Der lange Weg bis zum nächsten Olympischen Fussballturnier der Männer hat in Asien am vergangenen Donnerstag begonnen, als 43 Mannschaften in zehn Gruppen um 16 Plätze bei der AFC U-23-Meisterschaft 2016 im kommenden Januar kämpften, die gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die Spiele von Rio de Janeiro 2016 fungiert.

Bei diesem achttägigen Wettbewerb qualifizierten sich 13 Teams – die neun Gruppensieger und die vier besten Gruppenzweiten – für die kontinentale Endrunde. Katar ist als Gastgeber ebenfalls dabei. Die Spiele der Gruppe, in der die Entscheidung noch nicht gefallen ist, nämlich jene mit Jordanien, Kuwait, Kirgisistan, Pakistan und Turkmenistan, werden aus Sicherheitsgründen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. FIFA.com berichtet über das Geschehen auf dem asiatischen Kontinent.

Das Topspiel
Irak – Oman 2:2
Während sich in allen Gruppen die topgesetzten Mannschaften souverän durchsetzen konnten, entwickelte sich in Gruppe B ein harter Kampf um den Gruppensieg. Die favorisierten Iraker sicherten sich mit einem 2:2-Unentschieden gegen den Gruppengastgeber Oman erst in letzter Minute den Gruppensieg und die damit verbundene Qualifikation für die kontinentale Endrunde. Der Halbfinalist der Olympischen Spiele von Athen 2004 startete mit drei Siegen in Folge in den Wettbewerb – 4:1 gegen Libanon, 7:1 gegen die Malediven und 2:0 gegen Bahrain – und hatte damit vor dem letzten Spiel gute Karten auf ein Weiterkommen.

Die Omaner ihrerseits erholten sich relativ rasch vom enttäuschenden 1:1 im Auftaktspiel gegen Bahrain. Sie schlugen mit 4:0- und 5:0-Kantersiegen gegen Libanon bzw. die Malediven eindrucksvoll zurück und setzten die Iraker somit unter Druck. Im direkten Duell hätten die Omaner mit einem 3:0-Sieg die Iraker noch von Platz eins verdrängen können. Doch die Iraker erwiesen sich als die stärkere Mannschaft und lagen bereits nach 47 Minuten mit 2:0 in Führung. Die beiden späten Treffer der Gruppengastgeber waren nur mehr Ergebniskosmetik.

Die Überraschung
Saudiarabien – Afghanistan 0:0
Saudiarabien startete mit einem 1:0-Erfolg gegen Palästina erfolgreich in die Gruppenphase. Im Spiel gegen Afghanistan musste sich der große Favorit jedoch mit einem torlosen Remis begnügen, das den eigentlich sicher geglaubten Gruppensieg in Gefahr brachte. Doch trotz dieses Rückschlags gaben sich die Saudis keine Blöße und schossen Nepal mit 6:0 aus dem Stadion. Damit hatte man vor dem entscheidenden Spiel gegen Iran beste Chancen auf das Weiterkommen.

Die Heimmannschaft war bis zu diesem Zeitpunkt ohne Punktverlust geblieben und benötigte nur noch einen Punkt für den Gruppensieg. Die Saudis, die genau wussten, dass sie nur mit einem Sieg weiterkommen würden, zeigten gegen die Iraner jedoch ihr wahres Gesicht und kamen dank der Treffer von Al-Ittihad-Flügelspieler Abdulfattah Asiri und Abdulrahman Al-Ghamdi zu einem knappen 2:1-Erfolg.

Die anderen Partien
Alle drei asiatischen Vertreter bei den Olympischen Spielen von London 2012 konnten auch in der Qualifikation für die AFC U-23-Meisterschaft glänzen. Die Republik Korea, die bei den letzten Spielen den dritten Platz erobert hatte, setzte sich ohne Punktverlust als Gruppensieger durch. Dasselbe gilt für die VAE, die nach drei Spielen eine Tordifferenz von 8:0 aufwiesen und sich als Gruppengastgeber auch den Gruppensieg sicherten.

Japan hingegen kam nach dem vielversprechenden 7:0-Auftaktsieg gegen Macau nur zu einem recht knappen 2:0-Erfolg über Vietnam. Der größte Härtetest stand jedoch im letzten Spiel auf dem Programm, in dem man Gruppengastgeber Malaysia dank eines Treffers von Yuya Kubo nur mit Mühe besiegen konnte.

Australien avancierte mit einer Tordifferenz von 15:1 zur torgefährlichsten Mannschaft des Qualifikationswettbewerbs und ließ keine Zweifel am Gruppensieg aufkommen. Jamie Maclaren erzielte beim 6:0-Auftaktsieg gegen Hongkong einen Hattrick. Nach dem 4:0-Triumph gegen Gruppengastgeber Chinese Taipei steuerte der Stürmer von Perth Glory Youth im letzten Spiel zwei weitere Treffer zum 5:1-Kantersieg gegen Myanmar bei.

In Gruppe J gab es keine Überraschungen. Hier setzte sich die VR China mit drei klaren Siegen über Laos, Singapur und die Mongolei durch. In Gruppe G hatten die DVR Korea und Gruppengastgeber Thailand am Ende jeweils sieben Punkte zu Buche stehen, doch die Koreaner setzten sich aufgrund der besseren Tordifferenz durch. Die Thailänder sind jedoch wie Iran, Vietnam und Jemen als einer der besten Gruppenzweiten ebenso qualifiziert.

Der Spieler im Fokus
Syrien machte trotz der politischen Unruhen eine gute Figur und feierte drei beeindruckende Siege. Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Westasiaten hatte das Offensiv-Wunderkind Omar Khribin, der sich mit drei Doppelpacks die Torjägerkrone des Wettbewerbs sicherte.

Statistik
3 –
Von den zehn Gruppengastgebern konnten sich nur drei für die AFC U-23-Meisterschaft qualifizieren.

Zitat
"Wir haben die erste Hürde gemeistert und die Endrunde erreicht, auch wenn die Gegner nicht sehr stark waren. Dieser Erfolg gibt uns viel Selbstvertrauen für die AFC U-23-Meisterschaft im kommenden Jahr."
Fu Bo (U-23-Trainer, VR China)

Qualifikation für die AFC U-23-Meisterschaft 2016:
23. bis 31. März 2015
* für die Endrunde qualifizierte Mannschaften

Gruppe A: Irak*, Oman, Bahrain, Libanon, Malediven
Gruppe B: Jordanien, Kuwait, Kirgisistan, Pakistan, Turkmenistan (verlegt)
Gruppe C: Saudiarabien*, Iran*, Palästina, Afghanistan, Nepal
Gruppe D: Vereinigte Arabische Emirate*, Jemen*, Tadschikistan, Sri Lanka
Gruppe E: Syrien*, Usbekistan, Indien, Bangladesch
Gruppe F: Australien*, Myanmar, Chinese Taipei, Hongkong
Gruppe G: DVR Korea*, Thailand*, Kambodscha, Philippinen
Gruppe H: Republik Korea*, Indonesien, Osttimor, Brunei Darussalam
Gruppe I: Japan, Vietnam, Malaysia, Macau
Gruppe J: China VR *, Laos, Singapur, Mongolei