gegen den Querbalken setzte. Danach begann eine kurze Drangphase der Südamerikaner, bei denen Neymar und Luan immer wieder für Gefahr sorgten.

Im Angriff gelang der deutschen Olympia-Auswahl jetzt nur noch wenig, da Brasilien weiter auf Pressing setzte und die Elf von Horst Hrubesch in der eigenen Hälfte festschnürte. In der 27. Minute musste Timo Horn dann hinter sich greifen. Neymar versenkte seinen Freistoß unhaltbar für den Keeper im Dienste des 1. FC Köln im linken Winkel. Nach dem Gegentreffer drehten die DFB-Junioren wieder auf und kamen zu aussichtsreichen Chancen. Nach einer Ecke landete der Ball bei Maximilian Meyer der aus kurzer Distanz abzog und Weverton zu einer Glanzparade zwang. Wenig später touchierte ein Kopfball von Sven Bender die Latte.

Nach dem Seitenwechsel setzte Deutschland durch einem Freistoß von Serge Gnabry das erste Ausrufezeichen. Im Gegenzug ließ Neymar einmal mehr seine Brillanz aufblitzen. Nach einem Sololauf passte er nach Innen zu Gabriel Jesus, doch Abwehrspieler Niklas Süle vereitelte diese Chance.

Den Treffer erzielte dann die von Horst Hrubesch trainierte Elf. Jeremy Toljan beförderte das runde Leder von rechts in die Mitte, wo der Schalker Meyer lauerte und per Flachschuss den Ausgleich erzielte (59.). Jetzt war Feuer in der Partie und die Seleção am Drücker. Gabriel Jesus schlenzte die Kugel aus guter Position rechts am Tor vorbei, Felipe Anderson konnte gerade noch gestoppt werden und ein Schuss von Neymar segelte nur knapp am Kasten von Horn vorbei. Auf deutscher Seite blieb ein Konterversuch durch Meyer ohne Erfolg.

In der Verlängerung setzten die Südamerikaner alles nach vorne, waren aber nicht zwingend genug, oder wurden von Horn erstklassig abgewehrt. Diese schlechte Chancenverwertung rächte sich fast, als Brandt das gegnerische Gehäuse nur knapp verfehlte. Beide Teams kamen im zweiten Abschnitt zu guten Gelegenheiten. Da jedoch kein weiterer Treffer fiel, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dort behielten die Gastgeber die Oberhand, nachdem Nils Petersen seinen Elfmeter nicht versenken konnte und Neymar den entscheidenden Strafstoß verwandelte.