Aboutrika: "Ein wenig Freude bereiten"
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Ob man nun an das Schicksal glaubt oder nicht, bestimmte Ereignisse scheinen vorherbestimmt zu sein. Die Qualifikation Ägyptens für das Viertelfinale des Olympischen Fussballturniers der Männer am 1. August - auf den Tag genau sechs Monate nach der Tragödie in Port Said - ist eines dieser Ereignisse.

Für niemanden war dieser Triumph ergreifender als für Mannschaftskapitän Mohamed Aboutrika. Der 33-Jährige wird diesen schrecklichen Abend, an dessen Ende er sich in der Umkleidekabine von Al Ahly um Verletzte und Sterbende kümmerte, wohl nie vergessen. Umso überraschender mag es erscheinen, dass er diese Ereignisse auch nicht vergessen möchte.

Wie Aboutrika erklärte, möchte er den 79 Todesopfern von Port Said, die ihm auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London nicht aus dem Kopf gehen, die Ehre erweisen.

"Ich denke immer an diese Menschen, denn sie sind in unseren Armen gestorben", erinnerte er sich. "Sie sind in Gedanken immer bei uns und motivieren uns, unser Bestes zu geben. Wir versuchen, ihren Familien zu helfen, wo immer dies möglich ist, und hoffen, dass wir mit einem Sieg all diesen Menschen zu Hause ein wenig Freude bereiten können."

Aboutrika hat das jedoch nicht immer so gesehen. Unmittelbar nach der entsetzlichen Tragödie in Port Said hatte er erklärt, sich gänzlich vom Fussball zurückzuziehen. "Ich dachte über einen Rücktritt nach", räumte er ein. "Doch dann habe ich es mir anders überlegt, denn ich wollte für die Märtyrer weiterspielen, die an jenem Abend ihr Leben gelassen hatten."

Vermutlich kann keines der anderen im Turnier verbliebenen Teams auf eine ähnliche Motivationsquelle zurückgreifen, auch wenn die Ägypter diese auch am dringendsten zu benötigen scheinen.

"Wir wissen, dass wir an einer großen Sache dran sind, denn ägyptische Fussballer haben noch nie eine Olympische Medaille gewonnen", sagte Aboutrika. "Dieses Turnier ist auch deshalb sehr wichtig, da wir uns kontinuierlich auf die [FIFA] WM 2014 in Brasilien vorbereiten. Wir möchten unbedingt eine gute Figur machen."

Die Ägypter treffen nun auf die Japaner, die auf dem Weg zum Sieg in der Gruppe D unter anderem Spanien geschlagen haben und in ihren drei Spielen keinen einzigen Treffer kassierten. Der ägyptische Kapitän weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass die Asiaten zwar sehr gut in Form, aber alles andere als unschlagbar sind.

"Japan hat eine sehr gute Mannschaft mit zahlreichen schnellen und starken Spielern", sagte er. "Das Team ist auch sehr gut organisiert. Also wird es für uns ein sehr schwieriges Spiel. Doch wir haben vor kurzem ein Freundschaftsspiel in Toulon mit 3:2 gegen Japan gewonnen. Das gibt uns Selbstvertrauen." Voller Zuversicht und bis in die Haarspitzen motiviert könnte diese ägyptische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2012 in London Geschichte schreiben.