Arabische Stars glänzen in London
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Das Olympische Fussballturnier London 2012 ging gestern mit der Medaillenvergabe an die besten Mannschaften zu Ende. Was indes nicht heißt, dass die anderen Teilnehmer des Männer- und Frauenturniers mit leeren Händen abreisten. Die arabischen Zuschauer haben die Partien mit Beteiligung von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Marokko mit Aufmerksamkeit verfolgt, in der Hoffnung, dass es eine dieser Mannschaften auf das Siegertreppchen schafft.

Und sieht man von langen Diskussionen um die Gesamtresultate der Mannschaften ab, konnten sich die Zuschauer dieser Länder zumindest darüber freuen, dass einige ihrer Spieler individuell brillierten und so manchem großem Weltstar die Show stahlen. Wir stellen Ihnen sechs arabische Akteure vor, die auf den Spielfeldern Großbritanniens glänzten und die Zuschauer verblüfften.

Die Erfahrung Aboutrikas und das Talent von Salah
Mohamed Aboutrika gehörte zum Trio der älteren Spieler, das die ägyptische Olympiaauswahl verstärkte, und führte das Team als Kapitän auf den Platz. Der Maestro enttäuschte dabei keineswegs – er war in allen drei Gruppenspielen omnipräsent und leitete die entscheidenden Aktionen ein. Er erzielte das erste ägyptische Tor gegen Brasilien. Dank ihm schafften es seine Mitstreiter, die letzten Reserven zu mobilisieren und sich in die Partie zurück zu kämpfen. Als die Pharaonen gegen Belarus mit dem Rücken zur Wand standen, übernahm er die Rolle des Spielgestalters und leitete historische drei Treffer ein, von denen er den letzten selbst vollendete. Damit sicherte er seinem Team den Einzug ins Viertelfinale.

Aboutrika träumte von einer Medaille, doch er ist sich dessen bewusst, dass dieses Turnier nur eine Etappe auf dem Weg zur Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ ist. So sagte er zu FIFA.com: "Wir wollen das Unmögliche schaffen und eine Medaille holen. Außerdem müssen wir einen guten Eindruck hinterlassen, um zu zeigen, dass wir in der Lage sind, uns für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren."

An der Seite dieses anerkannten Stars stellte aber auch Mohamed Salah ein enormes Potenzial unter Beweis und gilt nun als aufstrebender Stern des ägyptischen Fussballs. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er schon in naher Zukunft zu den prägenden Figuren der A-Nationalmannschaft gehören wird. Gegen Brasilien hatten die Ägypter Probleme in der Offensive, doch nach seiner Einwechslung im Millenium Stadium erzielte Salah ein Tor. Mit etwas mehr Glück wäre ein Unentschieden drin gewesen. Diesen Rhythmus behielt er auch in den nächsten Partien bei. Mit der beim FC Basel in der Schweizer Meisterschaft gesammelten Erfahrung im Gepäck erzielte er gegen Belarus die Führung und ebnete seiner Mannschaft den Weg ins Viertelfinale.

Die Überraschungen Matar und Abdulrahman
Bei der ersten Teilnahme der VAE am Olympischen Fussballturnier griff Trainer Mahdi Redha auf den erfahrenen Torjäger Ismaeil Matar zurück, der seine Erwartungen nicht enttäuschte. Im Theatre of Dreams von Manchester war er gegen Uruguay erfolgreich und schrieb damit Geschichte, denn es war das erste Tor der VAE bei Olympischen Spielen. Trotz zweier Niederlagen in der Folge ließ Matar nie den Kopf hängen und traf auch gegen Senegal. Nicht zuletzt dank seiner Leistung kann das Team der VAE den Wettbewerb erhobenen Hauptes verlassen und ein positives Fazit ziehen.

Für Matar ist "diese Teilnahme an den Olympischen Spielen ein Traum, der wahr wird. Gott sei Dank war ich mit von der Partie und habe es geschafft, mich durchzusetzen. Ich hatte die schwere Aufgabe, die Mannschaft zu führen, doch ich bin zufrieden mit meinen Leistungen. Der Fussball in den Emiraten kann stolz auf diese Truppe sein."

Die guten Leistungen der Auswahl aus den Emiraten haben gezeigt, dass ein Weiterkommen nicht unmöglich war. Die offensive Spielweise und das gute Passspiel illustrierten das große Potenzial der Elf. Omar Abdulrahman machte einmal mehr in der Offensive einen guten Eindruck und weckte das Interesse des englischen Meisters Manchester City. Aber ob er nun dort landet, bei einem anderen Klub in Europa oder erneut bei Al Ain, eines ist sicher: Abdulrahman wird sich sehr bald als unumstrittener Spielmacher der A-Nationalmannschaft durchsetzen.

Kharja dirigiert, Barrada trifft
Beim Ausscheiden Marokkos nach der ersten Runde musste beklagt werden, dass die Atlas-Löwen unzählige Gelegenheiten ausgelassen haben, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Gegen Honduras gaben sie eine Führung aus der Hand, gegen Japan ließen sie zahlreiche Möglichkeiten aus und gegen Spanien wäre mehr drin gewesen. Immerhin: Die Marokkaner setzen große Hoffnungen auf einige der aufstrebenden Youngster, und sie wurden nicht enttäuscht. Doch das Glück war nicht auf ihrer Seite und sie mussten sich früher als erwartet aus dem Turnier verabschieden.

Unter den jungen Spielern, die die marokkanischen Fans begeistert haben, muss insbesondere Abdelaziz Barrada erwähnt werden. Mit seinem Treffer gegen Honduras und seiner Leistung in der Offensive hat er gezeigt, dass sich die Erfahrungen, die er in der spanischen Liga sammelt, auszahlen. Davon wird mit Sicherheit auch die Nationalmannschaft auf dem Weg zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ profitieren.

Die jungen Stars konnten wiederum auf die Unterstützung der erfahrenen Spieler wie etwa Houssine Kharja, Kapitän der Mannschaft, bauen. Er fungierte als Bindeglied zwischen den Linien und verstärkte die Offensive. In des Gegners Hälfte war er überall zu finden, auch wenn ihm am Ende kein Tor gelingen sollte und der Aufenthalt in Großbritannien kürzer war als erwartet.

Der Routinier, der in den großen europäischen Ligen gespielt hat, bestätigte ebenfalls den von diesem Team gewonnen Eindruck: "Es ist die Zukunft des marokkanischen Fussballs. Ich hoffe, dass sie unterstützt werden, damit sie sich schnell weiterentwickeln können. Sie sind sehr talentiert und ich bin mir sicher, dass sie mit etwas mehr Erfahrung große Dinge leisten können. Wir hätten weiterkommen können, doch wir haben kein Glück gehabt. Ich bin traurig für meine Kameraden und unsere Fans, doch wir müssen unsere Lehren aus diesem Scheitern ziehen."