
Mit ihrem Sieg gegen Spanien sorgte die japanische Nationalmannschaft für den Paukenschlag des Auftaktspieltages beim Olympischen Fussballturnier der Männer 2012. Anschließend sicherte sich das Team neben Brasilien als erstes das Ticket ins Viertelfinale. Die Japaner gehören zu den Entdeckungen dieses Turniers und legen großen Ehrgeiz an den Tag.
"Wir wollen Gold gewinnen", versicherte etwa Torhüter Shuichi Gonda mit einem breiten Lächeln gegenüber FIFA.com. Er hatte gerade das beeindruckende Old Trafford besichtigt, wo die Asiaten am Samstag auf Ägypten treffen. "Wir kennen das ägyptische Team gut. Wir haben einige Testspiele gegen sie bestritten und sie gehören zu den afrikanischen Mannschaften mit den talentiertesten Spielern. Wir werden gut auf ihren Kapitän Aboutrika aufpassen müssen, der ein großer Spielgestalter ist und einen sehr guten Schuss hat", fuhr er fort.
Aber Gonda ist dennoch ruhig. Er vertraut seinen Mitstreitern, denen er den größten Teil der Verantwortung für seine eigene erfolgreiche Leistung zwischen den Pfosten zuschreibt. Denn Japan ist neben Mexiko eines der nur zwei Teams, die im Verlauf des Turniers noch keinen Gegentreffer kassiert haben.
"Es ist das Verdienst der ganzen Mannschaft. Die große Stärke dieser Nationalauswahl ist der Mannschaftsgeist. Wir spielen als Einheit: Alle arbeiten in der Verteidigung und alle tragen zur Offensive bei. Auf dem Platz helfen sich alle gegenseitig. Diese Geschlossenheit ist es, der wir unser Weiterkommen verdanken", sagte der erklärte Bewunderer des Italieners Gianluigi Buffon.
"In der Partie gegen Honduras, in der viele Ersatzspieler zum Einsatz kamen, konnte man sehen, dass der Geist derselbe ist. Alle eine Einheit", ergänzte der Torhüter, der weiß, dass seine Mannschaft große Erwartungen zu wecken beginnt. Beim letzten Training war er überrascht über die große Anzahl der Medienvertreter, die ihnen folgte. Doch es beunruhigt ihn nicht im Geringsten.
"Ich werde nicht nervös", bekräftigte er lachend. "Wir wissen, dass dies eine großartige Gelegenheit ist, auf uns aufmerksam zu machen. Und auch wenn ich beim FC Tokyo zufrieden bin, würde ich gerne einen Versuch starten und in Europa spielen", sagte er augenzwinkernd.
Neben dem Streben nach Gold gibt es noch eine weitere Motivation dafür, dass Gonda so sehr davon träumt, die nächste Runde zu erreichen: Sie wird im Wembley-Stadion ausgetragen. "Ich möchte ins olympische Dorf gehen und dort mit anderen Athleten den olympischen Geist erleben. Die Atmosphäre bisher war fantastisch, doch da wir in anderen Städten spielen, haben wir das authentische London 2012 noch nicht erlebt", erklärte er.
Doch schnell stellt er klar, dass für ihn mit der Teilnahme seiner Mannschaft bei diesem Turnier, das er sich so oft im Fernsehen angesehen hat, ein Traum wahr geworden ist.
Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er Usain Bolt um ein Autogramm bitten. Und es hätte ihm gefallen, den Judo-Wettbewerb zu besuchen, bei dem Masashi Ebinuma Bronze gewann, denn der Judoka trainierte im selben Institut, in dem Gonda studierte.
Und beim Thema große Träume, dieses Mal bezüglich seiner eigenen Karriere, beißt sich Gonda ebenfalls nicht auf die Zunge. "Ich würde mich freuen, wenn Japan im Frauenfussball und im Männerfussball Gold gewinnen würde. Doch weiter in der Zukunft ist es mein großer Traum, auf dem Feld zu stehen, wenn Japan erstmalig den WM-Pokal in die Höhe reckt."
Doch eins nach dem anderen. Am Samstag wird sich in Old Trafford entscheiden, ob einige der Wünsche Gondas vielleicht in Erfüllung gehen.












